Samstag, 4. Februar 2012
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Von-Wattenwyl-Gespräche im Zeichen des Steuerstreits

Schlankes «Rahmengesetz für Sozialhilfe»

8210 Tonnen Munition bleiben in Schweizer Seen

Umstrittene Kindersitzpflicht für Taxis

Wirtschaft

Dow Jones schliesst mit Plus von 1,2 Prozent

Weniger Lohn für Bankenchefs in Spanien

Migros ruft weitere Cornatur-Produkte zurück

Viele Reisende bleiben nach Kreuzfahrt-Katastrophe weg

Ausland

Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende

NATO will weniger afghanische Sicherheitskräfte

Mehr als 100 Strafanzeigen gegen Wulff

Alle Hände voll zu tun

Sport

Kloten wendet Partie am Schluss

Visp sichert sich Heimvorteil

Genf-Servette sündigt im Powerplay

Sejna sichert Davos den Sieg

Kultur

Was Taylor Lautner lustig fand

«Blick» im Aargauer Kunsthaus

Jennifer Lawrence: Hairstyle der Zukunft

Polen trauert um Dichterin Szymborska

Kommunikation

Apple zensiert unabsichtlich Musik

Aufsteiger der Woche: Bank geht unter, Djoko triumphiert, Radiohead verkauft Tickets

Updates auf Android 4.0 kommen Ende März

Powerline-WLAN-Adapter fürs Heimnetz

Boulevard

Micron-Verwaltungsratspräsident tödlich verunglückt

Bradley Cooper: Wie ernst meint er es mit Zoe Saldana?

Mutter lässt schwerkrankes Kind verhungern

Extreme Kälte setzt Europa zu

Wissen

Stillen schützt vor Asthma

Mehr Malaria Erkrankte als angenommen

Liebevolle Erziehung lässt Gehirn wachsen

Frittieren mit Olivenöl belastet Herz nicht

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2012 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Hillarys Tragödie

von Patrik Etschmayer / Montag, 11. Februar 2008

. Es ist eine Tragödie von epischer Proportion mit Hillary Clinton als unfreiwilliger Protagonistin. Man mag mit den Schultern zucken und sagen, dass es nur ein Vorwahlkampf sei. Aber man wird nun soeben Zeuge davon, wie sich die letzten 10 Jahre von Hillary Clintons Leben in Rauch aufzulösen drohen.

Schon während der Amtszeit von Bill Clinton hatte sich Hillary zu profilieren versucht. Doch es ging damals gründlich daneben. Die demokratisch dominierten Häuser des Parlaments würgten die von Hillary mit ausgearbeiteten Reformplänen des Gesundheitswesens gnadenlos ab und die Republikaner benutzten ihr Engagement als Wahlkampfmunition, welche ihnen die Mehrheit sowohl in Repräsentantenhaus als auch im Senat bescherten.

Die Folge war, dass sie danach wesentlich weniger offen Einfluss auf die Politik nahm, ein «lower profile» hatte, sich zurückhalten musste, so dass sie im zweiten Wahlkampf ihres Mannes fast keine Rolle mehr spielte. Danach kam auch noch die Demütigung des in der Öffentlichkeit ausgetragenen Nachspiels von «Monicagate» hinzu, der Affäre des Präsidenten mit einer Praktikantin.

Diese Zeit muss für Hillary Clinton die Hölle gewesen sein, ist sie doch ehrgeizig, extrem intelligent und mit dem Selbstbewusstsein von der Grösse eines Planeten ausgestattet. Doch zwei Jahre vor dem Ende der zweiten Amtszeit ihres Mannes öffnete sich ihr eine Türe, durch die der Weg zurück ins Weisse Haus führen könnte. Ein New Yorker Senator hatte seinen Rücktritt angekündigt und während sie noch First Lady war, befand sich Hillary schon im am Ende erfolgreichen Wahlkampf um diesen Senatorenposten, den sie 2006 erfolgreich verteidigte.

Hillary Clinton war nun an der Schwelle zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten und es schien fast nur mehr eine Formsache zu sein, die Vorwahlen schon früh für sich zu entscheiden um dann mit aller Kraft gegen einen republikanischen Kontrahenten den Kampf um das weisse Haus zu führen und zu gewinnen. Es sollte die Belohnung für Jahre – ja Jahrzehnte – des Lebens im Schatten ihres Mannes sein, für den Sie einst eine viel versprechende Karriere in Washington D.C. aufgegeben hatte und nach Arkansas gezogen war. Es sollte das Begleichen der Rechnung, die sie mit der Gesellschaft offen hatte, sein und natürlich auch ein Meilenstein in der Geschichte als erste Präsidentin der USA. Der Plan schien perfekt, die Republikaner am Boden, die Angelegenheit so gut wie geregelt.

