| Sonntag, 18. Dezember 2011 02:15 Uhr |
| Zahl des Horus' |
| keinschaf aus Henau (851 Kommentare seit Sa, 09.04.2011) |
| Nein, es gibt keine Sicherheit bei elektronischen Daten. Angesichts der vielen Unsicherheiten im Internet ist es völlig unverständlich, dass die Verwaltungen solch einen Systemwechsel als "Schritt in die richtige Richtung" propagieren.
Alleine die Tatsache, dass mit dem Papier-System die Stimme erstens physisch existent ist (und auf Papier mindestens 100 Jahre erhalten werden kann), führt zu einer Reihe Konsequenzen, die im elektronischen System ganz anders aussehen.
Bei Abstimmungen mit Papier:
- Jede Stimme ist physisch existent und damit auch zu einem späteren Zeitpunkt überprüfbar, sollten Unregelmässigkeiten auftauchen
- Keiner Stimme kann ein Name zugeordnet werden, da Stimmzettel und Stimmausweis physisch getrennt abgegeben werden und bei der Zählung keinerlei Zuordnung mehr möglich ist
- Eine Manipulation durch 3. ist nahezu unmöglich und nur mit grossem Aufwand überhaupt zu erreichen
- Zur Abgabe eines Stimmzettels ist man nicht auf eine funktionierende EDV angewiesen
Im elektronischen System ist:
- keine Stimme physisch existent. Die Aufbewahrung von Daten ist von einer funktionierenden EDV abhängig
- Beim "Abstimmen" über Internet kann nicht ausgeschlossen werden, dass Stimme und Personalien zuordnungsbar sind. Genausowenig kann garantiert werden, dass die Daten abgehorcht oder sogar manipuliert werden - notabene ohne, dass dies bemerkt wird.
- FALLS eine Unregelmässigkeit bemerkt wird... man stelle sich das Datenchaos vor. Es ist anzunehmen, dass in so einem Fall eher Schwamm drüber und pssst angeordnet wird, da die Verantwortlichen dies für das kleinere Uebel hielten... und beweisen lässt sich das ja nur mit grossem Aufwand. Da genügt es nicht, ein paar Laienstimmenzähler Papiere nachzählen zu lassen.
- Datensätze lassen sich vervielfältigen. Wer garantiert, dass nicht irgendwo eine Fiche mit Datenbanken angelegt wird, die das Stimmverhalten der Bürger belegt?
Es ist zum Schiessen. Dauernd werden Leute im Internet auf verschiedenste Weise betrogen, durch Datenklau und -manipulation. In jedem Fall melden sich dann immer lachend die Klugscheisser zu Wort, die da bestätigen, dass kein Vorgang im Internet ohne Spuren bleibt.
Aber bei so heiklen persönlichen Daten spielt das dann für die öffentlichen Verwaltungen eine eher kleine Rolle. Hauptsache, irgendwelche Räte können sich beim Fotoshooting wieder mal als "fortschrittlich" verkaufen. Und man findet mit Sicherheit einige tausend Begeisterte, die es "bequem" und "toll" finden, weil es "einfacher" sei. Es ist ja auch ungeheuer aufwendig, einen Zettel auszufüllen und ins vorgedruckte Kuvert zu schieben. Das sind wohl die, die auch Scheisse in Dosen kaufen würden, wenns cool (und neu!) wäre |
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