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Justizirrtum: Franzose fordert 2,3 Millionen Franken Entschädigung

Genf - Ein 58-jähriger Franzose fordert von der Genfer Justiz eine Entschädigung von 2,3 Millionen Franken. Er war vor zehn Jahren zu Unrecht wegen eines Raubüberfalls auf eine Genfer Bijouterie verurteilt worden.

kil / Quelle: sda / Dienstag, 24. April 2001 / 19:00 h

1999 hatten zwei reuige italienische Kriminelle den Verurteilten rehabilitiert. Sie bezeugten, ihre Bande habe den Überfall von 1983 auf das Juweliergeschäft Kunz begangen. Den Franzosen, der trotz eines Alibis dreieinhalb Jahre hinter Gittern verbringen musste, hätten sie noch nie gesehen.

Staatsanwalt Jean-Bernard Schmid bezeichnete am Dienstag vor dem Genfer Kantonsgericht die Abfindungsforderung als unannehmbar. Anwalt Vincent Spira hatte in seinem Revisionsantrag keine Entschädigungsforderungen gestellt.

Sollte das Gericht auf eine Entschädigungsforderung eingehen, sollen nach dem Willen des Staatsanwalts 100 Franken pro Tag im Gefängnis oder insgesamt 121 000 Franken gewährt werden.



Justizirrtum in Genf. /



Spira hielt dagegen fest, dass das Leben seines Mandanten völlig zerstört worden sei. Er habe nicht nur gesundheitlich gelitten und zwei südfranzösische Restaurants sowie viele Freunde verloren. Auch seine Frau habe sich von ihm scheiden lassen. Seine Kinder habe er seit der Verurteilung nicht mehr gesehen.

Neben dem Entschädigungsgesuch wird in Genf eine Strafklage wegen falscher Zeugenaussage vorbereitet. Sie betrifft einen Polizisten, der überfallene Leiter der Bijouterie und weitere Angestellte. «Mein Mandant möchte wissen, warum er als Räuber identifiziert worden ist», sagte Spira.

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