Montag, 6. Juli 2015
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Nationale Strategie gegen tödliche Gefahr in Spitälern

Grüne grenzen sich von Grünliberalen ab

Experten fordern ehrgeizigere Klimapolitik vom Bundesrat

Die Schattenseiten des Jahrhundertsommers

Wirtschaft

Konsumenten müssen mehr für Glacé und Fruchtgemüse zahlen

Geldaufnahme für südeuropäische Länder nach Griechen-Nein teurer

Stark gestiegener Personalbedarf bei den Banken

Entscheid in Griechenland wirkt sich auf Eurokurs aus

Ausland

EU erwartet neue Vorschlage von Griechenland

Luftangriffe auf Sanaa während Besuchs von UNO-Sonderbeauftragten

Mindestens 44 Tote bei Anschlägen in Jos

Mongolei: Phase der Konsolidierung

Sport

Barnetta hat ein Angebot von St. Gallen erhalten

Bosnisches Talent bei GC im Probetraining

Daytona-Rennen endet mit Horror-Crash

Kein Strafverfahren gegen FCL-Fan

Kultur

Romeo & Julia - das Musical

Sorge um Tochter sprengt Bobby Browns Auftritt

Jane Fonda: Hoppla, ich arbeite ja immer noch!

Gottfried Honegger stellt im Centre Pompidou aus

Kommunikation

Meinungsbildner sind eher schlecht vernetzt

NSA hörte Dutzende Telefone der Regierung Brasiliens ab

Kuba bietet drahtlosen Internetzugang auf öffentlichen Plätzen

LeShop dank Smartphones und Multikanal-Strategie auf Wachstumskurs

Boulevard

Kim Kardashian stinksauer über neue Nacktfotos

Tory Burch: Pariser Frauen sind Stil-Vorbilder

Victoria Beckham: Unerkannt im Supermarkt

Motorrad kollidiert gegen Personenwagen

Wissen

Windturbinen unter Brücken sind sinnvoll

Riechtest diagnostiziert Autismus bei Kindern

Beschriftungen auf Sonnenschutz verwirren Kunden

Zocker brutaler Games wollen mehr Sex

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2015 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Das Desaster des Jahres: Fukushima

Patrik Etschmayer / Freitag, 30. Dezember 2011

Es war ein Jahr, an dessen Ende es wahrlich nicht einfach ist, das Top-Desaster auszusuchen: Griechenland wäre in Toto ein Kandidat, ebenso Merkozy oder die ganze Schar an Republikanischen Präsidentschaftsbewerbern. Von dem her ist es etwas willkürlich, Fukushima, beziehungsweise die auf unserer Seite der Welt wahrgenommene Version von der Nordjapanischen Atomkatastrophe, auszuwählen.

Doch die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen muss ein echtes Desaster eines sein: Vermeidbar. Ansonsten ist es eine Katastrophe. So waren das 9.0er Erdbeben und der Tsunami, welche weite Teile der Küste verwüstet und unglaubliches Leid verursacht haben, Katastrophen. Doch die Atomkatastrophe in Fukushima Dai Ichi hätte nicht passieren müssen. Ja, sie hätte nicht passieren dürfen.

Was am Anfang als logische Atomkatastrophe angesehen wurde, welche die Schwächen der Atomtechnik an sich gnadenlos enthüllt hatte, stellte sich immer mehr als eine Serie von grob fahrlässigen Fehlern heraus, die aus einer Not-Abschaltung eines AKW's ein Desaster unglaublichen Umfangs werden liess.

So war zum Beispiel durchaus bekannt, dass in dieser Gegend etwa alle hundert Jahr mit einem solchen Tsunami zu rechnen wäre. Ja, es standen alte Stein-Stelen an den Küstenhängen mit der eindringlichen Warnung, nicht tiefer unten zu bauen, da ein Tsunami schon mal alles weggespült hatte.

