Freitag, 10. Februar 2012
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Breite Allianz für Buchpreisbindung

Cousin von Assad erhält von der Schweiz drei Millionen Euro zurück

«Gläserner Patient»: Ärzte und Spitäler verzichten auf Referendum

Kantonale Volksinitiative «Mühleberg vom Netz» eingereicht

Wirtschaft

Auch Ägypten von S&P weiter herabgestuft

Deutscher Ölkonzern Wintershall baut Förderung in Libyen weiter aus

US-Exporteure mit Rekordumsatz - Tiefe Lücke im Handel mit China

«Grosszügiger Sozialplan» für Novartis-Stellenabbau in Basel

Ausland

Santorum und Romney beschwören ultrakonservative Werte

Rios Polizisten streiken vor dem Karneval

Ban besorgt über Streit um Falkland-Inseln

Westafrika mit immer mehr Elektroschrott überschwemmt

Sport

Lüthi bereits flott unterwegs

Offene Ausgangslage in Thun

Lance Armstrong setzt Karriere als Profi-Triathlet fort

Deutschland in Rücklage

Kultur

«Tim und Struppi im Kongo» ist nicht rassistisch

Angehört: Mouse On Mars - Parastrophics

SRF gehört nun offiziell zum «Tatort»-Verbund

Soname - Die musikalische Entdeckung aus Tibet

Kommunikation

Der poetische Cartoon

Patentklage gegen Apple abgewiesen

Intel beendet Kartellstreit und zahlt 6,5 Millionen Dollar

EU-Kommission treibt Open Data voran

Boulevard

Gwyneth Paltrow: Exklusiver Kinderwagen für Beyoncé

Polizei fasst flüchtigen Madonna-Stalker

Paul McCartney: Stern auf dem Walk of Fame

Le Corbusiers Wohnmaschine wegen Brand evakuiert

Wissen

Das Ticket zum Traumjob im Ausland

Lehrer mit Burnout coachen statt krankschreiben

Gehirn: Nikotin vergrössert «Arbeitsspeicher»

Zebrastreifen sind ein guter Schutz vor Insekten

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2012 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Im radikalen Schwitzkasten

von Patrik Etschmayer / Montag, 23. August 2010

Es wäre eine sehr schlechte Idee, wenn es denn wahr wäre: Es soll eine Moschee am Ground Zero gebaut werden. Ja, man kann sagen, dass dies das Blödste wäre, das sich machen liesse. Selbst wenn die Erbauer das Recht dazu hätten.

Doch der momentane Streit hat drei Haken: zum einen soll das umstrittene Bauwerk nicht am Ground Zero, dem ehemaligen Standort der WTC-Zwillingstürme zu stehen kommen, sondern zwei Blocks entfernt. Zudem soll dies keine Moschee geben, sondern ein muslimisches Gemeindezentrum mit einem Gebetsraum drin. Aber auch ein Restaurant, eine Bühne, ein Fitness-Center, ein Schwimmbad, ein Basketballfeld und diverse andere Einrichtungen sollen gebaut werden, Einrichtungen, die das Gebäude als Moschee an sich disqualifizieren. Das Argument, dass jedes Gebäude mit einem islamischen Gebetsraum eine Moschee sei, konnte man mitunter auch hören... nur, dann wäre also auch das Pentagon eine Moschee. Interessante Idee. Zum dritten Haken kommen wir später.

Trotzdem ist bei den Gegnern der Einrichtung immer von der «Ground Zero Mosque» die Rede und wenn speziell Leute wie Sarah Palin und Newt Gingrich protestieren, wird die Sache kritisch. Denn der lockere Umgang dieser Leute mit den Tatsachen ist allgemein bekannt und deren Neigung, alles extrem zu emotionalisieren, ist einer Debatte nicht unbedingt dienlich.

