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Konzerngewinn der SBB bricht ein

Bern - Der starke Franken und zusätzliche Ausgaben beim Unterhalt der Schienen haben das Konzernergebnis der SBB im vergangenen Jahr belastet. Der Güterverkehr schrieb nach zwei positiven Jahren 2015 wieder rote Zahlen. Der Zustand der Fahrbahn ist nur ausreichend.

arc / Quelle: sda / Freitag, 18. März 2016 / 10:08 h

"Stark gefordert, aber gut unterwegs" - so fasst das Unternehmen in einer Medienmitteilung vom Freitag das vergangene Jahr zusammen. Der Konzerngewinn verringerte sich um über ein Drittel um 127 Mio. auf 246 Mio. Franken. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre es laut der SBB um rund 80 Mio. Fr. höher ausgefallen.

Dank Einstellungsstopps und Karenzfrist bei offenen Stellen oder Nachverhandlungen beim Einkauf hätten die negativen Effekte in Grenzen gehalten werden können. Die Nettoverschuldung der SBB erhöhte sich dennoch auf 8,25 Mrd. Franken, insbesondere wegen der Investitionen in Rollmaterial und Bahnhöfe und wegen des Defizits von Infrastruktur Netz, wie das Unternehmen schrieb.

Dauerthema Unterhalt

Der Mehraufwand im Unterhalt macht der SBB weiterhin zu schaffen. Der Geschäftszweig Infrastruktur schrieb 2015 erneut einen Verlust - mit minus 96 Mio. Fr. fast ein doppelt so grosser als im Vorjahr. Den Mehraufwand in Höhe von 109 Mio. Fr. finanzierte das Bahnunternehmen wiederum aus eigenen Mitteln. Gemäss Vereinbarung mit dem Bund übernimmt die SBB diese Zusatzkosten, welche sie seit 2013 trägt, im Jahr 2016 zum letzten Mal.

Trotz grosser Anstrengungen ist der Zustand der Fahrbahn gemäss dem am Freitag veröffentlichten Netzzustandsbericht 2015 insgesamt nur ausreichend. "Der Nachholbedarf konnte wie erwartet noch nicht nachhaltig stabilisiert werden", schreibt die SBB. Der Nachholbedarf erhöhte sich um 275 Mio. auf 2,8 Mrd. Franken, was gesamthaft nach wie vor rund 3 Prozent des Wiederbeschaffungswerts aller Anlagen entspricht.

Die Sicherheit ist laut der SBB aber gewährleistet.



Die tägliche Passagierzahl erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1,21 Mio. Passagiere und erreichte einen neuen Rekordwert. /

"Es gibt keine akut kritischen Anlagen."

Güterverkehr wieder defizitär

Der Güterverkehr, der 2013 und 2014 dank grosser Anstrengungen wieder einmal schwarze Zahlen geschrieben hatte, war im vergangenen Jahr wieder defizitär. Der Verlust betrug 22 Mio. Franken. Als Gründe nennt die SBB den starken Franken, die konjunkturelle Abschwächung sowie die zunehmende Deindustrialisierung. Dank Sparmassnahmen habe immerhin im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden können.

Weniger Gewinn machte die SBB mit ihren Immobilien. Das Ergebnis war im Vorjahr aufgrund der Veräusserung von Bürogebäuden aber aussergewöhnlich hoch ausgefallen. Im vergangenen Jahr resultierte ein Gewinn von 342 Mio. Franken.

Mehr und zufriedenere Kunden

Doch die SBB kann fürs vergangene Jahr auch positive Zahlen vermelden. Die tägliche Passagierzahl erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1,21 Mio. Passagiere und erreichte einen neuen Rekordwert. Im Fernverkehr nahm die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrszeiten erstmals stärker zu als in Hauptverkehrszeiten.

Der Gewinn im Personenverkehr stieg von 104 auf 131 Mio. Franken um rund einen Viertel. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre er noch höher ausgefallen, wie die SBB schreibt.

Die insgesamt mehr als fünf Mio. Kunden waren 2015 zufriedener mit den Angeboten und Dienstleistungen der SBB als im Vorjahr. Die Kundenzufriedenheit stieg insgesamt um 0,5 auf 74,8 Punkte. Zufriedener waren die Kunden mit dem Platzangebot, der Haltung der SBB Mitarbeitenden, der Sauberkeit in Zügen und Bahnhöfen und dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

SBB schliesst zwei Business-Points

Die Pünktlichkeit wurde indes leicht kritischer bewertet. 87,8 Prozent aller Reisenden erreichten pünktlich ihr Ziel, 0,1 Prozent mehr als 2014. Der Zielwert wurde laut der SBB aber noch nicht erreicht.

Am Schalter wurden 2015 fast 20 Mio. Billette verkauft, rund 1 Mio. weniger als 2014. Wegen zu tiefer Nachfrage schliesst die SBB per Ende März 2016 die Business-Points in Bern und Genf.

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