| Samstag, 17. Oktober 2009 18:27 Uhr |
| Zum weinen |
| Midas aus Kinshasa (2515 Kommentare seit Di, 04.11.2008) |
Vor kurzem stand ich auf einer riesigen Feldfläche. Weit und breit wurde nichts angebaut. Alle vier Richtungen bis zum Horizont. Nichts versperrte den Blick. Wasser im Ueberfluss mit drei grossen Flüssen. Ich bückte mich, nahm eine Hand voller Erde auf. Dunkle, nährstoffreiche, gute, fruchtbare Erde. Es gäbe Bauern die würden auf die Knie sinken, Gott danken und die Tränen abwischen für ein solches Stück Land. Diese Feldfläche steht in einem Land fast 7 x so gross wie Deutschland. Einem Land das problemlos halb Afrika ernähren könnte. Könnte. Es ist in der Demokratischen Republik Kongo. Ich liess mich auch fallen. Setzte mich ins Gras, sprachlos wie es mir oft passiert. Voller Wut und Hass. Wut auf den Westen, Wut auf Politiker, Wut auf die WHO und die UNO, Hass auf diesen korrupten, verblödeten ex-Taxifahrer der sich jetzt Präsident nennt. Wut auf die Verarschung in den "reichen" Länder, die bei uns Geld sammeln für Afrika während dieser Präsident 200 Mio $ im Monat von seinem Volk stiehlt und das mit Unterstützung des Westen, weil die Mächtigen billige Rohstoffe wollen. Es ist billiger einen Präsidenten zu kaufen als ein ganzes Land. Wir alle werden mit Sammelaktionen täglich verarscht. Mobutu hatte über 20 Milliarden $ gestohlen, sein Nachfolger Kabila um die 17 und es geht immer weiter, und weiter und weiter. Man steht im reichsten Land der Erde, in dem Menschen an Krankheiten, Hunger und Krieg sterben und ist fassungs- und machtlos. Bitte liebes Forum, keine Replik auf diesen Beitrag. Wer noch nie ein vor Hunger sterbendes Kind im Arm hatte, kann nicht nachvollziehen was man dabei empfindet. Man kriegt es nie mehr aus dem Kopf. Der Schmerz bleibt da. Immer und immer wieder. Deshalb war mir Ihr Beitrag wirklich zu zynisch Jorian. Ja, auf diesem Land sinkt man in die Knie und weint. |
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