Dienstag, 9. Juni 2026
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Rüstungsexporte angepasst: Die Schweiz beliefert jetzt Kriege

Die Entwicklung der Inflation in der Schweiz 2026 im Zeichen globaler Krisen

Schweizer Velo-Infrastruktur: Zwischen punktuellen Erfolgen und systemischen Mängeln

Wie Kriege unsere Identität nachhaltig formen

Wirtschaft

Top 5 Coiffeure in Zürich: Ein ehrlicher Vergleich (2026)

Beste 4-Sterne-Hotels in Zermatt: Lage, Spa und Ausstattung im Vergleich

Stellenabbau in der Schweizer Pharmabranche: Wie es weiter geht

Sneakerboutiquen: Wie aus Sportschuhen ein globales Kulturgut wurde

Ausland

Rendite trifft Moral: Der Konflikt zwischen Norwegens Ölfonds und Palantir

Schweizer Tourismus 2026: Globale Krisen, lokale Resilienz

Schweizer Rüstungsexporte verzeichnen ein markantes Wachstum

Explodierende Kosten im Iran: US-Rettungsaktion sprengt jede Dimension

Sport

Die vergessene Kraft der Salzlösung

Thomas Flohr und Charles Leclerc: Was die VistaJet-Ferrari-Partnerschaft über Strategie verrät

Tour de Suisse 2026: Die verkürzte Schleife durch die Schweiz

Jagdsaison und Schrotmunition: Was Wetterbedingungen beim Schuss bewirken

Kultur

photo basel 2026: Die Schweizer Kunstmesse für Fotografie im Volkshaus

Die Mirabaud Gruppe eröffnet ihr renoviertes Pariser Hauptquartier an der Avenue Hoche

Die neue Pierre Huyghe Ausstellung Riehen: Ein lebendiges Ökosystem der Kunst

Bildkunst im öffentlichen Raum: Die Zukunft der Streetfotografie und Urheberschutz

Kommunikation

Wie Kunden im Internet seriöse Anbieter von Betrugsseiten unterscheiden

Warum schnelles WLAN heute genauso wichtig ist wie gutes Essen

Stabiles Home Internet auf Baustellen und im Büro: Worauf Unternehmen achten sollten

Die besten Tipps für Reisen bei wechselhaftem Wetter

Boulevard

Sommer in St. Gallen: Wie wird der Garten zur Wohlfühl-Oase?

Die physikalischen Geheimnisse der alpinen Lichtspiele

Mentale Erholung durch Neuro-Wellness

Foodtrend Newstalgia: Alte Rezepte für die moderne Gastronomie neu interpretiert

Wissen

Betriebswirtschafter HF: Aufgaben, Karriere und Lohn in der Schweiz

Wie Kollagen in der Hautpflege die Struktur des Gewebes beeinflusst

Ghostwriter: Wie arbeitet eine moderne Ghostwriting Agentur in der Schweiz?

Die Terminologie der Generativen KI: Schlüsselbegriffe zu ChatGPT

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2026 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Wenn sich Heuchler über Heuchler nerven

Patrik Etschmayer / Montag, 22. August 2011

Die Chinesische Vize-Aussenministerin Fu-Ying hat sich im Nachrichtenmagazin «Spiegel» über die Arroganz des Westens genervt, die China - besonders bei Menschenrechtsfragen - entgegengebracht werde und postulierte, dass Demokratie alleine kein Essen auf den Tisch bringe und im Falle von China dem Volk sogar schädlich wäre. Das Essen auf dem Tisch (beziehungsweise jenes, dass auf dem Tisch sein sollte, aber nicht dort steht), ist etwas, dass für die meisten Menschen die höchste Priorität hat. Vielleicht nicht ganz begreiflich für Menschen, die,wenn sie Hunger haben, an 24 Stunden des Tages kurz mal in den nächsten Tankstellenshop düsen und sich ein Fertiggericht holen können.

Doch in einem Land wie China, in dem der Hunger erst in dieser Generation besiegt worden ist und die meisten Erwachsenen noch Erinnerungen an Hungerzeiten mit sich herum tragen, hat dieses Bewusstsein einen anderen Wert. Der staatliche Interventionismus hat hier offensichtlich in recht kurzer Zeit einen grossen Fortschritt gebracht und Fu-Yings Einwände sind daher nicht aus der Luft gegriffen.

Allerdings: die Hungerzeiten, an die sie erinnert, waren - genau so wie der Aufschwung, der aus diesen hinausführte - ein Resultat einer autokratischen Politik. Es lässt sich daher nur sagen, dass eine autoritär herbeigeführte Kehrtwende die autoritär herbeigeführten Fehlentwicklungen - inklusive Hungerkatastrophen - des Vorgängerregimes einigermassen korrigieren konnten. Die Verfehlungen von Mao Zedong auzuräumen hat China über 20 Jahre gekostet und in China wurde noch gehungert, während auf Taiwan längst die Industrialisierung einen gewissen Wohlstand gebracht hatte.

