Montag, 2. März 2015
VADIAN.NET, St.Gallen



Nachrichten.ch

Aktuell

Forum


Inland

Referenzzinssatz bleibt auf Rekordtief

AKW müssen monatlich Radioaktivität offenlegen

Burkhalter: Terrorismus muss an der Wurzel bekämpft werden

Strafverfahren gegen Hans Fehr eingestellt

Wirtschaft

SpaceX bringt zwei Kommunikationssatelliten ins All

Warum muss Papa so viel arbeiten?

Gasland (2010)

Bussen für Liechtensteinische Landesbank

Ausland

Demo gegen Wohnungsnot

Edathy kauft sich im Kinderporno-Verfahren frei

Grossoffensive der irakischen Armee

Griechen könnten im März erstes Geld erhalten

Sport

Valencia bietet 63 Millionen für Falcao

Fenninger lässt Maze erneut hinter sich

Bacsinszky bestklassierte Schweizerin

Carter mit Jahresweltbestleistung im Kugelstossen

Kultur

Erstes Lollapalooza-Festival in Berlin

Ob eine Prostituierte Julia Stiles helfen kann ...?

Serge Gainsbourg - Slogan (1969)

Mani Matter - Ein Porträt (1973)

Kommunikation

Samsung präsentiert Galaxy S6 und S6 Edge

«ROBEAR»: Robo-Teddy als Altenpfleger

Ikea will drahtlose Ladestationen in Möbel einbauen

Regierungspartei gewinnt in Estland

Boulevard

Explosion in Wohnmobil

Frontalkollision in Schwerzenbach

Azealia Banks will ihr Temperament zügeln

Taylor Swift wird Patentante

Wissen

Gehirn reagiert schneller auf Tiere als auf Objekte

Bluterkrankheit: Behandlung im Mutterleib denkbar

Flexible Nanosensoren revolutionieren Wearables

Wissenschaftler entdecken Gene für Fettleibigkeit

Wetter


Kolumne


Internes

Impressum


Werbung


Publireportagen


Newsfeed


Die veröffentlichten Inhalte sind ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Die Vervielfältigung, Publikation oder Speicherung in Datenbanken, jegliche kommerzielle Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet.

Nachrichten.ch (c) Copyright 2015 by news.ch / VADIAN.NET AG

Kolumne


Verkloppen hätte man die müssen

Regula Stämpfli / Mittwoch, 11. Januar 2012

Der Kampf um die Nationalbank ist ein Kampf um ökonomische Wahrheiten. Dumm daran ist nur, dass die Wirtschaftswissenschaften für Fakten in etwa so empfänglich sind wie Opus Dei für Frauengleichstellung. Bei der Absetzung des Nationalbankpräsidenten durch die Rechtspopulisten ging es im wesentlichen um den Kampf der menschenverachtenden Monetaristen gegen die klassisch liberalen, um Realwirtschaft bemühten Volkswirtschaftler. Dass die Monetaristen, welche 2008 die Kernschmelze unserer globalen Ökonomien verursacht haben, nicht nur weitermachen wie bisher, sondern die Inquisition auch auf die ehemaligen Verbündeten erstrecken, macht ungewöhnliche Erklärungen notwendig.

Noch heute könnte ich mich ohrfeigen. Dafür, dass wir die pickelgesichtigen Wirtschaftswissenschaftler, die bei Schopenhauer zuerst an einen Bierhumpen dachten, nicht ernst genommen haben. Verkloppen hätte man die müssen, diese Druckser, Nicht-Denker, Karrieristen, die sich gegen ihre grossen ideologischen 68er Brüder und Schwestern nur mit dem Ruf nach Geld und Prostitution wehren wollten. Fassungslos sieht meine Generation der 40er plus, wie ausgerechnet diese faden Nicht-Männer Machtpositionen errungen haben. Zwar amtierten auch vor dem Globalisierungsschub 1999 schon einige Weicheier als Chefs, Professoren, Vorstände, Aufsichtsräte, hohe Ministerialbeamte und Militärs. Doch seit der Einführung von Bologna 1999 werden in den Wirtschafts-, Politik- und Geschichtswissenschaften, leider auch in Philosophie und Juristerei, Weicheier sogar europäisch zertifiziert.

