| Samstag, 16. Mai 2009 12:06 Uhr |
| Papstbesuch: Das schwierige Verhähltnis zwischen dem Vatikan und Israel |
| Roland71 aus Boningen (626 Kommentare seit Do, 20.03.2008) |
Wie der in Angelegenheiten des Vatikans bestens unterrichtete deutsche Journalist Andreas Englisch erfuhr, will Papst Benedikt XVI. im Mai 2009 das Heilige Land besuchen. Doch wird das Oberhaupt der katholischen Kirche dieses Vorhaben nach dem Gaza-Krieg noch umsetzen wollen? Denn das Verhältnis zwischen dem Vatikan und Israel ist nicht ganz unbelastet, gerade weil sich katholische Würdenträger öfters pro Palästinenser ausgesprochen haben und „ Rom" lange Zeit einen eigenen Staat für Israel ablehnte. Hier einige Stationen, die das schwierige Verhältnis verdeutlichen: 1904: Theodor HerzI versucht ohne Erfolg, Papst Pius X. für den Plan einer Heimstatt der Juden in Palästina zu gewinnen. Pius X. erklärt: "Sanktionieren können wir das niemals!" 1917: Der Heilige Stuhl bestreitet ein aus der Bibel ableitbares Recht der Juden auf einen eigenen Staat und spricht sich so gegen die "Beifort-Deklaration aus", die eine "nationale Heimstatt" für Juden empfiehlt. 1964: Papst Paul VI. besucht das Heilige Land, spricht aber nicht offiziell vom Staat Israel. 1980: Der Vatikan protestiert gegen ein israelisches Gesetz, das "ganz Jerusalem" zur "Hauptstadt Israels" erklärt. 1982: Der Vorsitzende der terroristischen Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Yasser Arafat, wird erstmals vom Papst empfangen. 1984: Johannes Paul II. spricht in einem Apostolischen Schreiben erstmals vom "Staat Israel". 1994: Der Heilige Stuhl nimmt diplomatische Beziehungen mit dem Staat Israel auf, ebenso offizielle Beziehungen mit der PLO. 2000: Der Vatikan schließt einen Grundlagenvertrag mit der palästinensischen Regierung und fordert einen international garantierten Sonderstatus für Jerusalem. 2003: Johannes Paul II. verurteilt schart den Bau der israelischen Sperranlagen im Westjordanland. Vor dem Hintergrund dieser Spannung zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl bekommt eine Äußerung eines ranghohen Beraters von Papst BenediktXVI. eine ganz besondere Bedeutung. Kardinal Renato Martine bezeichnete im Januar 2009 den Gaza-Streifen als "riesiges Konzentrationslager" und manövrierte somit Israel in eine ganz bestimmte Position. Diese Äußerung des Kardinals wiegt um so schwerer, weil Papst Johannes Paul II. 1979 bei einem Besuch des N* (nicht erlaubtes Wort)-KZs Ausschwitz das einstige Konzentrationslager als "Golgatha unserer Zeit" betitelte. { Quelle: Februar-Ausgabe; TOPIC-Verlag; DE-Kreuztal } |
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