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ETH Zürich lässt Wärme nicht mehr verpuffenZürich - Bis ins Jahr 2025 will die ETH Zürich den Campus Hönggerberg weitgehend CO2-frei machen. Gelingen soll dies mit einem ausgeklügelten Erdspeichersystem, in dem sommerliche Abwärme «eingelagert» wird. In den kalten Monaten lässt sich diese dann zum Heizen verwenden.alb / Quelle: sda / Donnerstag, 21. Juni 2012 / 21:34 h
Die Idee des dynamischen Erdspeichers ist einfach und raffiniert zugleich: Gewisse Gebäude auf dem Campus Hönggerberg geben während des gesamten Jahres Energie in Form von Abwärme ab, die beispielsweise aus Grossrechnern stammt. Während diese Abwärme früher einfach verpuffte, wird sie nun mit Hilfe von wassergefüllten Erdsonden im Boden eingelagert, wie die ETH am Donnerstag mitteilte.
Im Winter wird diese Wärme dann dem Speicher entzogen und zum Heizen benutzt. Die Temperatur des darin eingelagerten Wassers sinkt. Im Sommer kehrt man den Prozess um: Das Wasser wird dann genutzt, um das Gebäude zu kühlen. Der Erdspeicher ist also eine Art Batterie, die saisonal auf- und entladen wird.
Die Wassertemperaturen in den Leitungen des Systems schwanken zwischen 4 und 20 Grad. Während sich Gebäude auf diese Weise direkt kühlen lassen, werden Gebäude, die beheizt werden sollen, durch am Erdspeichersystem angeschlossene Wärmepumpen versorgt.
ETH Zürich nimmt Erdspeichersystem in Betrieb. /
![]() Hoher Wirkungsgrad Da im Erdspeicher während des Winters relativ hohe Temperaturen herrschen, erzielen die Pumpen einen hohen Wirkungsgrad. Es braucht also nur wenig zusätzlichen Strom, um die Gebäude zu beheizen. Bis zum Abschluss des Projekts im Jahr 2025 sollen laut ETH fast 90 Prozent der Gesamtenergie zum Heizen und Kühlen aus dem Erdwärmespeicher stammen. Im April wurden die ersten drei Gebäude am neuen Erdspeichernetz angeschlossen. Bis heute wurden 230 von insgesamt rund 800 Erdsonden verlegt. Zudem wurden zwei Unterstationen gebaut, in denen die Gebäudetemperatur gesteuert wird. Insgesamt sind sieben bis neun örtlich getrennte, miteinander vernetzte Erdspeicherfelder geplant. Das Projekt kostet rund 37 Millionen Franken.
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