| Sonntag, 29. August 2010 03:26 Uhr |
| Gegen den Strom |
| Midas aus Kinshasa (2390 Kommentare seit Di, 04.11.2008) |
| Es gibt ja eine so schöne Slow Food Bewegung. Ich bin ein Vertreter von Slow Life.
ich habe rausgefunden dass ich wieder total hip und trendy bin. Ich war noch nie auf Facebook und werde nie auf Facebook sein. Ist so wie mit Tatoos. Mittlerweile hat schon jede und jeder einen Schlampenstempel. Da ist man eigentlich wieder in wenn man ein totaler Langweiler mit blanker Haut ist. Bald gehen sich die Alt-Rocker lasern, weil sie nicht Mainstream sein wollen. Bald kommt auch Rauchen wieder in Mode, weil es eine totale Auflehnung gegen das Establishment und den Political Correct Idioten ist.
Geschäftspartner und Freunde kann man auch so schön schocken: "Du ich habe mein Handy heute mal nicht mitgenommen." Wie hat es Karl Lagerfeld mal so schön gesagt: "Ich bin doch kein Diener den man ständig mit einem Glöckchen ruft".
Heute gibt es Twitter um den Kollegen mitzuteilen dass man gerade Blähungen hat. Dauert noch eine Zeit bis die Leute wieder schnallen, dass ein guter Freund im Leben mehr zählt als 400 Facebook Deppen. Woher auch dieser Selbstdarstellungsdrang kommt ist mir eh unbegreiflich.
Im Kongo gibt es das Wort "Malembe". Das heisst so viel wie "Doucement" oder "mal langsam". Berner würden "numme nid so gschprängt" sagen. Afrika ist so eine wunderschöne Therapie. Man kann feststellen dass man auch mal ohne Mail, Uhr, Handy und schon gar ohne solchen Schrott wie Facebook oder Twitter auskommen kann. Will man hier jemanden sprechen oder sehen, dann läuft man einfach in sein Haus und der Twitter ist der Dorfälteste.
Facebook und Twitter sind die Zeichen einer modernen Wohlstandsgesellschaft die durch den Aufbau von digitalen Sozialnetzen vereinsamt. Da Kriminelle eh über kein oder ein schlechtes Sozialnetz verfügen, ist Facebook natürlich auch der ideale Anziehungspunkt für sehr viele Spinner. |
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