Der Bau würde einen Stich in die Herzen aller Familien der unschuldigen Opfer sein, ist so ein klassischer Palin-Ein- und Ausfall. Unter anderem auch, weil sie damit sagt, dass es auch schuldige Opfer gegeben hat. Ob sie die beim Anschlag im World Trade Center arbeitenden Nicht-Christen damit meinte? Denn es fielen den Idioten in den Flugzeugen ja auch Muslime, Juden, Buddhisten und Atheisten zum Opfer, Leute, die Palin als «un-amerikanisch» betrachtet, die nicht zum «echten Amerika» gehören.

Ein weiteres Palin-Zitat (das sie auf ihrem populären Twitter-Feed veröffentlichte), bringt uns zum dritten Haken an der Sache: «Wir wissen alle, dass sie das Recht haben, es zu machen, aber sollen sie auch?» Palin sagt es im ersten Teil ihres Tweets völlig richtig: Das «Community Center» darf gebaut werden. Es ist rechtens. Und das ist in einem Rechtsstaat entscheidend. Das Projekt «Park51» soll mit privaten Geldern finanziert auf privatem Grund errichtet werden. Fertig. Die Frage, ob sie es auch sollen, ist hingegen eine Anmassung.

Die Meinung des Autors, ob generell religiöse Stätten gebaut werden sollen, ist ja längst bekannt: Wenn statt der ganzen Kirchen, Synagogen, Tempel und Moscheen Schulen und Bildungszentren errichtet würden, wäre die Welt meiner Meinung nach eine bessere. Doch diese Meinung ist in einer pluralistischen, freien Gesellschaft nicht relevant, solange sie nicht zum allgemeinen Konsens und Gesetz wird. Und es gibt für Präsident Obama, ob er es nun will oder nicht, keinen legalen Weg, das Vorhaben zu stoppen – mit welchem rechtlichen Argument sollen den bitte Leute davon abgehalten werden, sich an die Gesetze zu halten?

Der Vorwurf, das Vorhaben sei geschmacklos, ist extrem subjektiv und gefährlich – vor allem für Mitglieder anderer (a-)religiöser Minderheiten, die sich auch in den Protest eingeschaltet haben, und die rechten Christen bei dem Versuch, Recht zu beugen, unterstützen.

Ein «Ground-Zero»-Gesetz, basierend auf solch subjektiven Kriterien, könnte dazu führen, dass es irgendwann verboten wäre, ein naturhistorisches Museum in der Nähe einer Kirche zu bauen, weil die darin vertretene wissenschaftliche Denkweise für Gläubige abstossend sei.

Es ist aber genau die Rechtsgleichheit, welche die westliche Kultur auszeichnen sollte. Und wer das Gemeinschaftszentrum verhindern will, muss demnach Dinge finden, die rechtlich relevant sind. Gerüchte einer illegalen Finanzierung, zum Beispiel. Wenn an denen was dran ist, nur zu – Gelder von Terrorfreunden im Baubudget würde das Projekt schneller töten, als man «Ground Zero» sagen kann.

Ob es für jene, die das Zentrum bauen wollen, nicht weiser wäre, einen weiter entfernten Ort zu wählen, ist eine berechtigte Frage, doch eine, die sie selbst beantworten müssen. Zudem stellt sich dann noch eine andere: Wie weit weg ist genug weit weg: Vier Blocks, acht oder sechzehn? Überhaupt nicht in Manhattan? Die Diskussion würde kaum so schnell verstummen und ja, dieses Zentrum könnte durchaus kontraproduktiv sein. Doch dies ist nicht das Thema, so schwer es auch fällt, sich emotional davon zu lösen.

Ein Ziel der Terroristen war es, die Welt unfreier zu machen, den Westen dazu zu bringen, durch die erzeugte Angst und Wut, die eigenen Freiheiten zu beschränken. Dieses Projekt und die Reaktionen darauf zeigen, wie extreme Islamisten und Christen in ihrem gegenseitigen Hass es schaffen, die moderate Mehrheit in ihren radikalen Schwitzkasten zu nehmen, um die einst hart erkämpfte Freiheit zu ersticken.