Doch dann kam dieser Obama. Clinton hatte ihn noch unterstützt, als er als Jung-Senator 2004 um den offenen Posten in Illinois kämpfte und auch gewann. Vielleicht sah sie in ihm damals einen perfekten Vize-Präsidenten, einen Jungpolitiker, der unter ihr lernen und sie einst beerben könnte. Der ersten Frau würde der erste Afro-Amerikaner im Weissen Haus folgen.

Doch Obama wollte mehr. Er spricht die Wähler an, wie seit langem kein anderer Politiker. Er mobilisiert wahre Wählermassen; Bekannte des Autors, die schon seit langem nicht mehr zu Vorwahlen gegangen waren, nahmen diesmal teil. Viele meinen auch, dass man schon einmal acht Jahre Clinton gehabt habe. Obama nimmt man – auch wenn dies am Ende doch nur ein Spruch bleiben muss, die Sachzwänge sind nun einmal riesig – ab, dass er Wandel bringen wird.

Natürlich, er hat noch nicht gewonnen und Clinton hat noch nicht verloren. Aber die Tragödie für Hillary scheint - unaufhaltsam wie die literarischen Vorbilder - ihren Lauf zu nehmen. Als letztes hat sie Maine verloren. Maine – frauenfreundlich, Ostküste, Hillary-Land. Sie hat ihre Wahlkampfleiterin rausgeschmissen. Sie musste ihrem eigenen Wahlkampf einen Kredit von 5 Millionen geben. Sie steht mit dem Rücken zur Wand und weiss nicht, mit welchem Mittel der vom potentiellen Thronfolger zum Herausforderer gewandelte Konkurrent noch gebremst werden könnte.

Clinton hätte etwas Besseres verdient. Aber eine Tragödie findet immer ihr Opfer, und je schmerzhafter, desto besser ist die Tragödie - eine Tragödie, die mit diesem Vorwahlkampf eine wahrlich gute zu werden scheint. Sorry Hillary.

 Hören Sie sich diese Kolumne auch als Audiodatei (mp3) an (gelesen vom Autor).


 Kommentare 
Ihre Meinung interessiert uns. Machen Sie mit und diskutieren Sie aktiv mit anderen nachrichten.ch Lesern.
» Ihr Kommentar


nachrichten.ch 1

leasing.ch hilft bei der Finanzierung Ihres neuen Autos «Woher bekomme ich das Geld für mein neues Auto?» Viele denken da traditionell eher an ein Leasing ohne die Vorteile von einem Privatkredit richtig zu kennen. leasing.ch zeigt objektiv und kompetent Alternativen bei der Fahrzeugfinanzierung. Fortsetzung




Archiv

Regula Stämpfli
Von der Fähre Romanshorn direkt in den Tatort


Peter Achten
Face to Face - Nicht Facebook



Politiker im Multipack


Patrik Etschmayer
Die verdammte Thermodynamik


Regula Stämpfli
Angela Merkel beim Coach


Peter Achten
龍 Drachen-Warnung


Patrik Etschmayer
Wie Politiker Demokratie abschaffen


Patrik Etschmayer
Der Held von Giglio


Von Regula Stämpfli
Orbanisierung Europas?


Peter Achten
龍 Lóng - 2012 im Zeichen des Drachen


Patrik Etschmayer
Romneys Kernkompetenz


Patrik Etschmayer
Die Erklärung - für alles


Regula Stämpfli
Verkloppen hätte man die müssen


Peter Achten
Breathless in Peking


Patrik Etschmayer
Idiotie als System


Patrik Etschmayer
Der Rückblick auf das neue Jahr, Juli-Dezember


Regula Stämpfli
Kapitalisten-Gemetzel: Alle Regeln über Bord


Peter Achten
Von der Wahl-Farce zur Reform


Patrik Etschmayer
Der Rückblick auf das neue Jahr: Januar - Juni 2012


Patrik Etschmayer
Das Desaster des Jahres: Fukushima


Regula Stämpfli
Neujahrswunsch: Es reicht


Peter Achten
«Die Sonne des 21. Jahrhunderts»


Patrik Etschmayer
Verlierer 2011: Der gesunde Menschenverstand


Regula Stämpfli
Die Konstruktion eines Bundespräsidenten


Peter Achten
Schock für Nordkorea


Patrik Etschmayer
Gewinner und Verlierer 2011: Die Demokratie



Strategisches Denken Mangelware


Regula Stämpfli
Erwachsener Bundesrat - kindische SVP


Patrik Etschmayer
Die vierte Kraft am Gängelband


Peter Achten
Hilfe für das Grosse Fest


Patrik Etschmayer
Alter Molch mit Aspirationen


Dr. Thomas Binder
Auch ich bin ein Bettwiler und stolz darauf!


