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Ausbildungsbeiträge sollen zur Bundessache werden

Bern - Bei den Stipendien soll es keine kantonalen Unterschiede mehr geben. Das sieht die am Dienstag lancierte Volksinitiative des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS) vor. Bis am 20. Januar 2012 müssen die nötigen 100'000 Unterschriften beisammen sein.

ade / Quelle: sda / Dienstag, 20. Juli 2010 / 11:51 h

Aus Sicht der Initianten ist das Stipendienwesen in der Schweiz ein Glücksspiel. Mit einem Kantonswappen-Glücksrad und Geld aus Schokolade veranschaulichten sie dies am Dienstag auf dem Berner Bahnhofplatz: Je nach getroffenem Wappen erhielten Passanten einen grösseren, einen kleineren oder gar keinen Schoggibatzen. Ein Hochschulabschluss hänge nach wie vor von der Herkunft der Studierenden und der finanziellen Situation ihrer Familien ab, schrieb der VSS. Kantonale Unterschiede gebe es bezüglich Anrecht auf Ausbildungsbeihilfen, aber auch der Dauer, der Höhe und der Art der Stipendien.

Minimaler Lebensstandard

Die Initiative will, dass neu der Bund die Vergabe und Finanzierung der Ausbildungshilfen für die Tertiärstufe - nach Matura oder Lehre - gesetzlich regelt. Heute sind die Kantone zuständig. Betroffen wären Erstausbildungen an Hochschulen, Fachhochschulen und anderen Institutionen des höheren Bildungswesens.



Studenten fordern einheitliche Stipendien. /

Den Studenten und Studentinnen müsse ein «minimaler Lebensstandard» garantiert werden. Die Höhe der Beiträge solle im Gesetz festgelegt werden. Die Initianten sprechen von Ausbildungs- und Lebenskosten für Studierende von jährlich rund 24'000 Franken. Beiträge der Familie und Arbeitseinkommen könnten diese nur zum Teil decken.

Stipendien förderten die Chancengleichheit

Für den VSS sind die Vereinheitlichung und die Verschiebung der Kompetenzen von den Kantonen zum Bund überfällig. Stipendien förderten die Chancengleichheit, den Ausbildungserfolg, den Zugang zur Bildung und den Wirtschaftsstandort. Die Stipendieninitiative wird bisher von SP, Grünen, Juso, jungen Grünen, Gewerkschaften, der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und der Union der Schülerorganisationen unterstützt. Mit weiteren Organisationen und Parteien liefen noch Gespräche, sagte Elena Obreschkow vom VSS-Kampagnenteam auf Anfrage.

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