von Patrik Etschmayer / Donnerstag, 10. Januar 2008
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Ja, Hillary is back in the race. Ohne Zweifel – und alles wundert sich darüber, wie stark die Resultate dieser Primaries von den Umfragen abwichen. Vor allem, weil diesmal alle Erhebungen einen Obama-Sieg voraussagten.
In der ganzen Umfrage-Verprügelei ging aber unter, dass von allen erhobenen Resultaten praktisch nur jene von Clinton und Obama daneben lagen, sowohl bei Demokraten wie auch Republikaner. Ob es nun Edwards, McKain oder Huckabee waren – sie wurden alle innerhalb eines Prozentpunktes genau vorhergesagt. Lediglich Romney lag mit einer 4% Differenz vorne: Auch auf den kommen wir noch zurück. Die 6% Differenz von Obama oder gar die 10% von Clinton sind da absolut schockierend.
Vermutlich auch für Clinton selbst, da die von ihren Leuten durchgeführten Exit-Polls eine Führung Obamas mit elf Prozentpunkten ergab. Die Überraschung muss krass gewesen sein, als die Ergebnisse vierzehn Punkte von der Erwartung abwichen.
Interessant, dass sich kaum jemand fragt, ob diesmal vielleicht die Resultate daneben liegen. Nun sind ja Abstimmungsresultate sakrosankt. So heilig, dass sogar bei Präsidentschaftswahlen offensichtlich falsche Ergebnisse wie in Florida im Jahr 2000 und in Indiana vier Jahre später akzeptiert und abgesegnet werden. Doch nun auch in New Hampshire? Und bei Vorwahlen?
Durchaus möglich, doch da Obama keine Nachzählung verlangte, werden wir es nie erfahren. Doch es gibt einige interessante Indizien. Das fängt zum Beispiel bei den in einem grossen Teil der Wahllokale benutzten Diebold-Scanner an. Diese optischen Stimmzettel-Zähler sind notorisch unzuverlässig und – was wiederholt bewiesen wurde – manipulierbar. Die Firma, welche die Wahlmaschinen zur Verfügung stellt, LHS-Associates – ist ein Unternehmen, in dem verurteilte Kriminelle arbeiten, und in einer Dokumentation wurde nachgewiesen, dass ihre Wahlmaschinen erschreckend einfach zu hacken sind. Entgegen den Behauptungen des LHS-Chefs wurden diese Maschinen auch nicht nachgebessert.
Doch dies sind alles nur dünne Verdachtsmomente, mag man einwenden. Umfragen sind immer zweifelhaft. Aber etwa ein Fünftel der Stimmen wurden in New Hampshire noch von Hand ausgezählt. Wenn man nun die Resultate der hand- und der maschinengezählten Bezirke vergleichen würde, ergäbe sich vielleicht noch etwas. Und siehe da: handgezählt gewinnt Obama mit 39% gegen 35% von Clinton: Das sind zwar knappere Abstände als prophezeit (die Tränen im Kaffee haben offensichtlich gewirkt), aber doch ein klarer Vorsprung von Obama.
Bei den Republikanern hingegen fällt Mitt Romney auf, der maschinell 7,5% mehr Stimmen erzielt als bei der Handauszählung, während seine Hauptkonkurrenten in diesem Staat, Huckabee und McCain, je mehr als 2,5% einbüssen.
Die Frage ist berechtigt ob dies nur Zufälle sind, oder ob wirklich eine Manipulation statt gefunden hat und wenn ja, in wessen Auftrag und aus welchem Grund. Während das Vorherige noch auf Fakten beruht, kann hier nur ins Blaue hinaus spekuliert werden. Clinton selbst wäre kaum darin involviert, aber Kreise, welche sie als Kandidatin der Demokraten sehen wollen. Clinton gilt als polarisierende Politikerin. Tritt sie an, würden viele konservative Demokraten und Leute aus der politischen Mitte eine Alternative suchen.
Diese Tatsache könnte in der Folge den New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg endgültig aus der Reserve locken und ihn dazu bringen, als unabhängiger Kandidat anzutreten: Ein Horrorszenario für die Demokraten, die unter einer solchen Kandidatur wesentlich stärker als die Republikaner leiden würden.
Im besten Fall sind die Kuriositäten in New Hampshire wirklich nur das: Merkwürdigkeiten, wie sie immer wieder mal vorkommen können. Doch die Zweifel werden erst durch manipulierbare, unsichere Wahlmaschinen möglich, welche die Wahlen in der grössten Demokratie der Welt zu einer Farce verkommen lassen. Die Frage ob in New Hamphsire ein Stimmenklau stattgefunden hat, bleibt offen. Dass er möglich war und es sogar Indizien dafür gibt, ist hingegen eindeutig.