| Donnerstag, 4. Februar 2010 05:45 Uhr |
| Einbürgerung CH |
| Midas aus Kinshasa (2390 Kommentare seit Di, 04.11.2008) |
Sorry Albert, aber das ist wirklich Schwachsinn. Einbürgerungen sind in der Schweiz viel härter vor allem aber ungerechter als in Frankreich. Mein Frau kam mit 12 als Flüchtling aus der Türkei. Machte die ganze Schule hier, spricht Schweizerdeutsch wie ich, fing einen Beruf am Spital an, zahlte Steuern, etc. Sie ist Schweizerin und denkt wie eine Schweizerin. Nix Islam. Dann ging der Papierkrieg los. Endlos. Da geht ein Jahr ins Land und wenn man die "Frechheit" hat zu fragen was Stand der Dinge ist, wird einem gedroht es "könne auch länger gehen". Zwischendurch noch eine schöne Episode. Als sie einmal bei mir übernachtete, bekamen wir Besuch von der Fremdenpolizei, weil der Briefträger eine "fremdländische Frau in meiner Wohnung gemeldet hatte"(er trug ja auch Uniform). Auf der Gemeinde konnte ich mir dann noch den Satz anhören: "Wir haben ja auch nicht viele Mietwohnungen in der Gemeinde, wir wünschen Hausbesitzer". Wir reden hier von der Schweiz 1998! Dann konnte sie eine Art Gewissensprüfung ablegen. Bei der Gemeindeabstimmung ist sie grundlos fast abgewiesen worden. Mit einer Stimme Mehrheit hat sie es dann doch noch ganz knapp geschafft. Leute mit "ic" am Schluss waren chancenlos. Da müsste man wahrscheinlich schon den Nobelpreis gewonnen haben um nicht kollektiv abgestraft zu werden. Dann kam der nächste Hammer. Bei einem Ausbildungslohn von damals 1'800, wollte die Gemeinde 18'000 von ihr. Erst nach Rekurs wurde das auf 5'000 reduziert. Jede Woche sagte ich ihr "lass das, wir heiraten eh ...". Aber sie wollte nicht das man später behauptet sie hätte mich für einen Pass geheiratet. Sie wollte das "durchziehen". Ich habe sie für die Hartnäckigkeit und Geduld echt bewundert. Was ich damals an Rassismus in der Schweiz erlebte, war mir eine Lehre. |
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