| Donnerstag, 10. April 2008 11:24 Uhr |
| Richtig und falsch |
| DaniZh aus Zürich (7 Kommentare seit Do, 20.03.2008) |
Sie haben, lieber wiseOldBird, recht, wenn Sie sagen, dass die Eidgenossenschaft (resp. der Staat Schweiz) keinen Gasliefervertrag mit dem Iran abgeschlossen habe. Das habe ich übrigens auch nicht behauptet. Die EGL habe ich - verallgemeindernd - wohl als "die Schweiz" bezeichnet. Ausserhalb der Schweiz wird natürlich dieser Gasliefervertrag mit dem offiziellen Besuch der Schweizer Aussenministerin Calmy-Rey und dem exaltierten gemeinsamen Fototermin vor der internationalen Presse als "schweizerisch" wahrgenommen. Hingegen bedeutet dies für mich eine faule Ausrede, wenn darauf hingewiesen wird, dass auch andere Staaten das gleiche tun würden. Diese Art von "Handel" mit einem totalitären Unrechtsstaat, wie der Iran heute bezeichnet werden müsste, ist einer Schweiz (oder der Schweizer Wirtschaft) nicht zuträglich! Wir gehen offenbar einig, dass die Art und Weise, wie die EDA (Aussen-) Ministerin den offziellen Fototermin mit Achmadinejad inszenierte alles andere als politisch und diplomatisch klug war. Zu Bedenken ist im weiteren auch noch, dass die Schweiz als Depositärstaat der Menschenrechte durch diese ganze Aktion weltweit absolut ungtlaubwürdig erscheinen muss. Einerseits meldet sich unsere Aussenministerin bei jeder möglichen und auch unmöglichen Situation immer wieder moralisierend sehr akzentuiert gegen angebliche "Menschenrechtsverletzungen", vor allem des Staates Israel. Mir fehlt dann aber wirklich alles Verständnis, wenn diese Dame dann offenbar ohne Skrupel einem Staatspräsidenten vom Format eines Achmadinejad so devot ihre Referenz erweist. Das ist für mich fast unerträglich. Iran verletzt - das wissen wir bestens - seit Jahrzehnten (auch schon unter dem Schah-Regime) am laufenden Band und auf alle schrecklichen Arten die Menschenrechte. Vergessen wir vor allem nicht die fürchterliche Situation der iranischen "Kindersoldaten", die zu Tausenden im Krieg mit dem Iraq mit einem Paradiesschlüssel um den Hals als Kanonenfutter dienten. Ob es sich bei Calmy-Reys Iran-Visite um einen persönlichen Egotrip oder einen Grössenwahnsinn handelt, bleibe dahin gestellt. Dass sie aber - als Vertreterin der Schweiz - einem so grausamen Herrscher ihren Bückling mit lachendem Gesicht darbietet, ist für mich als Schweizer Bürger mehr als peinlich, nämlich unerträglich! H. Daniel Schürch-Tal, Zürich |
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