 Hören Sie sich diese Kolumne auch als Audiodatei (mp3) an (gelesen vom Autor).


Links zum Artikel:

Wikipedia zum Park51-Projekt Ausführlicher Wikipedia-Eintrag mit vielen Stimmen der Gegner und Befürworter (englisch)

Wikipedia zu Feisal Abdul Rauf Artikel über den Mann hinter dem Projekt (englisch)

Offizielle Website des Projektes Die offizielle Website des Projekts - stellt die Sicht der Dinge natürlich einseitig dar.


 Kommentare lesen (7 Beiträge)
· Danke Etschmeyer Danke!JasonBondFr, 27.08.2010 13:34
· Wie recht der gute Herr...ochgottDi, 24.08.2010 08:37
· wilder InterprethubabubaDi, 24.08.2010 08:32
· Noch 'ne IdeekubraDi, 24.08.2010 01:07
· Ihro MerkwürdenkubraDi, 24.08.2010 01:04
· ZurechtgerückthubabubaMo, 23.08.2010 13:15
· Idee!mcdaleMo, 23.08.2010 12:49
» Mitreden


nachrichten.ch 1

leasing.ch hilft bei der Finanzierung Ihres neuen Autos «Woher bekomme ich das Geld für mein neues Auto?» Viele denken da traditionell eher an ein Leasing ohne die Vorteile von einem Privatkredit richtig zu kennen. leasing.ch zeigt objektiv und kompetent Alternativen bei der Fahrzeugfinanzierung. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Winterliches Propaganda-Geschmier


Regula Stämpfli
«Stirb früh, kassier mehr»- die Deutsche Bank wettet mit dem Tod


Peter Achten
Generation Grufti vs. Generation Wurscht


Patrik Etschmayer
25%-Joe for President (der SNB)!


Patrik Etschmayer
Prätorianergarde der Revolution


Regula Stämpfli
Von der Fähre Romanshorn direkt in den Tatort


Peter Achten
Face to Face - Nicht Facebook



Politiker im Multipack


Patrik Etschmayer
Die verdammte Thermodynamik


Regula Stämpfli
Angela Merkel beim Coach


Peter Achten
龍 Drachen-Warnung


Patrik Etschmayer
Wie Politiker Demokratie abschaffen


Patrik Etschmayer
Der Held von Giglio


Von Regula Stämpfli
Orbanisierung Europas?


Peter Achten
龍 Lóng - 2012 im Zeichen des Drachen


Patrik Etschmayer
Romneys Kernkompetenz


Patrik Etschmayer
Die Erklärung - für alles


Regula Stämpfli
Verkloppen hätte man die müssen


Peter Achten
Breathless in Peking


Patrik Etschmayer
Idiotie als System


Patrik Etschmayer
Der Rückblick auf das neue Jahr, Juli-Dezember


Regula Stämpfli
Kapitalisten-Gemetzel: Alle Regeln über Bord


Peter Achten
Von der Wahl-Farce zur Reform


Patrik Etschmayer
Der Rückblick auf das neue Jahr: Januar - Juni 2012


Patrik Etschmayer
Das Desaster des Jahres: Fukushima


Regula Stämpfli
Neujahrswunsch: Es reicht


Peter Achten
«Die Sonne des 21. Jahrhunderts»


Patrik Etschmayer
Verlierer 2011: Der gesunde Menschenverstand


Regula Stämpfli
Die Konstruktion eines Bundespräsidenten


Peter Achten
Schock für Nordkorea


Patrik Etschmayer
Gewinner und Verlierer 2011: Die Demokratie



Strategisches Denken Mangelware


Regula Stämpfli
Erwachsener Bundesrat - kindische SVP


Patrik Etschmayer
Die vierte Kraft am Gängelband


Peter Achten
Hilfe für das Grosse Fest


Patrik Etschmayer
Alter Molch mit Aspirationen


Dr. Thomas Binder
Auch ich bin ein Bettwiler und stolz darauf!


