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Siemens will sich von Nokia trennen

New York/München - Siemens will sich aus dem verlustbringenden Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN) verabschieden.

ht / Quelle: pte / Freitag, 23. Juli 2010 / 11:01 h

Teile des Siemens-Managements halten den Schritt auf das Börsenparkett für eine geeignete Option, die Beteiligung loszubekommen, so das Wall Street Journal am Donnerstag. Unter Berufung auf Insider schreibt die Zeitung, dass sich die Überlegungen in einem frühen Stadium befinden. Weitere Möglichkeiten würden geprüft.

Joint Venture kauft Motorola-Sparte

«Wir haben uns selbst vertraglich dazu verpflichtet, das Joint Venture mit Nokia zusammen bis 2013 aufrechtzuerhalten. Alle kursierenden Spekulationen rund um einen möglichen IPO von NSN kommentieren wir grundsätzlich nicht», unterstreicht Siemens-Sprecherin Monika Brücklmeier. Informanten zufolge sind die Verkaufspläne alles andere als neu. Bereits in den vergangenen Monaten soll das Siemens-Management über ein Abstossen der Assets beraten haben. Als ein Problem erweist sich jedoch die beträchtliche Grösse von NSN. Erst Anfang der Woche hatte das Joint Venture den Kauf des Grossteils der Ausrüstungssparte für drahtlose Netzwerke des Handyriesen Motorola bekannt gegeben. Dafür will NSN 1,2 Mrd. Dollar auf den Tisch legen. «Damit sichert sich NSN den Zugang zum US-Markt», so Brücklmeier.

Nokia plant ebenfalls NSN-Ausstieg

Der kolportierte IPO von NSN ist jedoch nicht das einzige Vorhaben der Münchner.



Das Joint Venture soll für einen Verkauf attraktiv gemacht werden. /

Anfang des Jahres hat Siemens ausserdem den Verkauf der Anteile an Nokia geprüft. Daran haben die Finnen aber kein Interesse, so die zitierten Kreise. Denn Nokia liebäugelt selbst mit einem Ausstieg aus dem Netzwerkproduzenten. NSN hatte Siemens die Bilanz 2008/2009 verhagelt. Im vierten Quartal verbuchte NSN einen nicht Cash-wirksamen Verlust von 1,96 Mrd. Euro. Davon entfielen 1,63 Mrd. Euro auf die Wertminderung der NSN-Beteiligung. Obwohl sich der Quartalsverlust für das Joint Venture auf 328 Mrd. Euro beläuft, hatten beide Muttergesellschaften der Motorola-Investition zugestimmt. Experten bewerten diesen Vorstoss als kalkuliertes Risiko, um die Marktstellung von NSN zu stärken. Das Joint Venture soll so für einen möglichen Verkauf attraktiver gemacht werden. Insider halten einen IPO von NSN frühestens ab 2012 für denkbar. Denn zuerst muss das Motorola-Geschäft integriert werden.

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