| Dienstag, 8. November 2011 21:48 Uhr |
| Genau |
| Heidi aus Oberburg (705 Kommentare seit Sa, 12.12.2009) |
| dieses Lohndumping findet seit Jahrzehnten auch in der Landwirtschaft statt.
Das mit den Discountern geht leider nicht. Die Bauern verkaufen ihre Ernte an die Landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Abnahme ihrer Produkte ist ihnen garantiert zu einem Preis, zu welchem viele von uns sich frühmorgens lieber noch einmal im Bett umdrehen würden, als Kühe melken zu gehen. Im Gegenzug verpflichten sich die Bauern, ihr Saatgut ebenfalls dort zu kaufen. Die Direktzahlungen sind dann der Ausgleich für ihre Einbussen. Die Milch verkaufen sie den Käsereigenossenschaften. Im Gegenzug verpflichten sich die Bauern, Ihren Käse... An beiden Genossenschaften sind die Bauern beteiligt.
Abgerechnet wird zweimal jährlich.
Wissen Sie übrigens, dass ein Landwirt einen ganzen Tag versäumt, wenn er sein Mostobst in die Landi bringen will? Zuerst muss er hingehen und anmelden, was er bringen will. Dann muss er das Obst vom Baum schütteln, zusammenlesen und in Paloxen füllen und zuletzt gibt es nur einen einzigen Tag in der Woche, an dem er seine Ware liefern kann. Und an diesem einen Tag fahren also alle her, aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern. Wenigstens in unserer Gegend. Ich kenne einen Bauern, bin noch weit, weit weg mit ihm verwandt (er ist mein Bruder und hat mir gesagt, dass er einiges mehr verdienen würde, wenn er die Äpfel liegen liesse und an diesem Tag arbeiten ginge. Zu dem Preis, was man noch kriegt dafür. Sie haben doch hoffentlich was davon gemerkt, dass der Most billiger geworden ist. Nein? ich auch nicht). Das ist auch so was: Grosse Bauern können vielleicht jammern, aber die Kleinen müssen eben arbeiten gehen, damit sie ihre Familien ernähren können.
Mit dem Rest, was Sie geschrieben haben, ich meine die Entlassungen auf Kosten der Steuerzahler und der Gewinnoptimierung, da bin ich mit Ihnen einverstanden.
Auch wenn es nicht alle glauben: Landwirte zahlen auch Steuern. |
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