Zudem verdankt China seinen schnellen Aufstieg vor allem jenen Ländern, denen das Reich der Mitte nun wirtschaftliches Versagen und Heuchelei vorwirft: Den westlichen Demokratien. Ohne das dort geschaffene Kapital in breiten Gesellschaftsschichten, welche einen Konsum der in China gefertigten Produkte möglich gemacht hätten, wäre der kometenhafte Aufstieg des Reichs der Mitte nicht zustande gekommen.

Lohndumping, Rohstoff- und Energiegewinnung ohne Rücksicht auf Verluste, eine Restriktive Importpolitik, systematischer Technologieklau und Missachtung von Patenten und die Währungspolitik trugen zum extrem schnellen wirtschaftlichen Aufstieg Chinas bei, alles Faktoren, welche diese ökonomische Himmelfahrt mit erheblichen Hypotheken belastet hat.

Deshalb darf die Indignation der Vize-Aussenministerin durchaus hinterfragt werden. Wäre der Bürgerkrieg anders ausgegangen und wäre 1949 eine demokratische Regierung eingesetzt worden (wenn dies in der damaligen geopolitischen Situation möglich gewesen wäre), würde es China denn wirklich schlechter gehen als jetzt? Denn dies ist die echte Frage und nicht jene, dass der Westen seit zwanzig Jahren abgestiegen, und China aus dem maoistischen Loch raus gekommen ist.

Die eigentliche Krankheit des Westens ist seit Jahren denn auch die Ent-Demokratisierung und die Etablierung einer neuen Aristokratie und Unterklasse, zwischen denen die Mittelklasse zerquetscht wird, zusammen mit einer politischen Klientelkultur, die jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern kostet und eine offen durch Parteispenden gelebte Korruption, während Bildung, Kreativität und Fortschritt leiden.

Die westlichen Demokratien bewegen sich im Schatten der Wirtschaftskrise schleichend von ihren Idealen und Wurzeln und dem weg, was sie gross gemacht haben, während die chinesische Führung alles tut, nicht an jenen Ort zu kommen, von dem der Westen her kommt.

Der Schluss, der aus dieser kurzen Betrachtung gezogen werden kann ist ebenso ernüchternd wie nicht überraschend: Politiker sind Heuchler, ganz egal woher sie kommen.


 Kommentare 
Ihre Meinung interessiert uns. Machen Sie mit und diskutieren Sie aktiv mit anderen nachrichten.ch Lesern.
» Ihr Kommentar


nachrichten.ch 1

UV-Beständigkeit: Ein Schlüssel für langlebige Outdoor-Werbemittel In der dynamischen Welt der Aussenwerbung spielt die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Eine der grössten Herausforderungen ist die UV-Strahlung, die Materialien im Freien stark beansprucht. Der Fokus liegt darauf, wie UV-Beständigkeit im Jahr 2026 die Langlebigkeit von Outdoor-Werbemitteln beeinflusst und welche strategischen Ansätze dabei eine Rolle spielen. Fortsetzung




Archiv

Patrik Etschmayer
Gute alte Zeit? Warum die Türe zu bleiben muss!


Peter Achten / Peking
Modell für die ganze Welt?


Regula Stämpfli
Es ändert sich nichts


Patrik Etschmayer
GA-CH: Das Halb-Millionen-Franken Schnäppchen


Peter Achten / Peking
Die Grosse Unordnung


Regula Stämpfli
Markt für Flüchtlinge


Patrik Etschmayer
ROSS for Bundesrat?


Peter Achten
«Verantwortungsvoller Atomstaat»


Regula Stämpfli
Armeechefs ohne Demokratie


Patrik Etschmayer
Tipps zum sicheren Abheben


Peter Achten / Peking
Das Jianbing-Staatsgeheimnis


Regula Stämpfli
Abschied von der Konkordanzschweiz


Peter Achten / Peking
Golf mit proletarischem Schwung


Patrik Etschmayer
Die wahren Verfolgten


Regula Stämpfli
Konzernrecht bricht Verfassungsrecht


Patrik Etschmayer
Initiative für die bedingungslose Briefkastenfirma


Peter Achten / Hanoi
Pho von Frau Lam


Regula Stämpfli
Sozialsystem oder Bedingungslosigkeit


Patrik Etschmayer
Drápas für Diktatoren


Peter Achten / Peking
Krasser SwissTaste


Regula Stämpfli
Maurer-Papers: Volksvertreter? Bankensprecher!


Patrik Etschmayer
Regierung oder Waschmaschine?


Peter Achten / Peking
«Das sind keine Träume»


Regula Stämpfli
Bürokratische Monster


Patrik Etschmayer
Tun als ob ... oder einfach tun, ganz ohne 'ob'


Peter Achten / Peking
Eisenbahn der Superlative


Regula Stämpfli
Kontrollieren mich die Tatsachen?*


Patrik Etschmayer
Erdowie, Erdowo, Erdowan!


