| Dienstag, 1. Juni 2010 18:25 Uhr |
| Wir Konsumenten haben es in der Hand |
| BigBrother aus Arisdorf (1246 Kommentare seit Fr, 19.06.2009) |
1991 betrug der Anteil der Bauern am Bruttoinlandprodukt 2,6 Prozent, heute ist es noch ein Prozent oder knapp fünf Milliarden Franken. Der Hauptgrund: Während das allgemeine Preisniveau um gut 20 Prozent stieg, ist dasjenige der Schweizer Agrarprodukte um 33 Prozent gesunken. Das Markteinkommen der Bauern beträgt heute nur noch 2,4 Milliarden Franken. Durch ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU würde es gemäss Bundesrat in fünf Jahren auf 1,6 Milliarden sinken. 3,4 Milliarden Franken jährliche Direktzahlungen sollen das Überleben der Landwirtschaft sichern. Die grosse Frage ist aber: Reicht das oder müssen die Konsumenten auch noch etwas zur Zukunftssicherung beitragen, beispielsweise indem sie höhere Milchpreise akzeptieren? Wollen wir wirklich, dass unsere Bauern nur noch von Direktzahlungen leben können? Es darf nicht sein, dass wir Konsumenten bereit sind, für 1 Liter Mineralwasser etwa gleich viel zu bezahlen wie für die gleiche Menge Milch. Wollen wir wirklich, dass unsere Landwirtschaft in den Ruin getrieben wird und dass wir irgendwann keine heimische Produktion mehr haben? Die Vorsteherin des EDI ist (auch) bei diesem Dossier überfordert und plädiert einmal für komplette Marktöffnung, dann wieder nicht. Dieses komplexe Thema kann nicht bloss mit juristischem Hintergrund behandelt werden, da braucht es eine Grundsatzdiskussion, ob wir noch eine eigenständige Landesversorung wollen oder nicht. Es ist bekannt, dass wir in Friedenszeiten auf Importe angewiesen sind, dass diese Importe aber unsere Bauern kaputt machen, dürfen wir nicht zulassen. Zugegeben, dies ist ein schwieriges Dossier, das Anliegen unserer Bauern verdient aber ernst genommen zu werden und nicht einfach dem freien Handel geopfert zu werden. |
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