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Schweres Erdbeben erschüttert Nepal

Kathmandu - Nach dem schweren Erdbeben in Nepal steigt die Zahl der Toten immer weiter an. Am Samstagabend (Ortszeit) sprach die nepalesische Polizei von 876 Toten. Laut der Polizei gab es allein im Kathmandu-Tal 534 Tote.

asu / Quelle: sda / Samstag, 25. April 2015 / 09:15 h

Es wurde befürchtet, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Das Beben, dessen Stärke zunächst mit 7,9, später mit 7,8 angegeben wurde, hatte Nepal und den Norden Indiens zur Mittagszeit erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum rund 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. Dort stürzten zahlreiche Gebäude ein, darunter der neunstöckige historische Dharhara-Turm im Zentrum der Altstadt. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, stürzten Bewohner der Hauptstadt nach Beginn des Bebens ins Freie, während mehrere Häuser einbrachen. Die Erdstösse dauerten zwischen einer halben Minute und zwei Minuten.

Menschen auf den Strassen

Die Menschen sässen zitternd auf der Strasse, sagte eine dpa-Reporterin vor Ort. Sie hätten entsetzliche Angst. Die Betroffene Pooja Lama sagte nach einem Telefonat in ihren nepalesischen Heimatort Ranipauwa, ihr Haus sei komplett zerstört. «Aber immerhin sind wir am Leben», sagte sie. Der stellvertretende nepalesische Botschafter in der indischen Hauptstadt Neu Delhi, Krishna Prasad Dhakal, sagte, es gebe Berichte «über den grossen Verlust von Besitz und Leben in Nepal».



Augenzeugen zufolge stürzten einige Gebäude in Kathmandu (Bild) ein. /

Wahrscheinlich seien mehrere hundert Menschen in verschiedenen Landesteilen gestorben. In dem Gebirgsstaat sind zahlreiche Gegenden nur schwer zu erreichen oder gar nicht ans Telefonnetz angebunden, so dass erwartet wurde, dass es lange dauern werde, bis Informationen aus allen Landesteilen eintrafen.

Tote am Mount Everest

Wegen des Erdbebens habe sich eine Lawine am Mount Everest gelöst und mehrere Bergsteiger verschüttet, sagte Tempa Tsheri Sherpa von der Organisation Dreamers Destination. Die Behörden berichteten von acht Toten. Der Rumäne Alex Gavan berichtete per Twitter, seine Gruppe sei nach Lawinenabgängen eingeschlossen und das Basislager schwer beschädigt worden. Auf dem höchsten Berg der Erde befänden sich «viele, viele» Menschen, erklärte er weiter. «Bitte betet für alle.» Er konnte nicht sagen, wie viele Kletterer betroffen waren.

Indien will Nepal unterstützen

Indische Behörden sprachen von vier Toten auf indischer Seite, jeweils zwei in den Bundesstaaten Bihar und Westbengalen. Indiens Ministerpräsident Narendra Modi schrieb auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter, die Regierung sammle Informationen und arbeite daran, die Betroffenen in Indien und Nepal zu unterstützen. In China starb laut staatlichen Medien eine 83-Jährige, als ihr Haus einstürzte. Auch in Bangladesch kam eine Frau ums Leben. 25 Textilarbeiterinnen wurden nach offiziellen Angaben ausserdem verletzt, als sie aus ihrer Fabrik in Savar vor den Toren der Hauptstadt Dhaka flüchteten.

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