| Dienstag, 2. Februar 2010 10:43 Uhr |
| Verstand und |
| ASLoki aus Luzern (89 Kommentare seit Mi, 23.07.2008) |
Tja, Herr Etschmayer, wie so oft haben Sie einen sehr guten Artikel geschrieben, der die Sache in meinen Augen wunderbar auf den Punkt bringt. Zum Erfolg des Menschen tragen drei seiner Eigenschaften ganz wesentlich bei. Er ist ein Allesfresser mit ganzjähriger Fortpflanzungszeit und einem Verstand der in hohem Masse zur Abstraktion fähig ist. Auch andere Spezies mit zwei oder mehr dieser Eigenschaften sind sehr erfolgreich in ihrer Ausbreitung und Überlebensfähigkeit (wie z. B. Ratten, Schweine, Bären). Wie alle anderen Spezies ist auch der Mensch aber Trieb- (Gefühls- ) gesteuert. Sinn und Zweck des Verstandes ist es Handlungsweisen zu erarbeiten und umzusetzen, welche seine Triebe / Gefühle befriedigen, nicht aber den Selbigen vorzustehen und / oder zu kontrollieren. Unsere grosse Fähigkeit zur Abstraktion, ermöglicht uns dabei aber nahezu beliebige viele Zwischenschritte einzulegen, oder auch scheinbare Umwege zu gehen um die angestrebte Befriedigung zu erreichen. Und natürlich führt nicht jede Abstraktion, nicht jeder Umweg dann auch zum gewünschten Ziel. Unser Verstand kann uns Problemstellungen wie potenzielle, schnell Ablaufende Klimaveränderungen oder das baldige erschöpft sein wichtiger Ressourcen schon recht frühzeitig wahrnehmen lassen, doch ist dieses "Wissen" eben nur auf einer sehr abstrakten Ebene. Es ist davon in unserem Alltag noch wenig bis gar nichts spürbar / fühlbar und spricht deshalb keinen unserer Triebe / Gefühle stark genug an, als dass daraus eine starke Motivation erwachsen könnte, welche unseren Verstand dazu bringen würde sich mit möglichen Lösungen solcher Probleme zu befassen. Erst wenn eine genügend grosse Masse von Menschen den Mangel wichtiger Ressourcen und / oder negative Auswirkungen von Klimaveränderungen am eigenen Leib spürt / fühlt, wird es möglich sein in grossem Stil darauf zu reagieren. Dann aber wird die Aufgabenstellung nicht mehr lauten "wie kann ich diesen Prozessen entgegenwirken?" sondern "wie passe ich mich an die neuen Umstände an?" Die bei fast allen Spezies vorhanden Selbstregulierungsmechanismen sind meist recht begrenzt. Und dort wo sie ihre Grenzen erreichen, übernimmt die Umwelt die weitere Regulierung. Während die Selbstregulierungsmechanismen einer Spezies dieser meist zum Vorteil gereichen, wirken die Regulierungen der Umwelt aber meist zu Deren Nachteil. Im allerschlimmsten Fall bringt die Entwicklung einer Spezies dass sie umgebende System zu Fall und zerstört damit die eigenen Lebensgrundlagen. Die Folge davon ist meist eine drastische Dezimierung dieser Spezies und die anschliessende Etablierung eines neuen Systems. Das Kernproblem des Menschen ist seine vor etwa 300 Jahren einsetzende explosionsartige Vermehrung. Betrachtet man ähnliche Entwicklungen in der belebten wie unbelebten Schöpfung, so ist die wahrscheinlichste aller Prognosen jene, dass am Höhepunkt dieser Entwicklung eine ähnlich schnelle ablaufende Dezimierung auf das vorherige Niveau, respektive eher noch auf ein tieferes Niveau einsetzen wird. Die Zukunft des Menschen - sofern er eine haben wird - wird also mit grosser Wahrscheinlichkeit darin liegen, dass die allermeisten Menschen in wenigen 100 Jahren von der Erde verschwinden werden. Eine Entwicklung also, welche wir in keinem Fall freiwillig durchlaufen werden, weil sie all unseren Trieben widerspricht. Ich denke ein Teil von uns wird sehend in den Abgrund schreiten, andere werden diesen Weg lieber mit geschlossenen Augen gehen. Enden wird der Weg für alle am selben Ort, nämlich am Boden des Abgrunds. Die wenigsten werden dort allerdings lebend ankommen. |
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