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Kein Schutz für Eisbären und rote Thunfische

Doha - Der Eisbär und der rote Thunfisch haben es nicht leicht. Grosswildjäger, Pelzhändler und Fischer werden dem Polarbewohner und dem Delikatessen-Fisch in den nächsten Jahren weiter zusetzen. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES lehnten in Doha ein Handelsverbot ab.

bert / Quelle: sda / Donnerstag, 18. März 2010 / 17:05 h

Der Antrag für ein Eisbär-Handelsverbot, den die USA gestellt hatten, scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer. Aber auch die Vertreter Kanadas und Grönlands erklärten auf der Konferenz, es gebe keinen Grund für ein generelles Handelsverbot. Die EU-Staaten begründeten ihre Ablehnung damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist. Ausserdem sei es zwar richtig, dass der Lebensraum der grossen Bären schrumpft. «Das Eis schmilzt aber nicht so schnell, als dass dies die Eisbärenpopulation gefährdet», hiess es aus der EU-Delegation. Die Tierschützer sprachen dagegen von einem «schwarzen Tag für den Eisbären». Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife sagte: «Wenn von rund 20'000 Eisbären jährlich 1000 gejagt werden, ist das sicherlich nicht nachhaltig.» Der Eisbär vermehre sich nur langsam, und die Jagd ziele besonders auf jene Tiere ab, die für die Fortpflanzung wichtig seien.



Weltweit gibt es etwa 25'000 Eisbären. /

Kein Handelsverbot für Thunfisch

Auch dem von Sushi-Liebhabern in aller Welt heiss begehrten Blauflossenthunfisch wird seine Schmackhaftigkeit zum Verhängnis. Die Artenschutzkonferenz lehnte ein von der EU vorgeschlagenes Handelsverbot für den rotfleischigen Fisch mit 72 zu 43 Stimmen ab. Die Kampagne gegen den Artenschutz für den Blauflossenthunfisch hatte Japan angeführt, das dadurch seine «Esskultur» bedroht sah. In Japan zahlen Fischhändler teilweise mehr als 100'000 Euro für ein grosses Exemplar dieses rotfleischigen Thunfischs, den sie grösstenteils aus den EU-Staaten erhalten. Die Zahl der Blauflossenthunfische im Mittelmeer und im östlichen Atlantik ist in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 85 Prozent zurückgegangen. Abgelehnt wurde in Doha auch ein Antrag Ägyptens, den internationalen Handel mit den einst vom Aussterben bedrohten Nilkrokodilen wieder zu erlauben. Von den Tieren soll es in Ägypten inzwischen wieder mehrere Tausend Exemplare geben. Im Nil selbst leben nach Einschätzung von Experten gar keine Krokodile mehr.

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