Regula Stämpfli
Irre - das Problem sind die Normalen*


Peter Achten
Hunger in den Schlagzeilen


Patrik Etschmayer
Rechnung an den Kreml und ins Weisse Haus


Patrik Etschmayer
Die Krise nach der Krise


Regula Stämpfli
Warum Liebe weh tut


Peter Achten
Brassica Rapa Pekinensis


Patrik Etschmayer
Harte Zeiten für Toni Brunner


Patrik Etschmayer
Schwarzer Dienstag am Kap


Regula Stämpfli
Das eherne Gesetz der Oligarchie


Peter Achten
Gras, Mäuse und tanzende Elefanten


Patrik Etschmayer
Leben in der Surrealität


Patrik Etschmayer
Die Industrielle Re-Revolution


Regula Stämpfli
Friede, Freude, Menschenvernichtung


Peter Achten
G-1 bis G-20


Patrik Etschmayer
Win-Win Situation für braunen Terror


Patrik Etschmayer
Endlich Wandel?


Regula Stämpfli
Starke Partei - Schwaches Personal


Peter Achten
Dicke Luft in Peking


Patrik Etschmayer
Wir Schrumpfköpfe?


Patrik Etschmayer
Wie Demokratie verraten und verkauft wird


Regula Stämpfli
Occupy das Denken


Peter Achten
Rauchen mit Quittung


Patrik Etschmayer
Der schwere, lange Weg zu Demokratie


Patrik Etschmayer
Dümpeln im Limbus des Bekannten


Regula Stämpfli
Schmerzfreie Politik - steriles Leben


Peter Achten
Harmonie und Eingemachtes


Patrik Etschmayer
An der Realität vorbei und von ihr eingeholt


Regula Stämpfli
Stabilität und Nationalbank gewinnen die Wahlen



Morgen sitzen wir mit grossen Augen da



Rot-Weiss-Stämpfli


Patrik Etschmayer
Schweizer massakrieren Schweizer


Regula Stämpfli
Demokratie im Fleischwolf


Peter Achten
MeiMei - «Nebenprodukt der kapitalistischen Kultur»


Patrik Etschmayer
Abfallhalden-Gesellschaft


Patrik Etschmayer
Nein-Nein-Nein


Regula Stämpfli
Tatort Bundesplatz


Peter Achten
Gib uns unseren täglichen Reis


Patrik Etschmayer
Der perfekte Sturm


Patrik Etschmayer
Der Traum-Macher



Demokratisiert die Demokratie - beendet den Krieg gegen den Mittelstand!


Peter Achten
TV-News für Nostalgiker


Patrik Etschmayer
Gevatter Zynismus und sein Bruder


Patrik Etschmayer
Gefahr aus der Klimaanlage


Regula Stämpfli
Kartelle sind kein Kavaliersdelikt!


Peter Achten
Cyberspace und die Partei


Patrik Etschmayer
Der neue alte Stagnations-Zar



Pontifikale Schizophrenie


Regula Stämpfli
Brecht in Luzern, Nabelschau in Zürich


Peter Achten
Die Olive


Patrik Etschmayer
Krawall statt Bärenjagd


Patrik Etschmayer
Wunder benötigt


Regula Stämpfli
Staatsbankrott? Europa-Ausverkauf.


Peter Achten
Buben-Traum



Mimi, Mama, und wir


Patrik Etschmayer
10 Jahre Panik und nichts gelernt


Regula Stämpfli
Welches Recht gilt nun wann und für wen?


Peter Achten
Die Hälfte des Himmels


Patrik Etschmayer
Rettet die Demokratie - weg mit den Parteien!


Patrik Etschmayer/news.ch
Ausgewogener Bullshit


Regula Stämpfli
Baby gepfändet oder Fragen, die nie gestellt werden dürften


Peter Achten
Nachrichten von der «aufstrebenden Supermacht»


Patrik Etschmayer/news.ch
Leere Teller, blutige Strassen


Patrik Etschmayer
Klassenkampf Reloaded