Dass private Hauseigentümer diese Warnungen missachteten ist, wenn sich nicht mal mehr der Grossvater an den letzten Tsunami erinnern kann irgendwie nachvollziehbar. Dass aber die Betreiber einer Atomanlage die Notstromanlagen nicht ausserhalb der Gefahrenzone oder sicher Eingebunkert anlegen, ist schlicht unglaublich. Dass sie es zudem Versäumen, die Schutzhüllen mit für diese Reaktoren international anerkannten und seit Jahrzehnten erhältlichen Sicherheitsventilen auszustatten (vermutlich um ein paar Milliönchen zu sparen), schlägt dem Fass den Boden aus. Und dass die Atomsicherheitsbehörde von Japan sich scheinbar nicht im geringsten um diese gravierenden Sicherheitsmängel gekümmert hat, ist geradezu surreal.

Das Desaster breitete sich denn über die ganze Welt aus. Dass alle Atomanlagen einer kritischen Überprüfung unterzogen wurden, war nur die logische Folge. Doch schon lange vor diesen Tests waren die Folgerungen in der Politik und Öffentlichkeit bereits gemacht: Bei uns würde die Atomkraft abgeschafft. Doch im Gegenzug verzichteten weder China noch Indien noch sonst welche Schwellenländer auf die Energie aus dem Atom. Was einfach heisst, dass dort, wo die Behörden noch weniger genau auf die Sicherheit schauen als in Japan, jede Menge neue Atommeiler hochgezogen werden. Mit der möglichen Folge, dass in Zukunft auch mehr hoch angereichertes Spaltbares Material in Umlauf kommt.

Unterdessen stehen die Ausstiegs-Fahrpläne fest, aber es vermag irgendwie niemand konkret zu sagen, wie in Zukunft die Europäische Schwer- und Chemieindustrie genau ihre Energie bekommen wird. Vermutlich wird - irgendwie nicht besonders grün - auf fossile Energieträger umgestellt, weil diese momentan immer noch billiger und besser skalierbar als die erneuerbaren Alternativen sind.

Zudem ist der Widerstand gegen Windräder, Solaranlagen, ja sogar Geothermie in der Schweiz fast so gross wie gegen AKW's, ganz nach dem Motto: Ich will keine Kraftwerke, denn mein Strom kommt aus der Steckdose.

So stellt sich derzeit scheinbar niemand die Frage, ob die Folgen für das Weltklima nicht NOCH kostspieliger sein werden als mögliche atomare Folgen. Während sich hier immer noch gewisse Kreise den Luxus ideologischer Diskussionen um die Existenz eines anthropogen Verursachten Klimawandels leisten, oder diese Möglichkeit gleich ganz ignorieren, herrscht dagegen in Australien - einer Nation, deren Reichtum zu einem grossen Teil auf fossilen Brennstoffen beruht, und durchaus Gründe hätte, den Klimawandel zu ignorieren - eigentlich kein Zweifel mehr daran, dass diese existenzbedrohende Folgen haben kann: Jahrelang anhaltende Dürren im Osten und Rekordniederschläge mit Überflutungen im Norden und Westen haben die Diskussionen verstummen lassen. Die Idee, dass Europa nun für einige Jahrzehnte wieder mehr CO2 in die Atmosphäre pumpen wird (zusätzlich zu der in Indien und China immer mehr verheizten Kohle), dürfte die Aussies kaum Entzücken.

Atomenergie war aus politischen Gründen in Europa schon lange ein Auslaufmodell. Aber ein echtes Exit-Szenario war nie erarbeitet worden. Stattdessen wurde mit Übergangsfristen jongliert und Laufzeiten mehr oder weniger Willkürlich verändert - bis nach Fukushima alles hinfällig wurde. Auch jetzt existieren vor allem blumige Zielwerte, deren Realisierung mehr Wunsch als Wirklichkeit sein dürften.

