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Denkzettel für Sarkozys Partei

Paris - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy muss zur Hälfte seiner Amtszeit eine seiner bittersten Niederlage einstecken. In der ersten Runde der Regionalwahlen am Sonntag fuhr sein bürgerlich-rechtes Regierungsbündnis ein katastrophal schlechtes Ergebnis ein.

tri / Quelle: sda / Sonntag, 14. März 2010 / 20:49 h

Nach den jüngsten Zahlen des Innenministeriums stimmten nur 26 Prozent der Wähler für die UMP. Sie geht damit nahezu chancenlos in die zweite Wahlrunde in einer Woche. Die Sozialistische Partei und andere linken Gruppen holten bei der als wichtiger Stimmungstest geltenden Wahl zusammen mehr als 50 Prozent.

Vor allem die Sozialistische Partei hatte dazu aufgerufen, Sarkozy für seine Politik abzustrafen. Die Sozialisten kamen auf 29 Prozent und dürfen als stärkste Partei hoffen, künftig in fast allen französischen Regionen die Mehrheit zu stellen. Der rechtsextreme Front National holte knapp 12 Prozent der Stimmen.

Niedrige Wahlbeteiligung schuld

Die Regierungspartei erklärte ihr schlechtes Abschneiden mit der geringen Wahlbeteiligung.



Nicolas Sarkozy: Die normalerweise wenig beachteten Regionalwahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentenwahlen in zwei Jahren. (Archivbild) /

Die Enthaltung von über der Hälfte der Wahlberechtigten erlaube keine Rückschlüsse auf die nationale Stimmung, sagte Ministerpräsident François Fillon.

Das sieht Sozialisten-Chefin Martine Aubry naturgemäss anders. «Die Franzosen sagen: Wir wollen nicht mehr diese ungerechte und unwirksame Politik», interpretierte sie das Wahlresultat. Gleichzeitig rief sie die Wahlberechtigten auf, für die zweite Runde am kommenden Sonntag die Anstrengungen noch zu verstärken.

Stimmungstest

53,3 Prozent der Wahlberechtigten gingen bei der ersten Runde nicht zur Urne. Dies ist ein Negativrekord. Noch nie blieben so viele Menschen französischen Regionalwahlen fern. Bei den letzten Regionalwahlen vor sechs Jahren waren es in der ersten Runde 37,9 Prozent, die nicht abstimmen gingen.

Die Regionalwahlen sind die letzte wichtige Abstimmung vor der Präsidentenwahl in zwei Jahren.

 


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