Regula Stämpfli
Irre - das Problem sind die Normalen*


Peter Achten
Hunger in den Schlagzeilen


Patrik Etschmayer
Rechnung an den Kreml und ins Weisse Haus


Patrik Etschmayer
Die Krise nach der Krise


Regula Stämpfli
Warum Liebe weh tut


Peter Achten
Brassica Rapa Pekinensis


Patrik Etschmayer
Harte Zeiten für Toni Brunner


Patrik Etschmayer
Schwarzer Dienstag am Kap


Regula Stämpfli
Das eherne Gesetz der Oligarchie


Peter Achten
Gras, Mäuse und tanzende Elefanten


Patrik Etschmayer
Leben in der Surrealität


Patrik Etschmayer
Die Industrielle Re-Revolution


Regula Stämpfli
Friede, Freude, Menschenvernichtung


Peter Achten
G-1 bis G-20


Patrik Etschmayer
Win-Win Situation für braunen Terror


Patrik Etschmayer
Endlich Wandel?


Regula Stämpfli
Starke Partei - Schwaches Personal


Peter Achten
Dicke Luft in Peking


Patrik Etschmayer
Wir Schrumpfköpfe?


Patrik Etschmayer
Wie Demokratie verraten und verkauft wird


Regula Stämpfli
Occupy das Denken


Peter Achten
Rauchen mit Quittung


Patrik Etschmayer
Der schwere, lange Weg zu Demokratie


Patrik Etschmayer
Dümpeln im Limbus des Bekannten


Regula Stämpfli
Schmerzfreie Politik - steriles Leben


Peter Achten
Harmonie und Eingemachtes


Patrik Etschmayer
An der Realität vorbei und von ihr eingeholt


Regula Stämpfli
Stabilität und Nationalbank gewinnen die Wahlen



Morgen sitzen wir mit grossen Augen da



Rot-Weiss-Stämpfli


Patrik Etschmayer
Schweizer massakrieren Schweizer


Regula Stämpfli
Demokratie im Fleischwolf


Peter Achten
MeiMei - «Nebenprodukt der kapitalistischen Kultur»


Patrik Etschmayer
Abfallhalden-Gesellschaft


Patrik Etschmayer
Nein-Nein-Nein


Regula Stämpfli
Tatort Bundesplatz


Peter Achten
Gib uns unseren täglichen Reis


Patrik Etschmayer
Der perfekte Sturm


Patrik Etschmayer
Der Traum-Macher



Demokratisiert die Demokratie - beendet den Krieg gegen den Mittelstand!


Peter Achten
TV-News für Nostalgiker


Patrik Etschmayer
Gevatter Zynismus und sein Bruder


Patrik Etschmayer
Gefahr aus der Klimaanlage


Regula Stämpfli
Kartelle sind kein Kavaliersdelikt!


Peter Achten
Cyberspace und die Partei


Patrik Etschmayer
Der neue alte Stagnations-Zar



Pontifikale Schizophrenie


Regula Stämpfli
Brecht in Luzern, Nabelschau in Zürich


Peter Achten
Die Olive


Patrik Etschmayer
Krawall statt Bärenjagd


Patrik Etschmayer
Wunder benötigt


Regula Stämpfli
Staatsbankrott? Europa-Ausverkauf.


Peter Achten
Buben-Traum



Mimi, Mama, und wir


Patrik Etschmayer
10 Jahre Panik und nichts gelernt


Regula Stämpfli
Welches Recht gilt nun wann und für wen?


Peter Achten
Die Hälfte des Himmels


Patrik Etschmayer
Rettet die Demokratie - weg mit den Parteien!


Patrik Etschmayer/news.ch
Ausgewogener Bullshit


Regula Stämpfli
Baby gepfändet oder Fragen, die nie gestellt werden dürften


Peter Achten
Nachrichten von der «aufstrebenden Supermacht»


Patrik Etschmayer/news.ch
Leere Teller, blutige Strassen


Patrik Etschmayer
Klassenkampf Reloaded


Regula Stämpfli
Size Zero oder wie Frauen zu Nullnummern werden


Peter Achten
Myanmar: Bewegung, Veränderung


Patrik Etschmayer
Wenn sich Heuchler über Heuchler nerven



Glaubenssätze vor dem Altar des Marktes


Regula Stämpfli
Obamas Verrat - über grosse politische Enttäuschungen