Das Fukushima Desaster hat viele hässliche Facetten: Kontamination, Verunsicherung, politischen Aktionismus, Verquickung von Politik und Industrie... doch eventuell ist jene, welche enthüllte, wie völlig planlos unsere Energiezukunft eigentlich ist, ganz nützlich.

Ausserdem enthüllte dieses Desaster beispielhaft, was momentan alles bei den Verwicklungen von Wirtschaft und Politik, bei Konflikten von öffentlichem und privatem Interessen im Argen liegt. Das Besondere daran war das Ausmass des Desasters, die stetige Enthüllung neuer Versäumnisse, die Serie an Rücktritten und der Mangel an Verantwortung, der fast täglich offensichtlicher wurde.

Und nein, das ist nicht nur in Japan die Regel... diese Art von Desaster ist mittlerweile zur Normalität geworden. Allerdings explodieren diese nicht live im Fernsehen...


 Kommentare lesen (2 Beiträge)
· Sie haben RechtStesonSo, 01.01.2012 13:02
· Weitergehende AnalyseKlausErmeckeSo, 01.01.2012 06:44
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Peter Achten / Peking
Mongolei: Phase der Konsolidierung


Regula Stämpfli
7500 Euro pro Monat


Patrik Etschmayer
Weiss-Kragen-Terrorismus


Peter Achten / Peking
Wenig Reis, Kartoffeln, Mais und Weizen


Regula Stämpfli
Das N-System:Verboten, aber nicht verschwunden


Patrik Etschmayer
Komet Menschheit


Peter Achten / Peking
Die Pandora-Büchse Hongkong


Regula Stämpfli
§EuGH erlaubt OMT§ oder GeldGott ist rechtens


Patrik Etschmayer
Neidisch auf den IS


Peter Achten / Peking
Lebenslänglich für den Paten


Regula Stämpfli
Was aus FIFA und BP lernen?


Patrik Etschmayer
Beziehungs-Weise?


Peter Achten / Peking
Revolution im Raucherparadies


Regula Stämpfli
On What Matters: Zum Tod von Norbert Neininger


Patrik Etschmayer
Der wahre Verteidiger der Demokratie


Peter Achten / Peking
Der Gewerbe-Pinocchio


Regula Stämpfli
Geschlossene Gesellschaft: Tour de Geldmann



Kultur ist die letzte Chance


Peter Achten
Multipolarer Friede


Regula Stämpfli
Wenn Geld nicht mehr stinken kann


Patrik Etschmayer
Pyromane als Feuerwehrchef


Peter Achten / Peking
Auf der Suche nach Hoffnung


Patrik Etschmayer
Die Schweiz sucht den Super-Lobbyisten


Regula Stämpfli
Causa Markwalder und ihre Folgen


Peter Achten / Peking
«Maritime Demokratie» mit Zukunft


Regula Stämpfli
Behördlicher Hang zum Selbstbetrug


Patrik Etschmayer
Kreditkartenterminal ersetzt Herz


Peter Achten / Peking
Der «kleine Drache» erwacht


Regula Stämpfli
Mephisto als Weichpuppe - Ackermann erneut vor Gericht


Patrik Etschmayer
Sparschwein klammern im Rigor Mortis


Peter Achten / Peking
Der chinesische Schuldenberg


Regula Stämpfli
Lieber zwangsverheiratet als bei Tinder weggewischt


Patrik Etschmayer
Zum Schaden von (fast) allen


Peter Achten / Peking
Chefsache Fussball


Regula Stämpfli
Weshalb Journalisten ihre Jobs verlieren


Patrik Etschmayer
Das Hunger-Jubiläum


Peter Achten / Peking
Zwei Dalai Lamas?


