| Mittwoch, 10. November 2010 15:46 Uhr |
| Zur Chemie zwischen Pharma und Mensch - oder: Von Sternen und Hunden |
| Feelix aus Zürich (1 Kommentar seit Mi, 10.11.2010) |
| Frei nach Kant möchte man ausrufen: "Der bestirnte Himmel über mir und - der schwarze Hund in mir!" Den einzigen Einwand gegen diesen großartigen Artikel von Regula Stämpfli habe ich vorzubringen: daß die Tierheimwärter der Schwarzen Hunde leider wohl gewiß nur noch verhamrlosend aufs Geld reduziert werden können. Es ist das in Viren und Genen und anderen Pseudo-Objektivierungen manifeste Gebaren unserer Tage, das sich so tief einfärbend in all unsere Wolle eingesogen hat - daß selbst schon die Denkmöglichkeiten anderer Zusammenhänge zum Pathologisierungsverdacht führen können. Das ist so lehrreich an Regula Stämpflis Hinweis auf Churchills Schwarzen Hund: daß es einen Unterschied ums Ganze ist, ob wir wie 2.500 Jahre lang von Melancholia, Acedia und von Weisheit sprechen oder - von Pharmaka, Glückspillen und Beschäftigungs- und Befriedigungsindustrien gegen die physiologisch-chemische Deformation der "Depression". Es gibt viel mehr Möglichkeiten jemanden krankenhaus-reif zu schlagen, als die therapeutischen Versprechungen und Ideologien glauben lassen.
Clemens Bellut, Zürich. |
|
|