| Samstag, 24. Januar 2009 12:04 Uhr |
| wir verdienen Demokratie |
| bewusstsein aus verbania (458 Kommentare seit Mi, 27.02.2008) |
jeder Mensch verdient sie ohne Frage. Gibt es sie schon irgendwo? Außer in der Schweiz? Vielleicht annähernd in Costa Rica. Auch hierin ist die Schweiz die große Ausnahme in der Welt. Es ist auch bei der Demokratie so, wie bei anderen großen Zielen, die man sich steckt, man sieht es schon lange vorher, kann es anpeilen und losmarschieren. Doch dann ist da ein Tal dazwischen und ein Hügel, danach noch eines und noch ein Hügel. Der Weg wird lang und länger, wir müde. Der Wille läßt nach, doch die Begriffe bleiben. Am Ende lagern wir irgendwo und richten uns häuslich ein. Wir haben sie in der ganzen Welt nicht erreicht - eben wie gesagt, die Schweiz ist ihr ganz nahe. Um Demokratie zu leben braucht es einige Dinge, ohne die es wirklich nicht geht. Wahrheit muß oberstes Gut sein. Ehrlichkeit in jedem Einzelnen zu sich und zu anderen. Die Staatsform, die wir als Demokratien bezeichnen ist heute geprägt von Lüge und Falschheit, deshalb gibt es soviel Menschen, die sich in ihr nicht mehr wohl fühlen. Hier wie in Amerika. Heute dient Demokratie als Selbstbedienungsladen für einige wenige zu Lasten der großen Mehrheit, denen man vom Kindergarten an erzählt, daß man um ein ordentlicher Staatsbürger zu sein, den Anordnung Folge leisten muß, sich auf keinen Fall auflehnen darf um nicht als Querulant zu gelten. In den heute gelebten Demokratien ist das Unterste nach Oben gekehrt. Weil ein politisches Amt keinen hohen Anspruch mehr an den eigenen Charakter stellt, ist es so begehrt. Demokratie ist eine bequeme Staatsform geworden für die, die von ihr und durch sie profitieren. Im Zusammenspiel mit der freien Marktwirtschaft findet sie auch das Alibi für alle Ungerechtigkeiten, sie ist der Zeigefinger hinter dem es sich trefflich verstäcken läßt. Die Erziehung zum reifen Bürger, der für sich selbstverantwortlich handelt, muß von der Schweiz aus- und wie ein Fackellauf um die ganze Welt gehen, denn hier finden wir ihn noch, den vom Aussterben bedrohten, mündigen Bürger. |
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