Regula Stämpfli
Die Macht der Magermodels


Patrik Etschmayer
Die vaterländische Speerspitze


Peter Achten / Peking
Asiens neue Zukunft


Regula Stämpfli
Wahlen können Ihre Zukunft gefährden


Patrik Etschmayer
Produkt «Wahrheit»


Peter Achten / Peking
Das Singapur-Modell


Regula Stämpfli
Städte, die nach Gefängnis riechen


Patrik Etschmayer
Die Putinisierung der Schweiz?


Peter Achten / Yangon
Friede und Stabilität gefährdet


Regula Stämpfli
Montecristos Aktualität


Patrik Etschmayer
Solidarität für einen «Knob»


Peter Achten / Peking
Prügel-Orgie und Demokratie


Regula Stämpfli
Apple is Watch(ing) you


Patrik Etschmayer
Klimawandel verboten!


Peter Achten / Peking
«Was ist Smog? Was können wir tun?»


Regula Stämpfli
Schweizer Geschichte - auslaufend


Patrik Etschmayer
Meuchelmord an Humanismus und Aufklärung


Peter Achten / Peking
«Die 4 Umfassenden»


Regula Stämpfli
TTIP: Das Ermächtigungsgesetz Europas


Patrik Etschmayer
Das Winter-Kicker-Kalkül


Peter Achten / Peking
«Das Leben respektieren»


Regula Stämpfli
Die Relevanz der Ombudsstelle


Patrik Etschmayer
Fertig mit dem Lavieren


Peter Achten / Peking
Die Holz-Ziege


Regula Stämpfli
Politik geht durch den Magen


Patrik Etschmayer
Das Diktatoren-Problem


Peter Achten / Peking
Wie rot ist China?


Regula Stämpfli
Du Pornopuppe, ich Imam


Peter Achten
China-Rösti


Regula Stämpfli
Algorithmen verhaften! Now!


Patrik Etschmayer
Gesundheit!


Peter Achten / Peking
«Prinzipienlose Satire - Nein»


Regula Stämpfli
Tells globales Luxusprodukt: Schweizer Franken


Patrik Etschmayer
Der Teer ist schnell aufgewärmt...


Peter Achten/Peking
Kalender-Geschichten


Regula Stämpfli
Das Bild ist nicht unschuldig


Patrik Etschmayer
Charlie, Lassana und ein Trostpreis (der nicht kommen dürfte)


Peter Achten / Yangon
Politischer Kampf auf dem Teak-Parkett


Regula Stämpfli
Gelebter Koran? Nur in Europa und Israel!


Patrik Etschmayer
Leben in der Economy-Class


Peter Achten / Peking
Das «Gelbe Buch der Weltwirtschaft»


Regula Stämpfli
Hollywood und Folter


Patrik Etschmayer
Nicht KI sollte uns fürchten machen, sondern KB


Peter Achten / Peking
Pekinger Metro: Schön und etwas teurer


Regula Stämpfli
2014: Aussitzen ersetzt Verantwortung


Patrik Etschmayer
Annus horribilis - und wie


Peter Achten/ Peking
In Vino Veritas


Regula Stämpfli
Der Börsencrash und seine Folgen in Europa


Patrik Etschmayer
Frohes Explodieren



Träume und Albträume


Regula Stämpfli
Der neoliberale Mopedfahrer


Patrik Etschmayer
Der rutschige Hang


Peter Achten / Peking
Das Buch der Bücher aus China


Regula Stämpfli
Von Plankton, Diven und politischer Macht


Patrik Etschmayer
Zeit für eine Abwechslung


Peter Achten / Peking
7 Prozent plusminus


Regula Stämpfli
Vampirismus im Europäischen Parlament


Patrik Etschmayer
Die verdammte Moral


Peter Achten/ Mandalay
Realpolitik in Myanmar


Regula Stämpfli
Gewalt und Geist


Patrik Etschmayer
Die verdammten Fakten


Peter Achten
Whatsapp Müller - Blüemlisalp Widmer


Regula Stämpfli
Rumänin pfui, Luxemburg hui