| Mittwoch, 4. August 2010 17:36 Uhr |
| konservativer gehts nicht mehr ... |
| frisky aus Luzern (3 Kommentare seit Mi, 20.01.2010) |
jetzt habe ich mich auf einen fortschrittlichen und zeitgemässen artikel gefreut und muss feststellen, dass die autorin stämpfli leider ganz und gar nicht die zusammenhänge zwischen elterlicher verantwortung, erziehung, sucht, beschaffungskriminalität, und organisiertem verbrechen, begriffen hat: dafür bläst sie ins gleiche horn wie jene die mit allen mitteln den vorstoss der kontrollierten heroinabgabe verhindern wollten. anstatt dieser bewährten und statistisch belegten verbesserung der suchtprävention rechnung zu tragen, polemisiert sie politisch einmal gegen links, um dann einen haken nach rechts zu schlagen und erklärt in abstruser verwirrtheit die zusammenhänge zwischen den lobbyisten unserer wirtschaft und den drogenbaronen. dass erstere ja genau von der kriminalisierung des drogenkonsums profitieren entgeht ihr vollständig. genau so verklärt fällt ihr blick auf die gemeinde maastricht, welches eben erkannt hat, dass solange das ausland keine legalisierung vorantreibt, illegaler drogenhandel und drogentourismus umso mehr floriert. wäre der sachverhalt, so wie frau stämpfi ihn darstellt, hätten sie nämlich die coffee- shops und nicht den drogentourismus verboten. dass die ganze legalisierung einen riesigen aufklärungsaufwand und einen enormen prozess von neuen reglementierungen vorraussetzt, ist selbstverständlich. auch die wissenschaft, allen voran psychologie und neuropsychologie hat auf dem forschungsgebiet suchtverhalten noch vielen fragen nachzugehen. dass es wünschenswert ist, wenn in diesem gebiet endlich weniger corporate science, sondern pharmalobby-unabhängige forschung betrieben würde, ist wohl selbstredend. aber genau dort braucht es in zukunft vermehrt uns, also den staat, mit offenen diskussionen rund um die drogenproblematik, damit an hochschulen und unversitäten nicht länger die wirtschaft diktiert, wohin die forschung gehen soll. wenn uns die geschichte in dieser hinsicht eines lehrt, dann die erkenntnis, dass prohibition und negation von sucht eine sackgasse für die gesellschaft und ein unglaublicher markt für das organisierte verbrechen ist. |
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