Peter Achten / Peking
«Rücksichtslos die Axt anlegen»


Regula Stämpfli
Kampf der Kulturen? Welche Kultur denn?


Patrik Etschmayer
Kurssprung der Angst-Aktien


Peter Achten / Peking
Kleines Geschäftchen in der Grossen Halle


Regula Stämpfli
Lobbys machen Lobbykritik


Patrik Etschmayer
Alternative für Drumpf!


Peter Achten / Peking
Realpolitik pur


Regula Stämpfli
Ideologischer Mehltau


Patrik Etschmayer
Gebrauchtwagenhändler als Präsident!


Peter Achten, Bejing
Probleme im Tiefwasser


Regula Stämpfli
Geldsorgen gefährden Ihre Gesundheit


Patrik Etschmayer
SVP lanciert Ende Jahr EAI (Eliten-Ausschaffungs-Initiative)


Peter Achten / Peking
«Wir sind absolut loyal!»



Saudi-Arabien: Franken hui -Flüchtlinge pfui


Patrik Etschmayer
Und alle zusammen: ChuchiCHexit!


Peter Achten / Peking
«Sehnsucht nach Fussball»


Regula Stämpfli
Frauenkörper und Politik


Patrik Etschmayer
Die 500-Euro Frage


Peter Achten
Neunerprobe für die «Lady»


Regula Stämpfli
Rassismus für Glaubwürdige


Patrik Etschmayer
Hassen in der Blase


Peter Achten / Peking
Affen-Kälte - Affen-Hitze


Regula Stämpfli
Schiessbefehl gegen Journalisten


Patrik Etschmayer
Die Quartals-Realität


Peter Achten
Politisch korrekt und stabil


Regula Stämpfli
Demokratie geht immer


Patrik Etschmayer
Reppy for President?


Peter Achten / Peking
«Sichere» Zigaretten?


Regula Stämpfli
Der Politologe schützt das Volk


Patrik Etschmayer
«Keine Präsenz ohne Honorar»


Peter Achten / Peking
Status Quo mit Distanz


Regula Stämpfli
Im Bett mit Varoufakis


Patrik Etschmayer
Wenn der Bösewicht kein «Joker» ist


Peter Achten / Peking
Regionaler Morast in Ostasien


Regula Stämpfli
Speichelpolizei Bern


Patrik Etschmayer
Wenn der Rand ins Zentrum schleicht


Peter Achten / Peking
Tief einatmen!


Regula Stämpfli
Die Vorteile von Menschen mit Menstruationshintergrund


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 2


Peter Achten / Peking
Le Petit Prince à la chinoise


Regula Stämpfli
UBER-Lösung: Die Deklaration der Daten-Unabhängigkeit


Patrik Etschmayer
Rückblick auf das nächste Jahr: Teil 1


Peter Achten / Peking
Hong Kong: Pressefreiheit in Gefahr?


Regula Stämpfli
Die Zeichensprache des Bösen


Patrik Etschmayer
Wo die Wahrheit zum Sterben hin geht


Peter Achten / Peking
Roter Wahlabend in Peking


Regula Stämpfli
Gewählt ist: Hashtag


Patrik Etschmayer
Die faschistische Internationale auf dem Vormarsch


Peter Achten / Peking
Kohl und Kohle - Atemlos


Regula Stämpfli
Einmal Lüge, immer Lüge


Patrik Etschmayer
Sparen wir die Zukunft weg!


Peter Achten / Peking
Der rosarote Hunderter


Regula Stämpfli
Phänomenomics(TM): Viagra übernimmt Botox


Patrik Etschmayer
Mauern mit Donald


Peter Achten
Xi, Obama und das «Great Game»


Regula Stämpfli
Mörderische Ordnungsprinzipien


Patrik Etschmayer
Die Geier des Grauens


Regula Stämpfli
Die Gegenwart der Geschichte


Peter Achten
Dritter Anlauf zur Demokratie



Alles an seinen Platz


Peter Achten / Peking
Nach dem Holz- der Kohle-Ausstieg?


Regula Stämpfli
«Haha» sagt der Clown: Über Dämonen in der Politik


Patrik Etschmayer
Die Suche nach dem Homosexualitäts-Gen: Schwachsinn oder Notwendigkeit?


Peter Achten / Peking
«Es gibt keine Abkürzungen»


Regula Stämpfli
#Wurstgate&Biopolitik


Patrik Etschmayer
Weltuntergangsbeleuchtung oder Chance?


Peter Achten / Peking
Kai Dang Ku - Windelweich


Regula Stämpfli
Rechts«rutsch» dank Finanzkrise


Patrik Etschmayer
Blocher-Clan


Peter Achten / Peking
Grenzen der Armut


Regula Stämpfli
Marke Schweiz: Frauenverhöhnung


Patrik Etschmayer
Akrasia und die Krisen