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Zunehmende Armut in Industriestaaten trotz Sozialhilfe

Genf - In Europa nimmt die Armut zu. Dies sei eine Folge von Arbeitslosigkeit und nur geringfügig bezahlter Beschäftigung, teilte die Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Genf mit.

kjc / Quelle: sda / Mittwoch, 18. Mai 2016 / 22:25 h

17,2 Prozent der EU-Bevölkerung gelten gemäss der vorgestellten ILO-Studie als arm. Als arm wird dabei angesehen, wer einschliesslich staatlicher Hilfeleistungen mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes auskommen muss. Arm sind dabei nicht nur Arbeitslose, sondern auch Menschen mit einer Arbeit - sogenannte Erwerbsarme. Der Grund: Seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 gebe es in Europa immer weniger gesicherte Vollzeitstellen.

«In vielen Industrieländern können Sozialleistungen einfach nicht mehr die Einkommenslücke erwerbsarmer Menschen kompensieren», sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder bei der Vorstellung des jüngsten Weltarbeitsmarktberichts der UNO-Sonderorganisation.

Weniger Arme in Entwicklungsländern

In der EU gibt es der Studie zufolge zwar mehr Arme. In Entwicklungsländern hat die Armut dafür abgenommen.



17,2 Prozent der EU-Bevölkerung gelten gemäss der vorgestellten ILO-Studie als arm. (Symbolblld) /

Die Anzahl Menschen, die pro Tag weniger als 3,10 US-Dollar zur Verfügung haben, hat sich laut ILO in den letzten 25 Jahren halbiert.

In Afrika habe sich die Lage allerdings kaum verändert. Dafür gehe es vielen Menschen in China und Lateinamerika besser. Die Welt habe im Kampf gegen die Armut signifikante Fortschritte gemacht, sagte Ryder.

Diese Fortschritte seien aber fragil, sagte Ryder. Um das von der UNO formulierte Ziel, extreme Armut bis 2030 zu beseitigen, wären während der nächsten 15 Jahre jährlich 600 Milliarden Dollar nötig. Zwei Drittel davon in Form von Sozialleistungen, ein Drittel über sichere Jobs. Fast ein Drittel der Bevölkerung in Entwicklungs- oder Schwellenländern habe eine Stelle, häufig aber eine prekäre, hiess es.


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