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Spanien stimmt überraschend für ein Burka-Verbot

Madrid - Nach Belgien und Frankreich soll auch in Spanien muslimischen Frauen das Tragen von Vollschleiern in der Öffentlichkeit verboten werden. Mit einer Mehrheit von nur zwei Stimmen votierte der Senat (Oberhaus) in Madrid überraschend für einen entsprechenden Antrag der oppositionellen Volkspartei (PP).

ade / Quelle: sda / Mittwoch, 23. Juni 2010 / 13:13 h

Burka und Nikab grundsätzlich seien diskriminierend und verletzten die Würde der Frau, argumentierten die Konservativen. Der Antrag der PP galt eigentlich als chancenlos, in letzter Minute fand er aber die Unterstützung der gemässigten katalanischen Nationalisten (CiU) und einer weiteren kleinen Partei. Für das Verbot sprachen sich somit 131 Senatoren aus, 129 votierten dagegen.

Entsprechendes Gesetz ausarbeiten

Zu den Gegnern eines Banns zählte etwa die Sozialistische Partei (PSOE) von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Dessen Regierung muss nun aber ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten.



Überraschender Entscheid: Spanien will Vollschleier verbieten. /

In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere Städte Kataloniens, darunter auch Barcelona, das Tragen von Vollschleiern in öffentlichen Einrichtungen untersagt. Kritiker halten ein solches Verbot für unnötig, da Frauen in Burka oder Nikab auf Spaniens Strassen eher eine Seltenheit seien. Dennoch war in Katalonien eine hitzige Debatte darüber entbrannt. Dies hängt auch damit zusammen, dass es in Spaniens wirtschaftsstärksten Region viele muslimische Einwanderer gibt und dort im Herbst Wahlen anstehen. Im ganzen Land gibt es rund 2,2 Millionen Muslime.

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