Seit 1999 berufen Bürokraten mit Vorliebe Kastraten. Wenn sie einmal hochkommen, verleihen sie den Hohlköpfen Nobelpreise für eine Finanzwissenschaft, die auf mathematischem Nichts basiert.

Deshalb:

Die damaligen und heutigen 30 Prozent der klugen Menschen, die in den 1980ern die starren ideologischen Debatten der 68er aufgebrochen haben, müssen sich ständig selber ohrfeigen. Immer wieder. Dafür, dass sie über diese mickrigen Kleingeister mit ihren lächerlichen, schlagenden Verbindungen und über die neopatriarchalen Masturbationsakrobaten nur gelacht haben. Dafür, dass sie einige dieser Kerle aus Mitleid sogar in der eigenen Wohngemeinschaft haben mitessen lassen, immer in der aufklärerischen Haltung, dass der Mensch im Kern doch eigentlich gut sei. Dabei weiss man doch, dass aus Mitessern mit der Zeit hässliche Pickel werden.

Genau die Typen tummeln sich aber nun mit ihren Freunden dreist und unbekümmert im IWF, im schweizerischen Nationalfonds, in den Expertenkommissionen und in einigen Chefetagen der Medien. Diese unfertigen Menschen, die Peter Pan so verstehen, dass sie nicht nur Kinder bleiben, sondern die Verantwortung immer und allesamt einer Herrschaft des Niemands übergeben dürfen, drücken uns weiter und weiter und weiter.

Eben. Verkloppen hätte man sie sollen. Wieder und wieder. Damit ihnen klar geworden wäre, wie schäbig sie sind. Wie dreckig. Wie unendlich beschämend für das schöne Menschengeschlecht. Hätte das etwas genützt? Wahrscheinlich nicht. Doch so können wir nur uns selber ohrfeigen. Weil wir die Zeichen der Zeit in unendlicher Naivität und in Verkennung der wirklichen menschenfeindlichen Macht übersehen haben. Aber vielleicht ist diese Macht gerade deswegen so perfide, weil sie sich hinter rationalen Mechanismen als Normalität tarnt.

Wahrheit wird zur Lüge, Lüge wird zum Paradigma erklärt. Angesichts des grassierenden Zynismus, der überall als Realität verkauft wird, schaue ich zurück. Und ja: Wir haben die Chance verpasst. Wir Gutmenschen, die uns selber verwirklichten, tolle Kinder aufzogen, und uns in immer spannenderen Projekten, Büchern, Kunst und Diskursen verloren, waren blind. Denn die Anderen, die Kleingeister haben uns mittlerweile die Möglichkeit genommen, Grosses auch nur zu denken. Wir haben uns potemkinsche Dörfer einer schönen neuen Welt gebaut. Wir haben hingenommen, das richtig und falsch nicht mehr sinnlich und direkt ausgelebt, sondern nur noch innerhalb eines Rechts- und Technokratiekomplexes anonymisiert ausgehandelt werden. Damit sind wichtige Entscheide jeder persönlichen Verantwortung beraubt.

Eben. Wir hätten sie alle mehr verkloppen sollen. Das hätte nicht der Aufklärung und dem Pazifismus entsprochen, doch unsere Gegenwart vielleicht erleichtert.


 Kommentare lesen (17 Beiträge)
· Wirr und elitär?keinschafMi, 21.03.2012 01:16
· Wirr und elitärJasonBondDi, 20.03.2012 21:22
· Ein subtiler Aufruf zur...keinschafMo, 19.03.2012 21:21
· Was ist passiert?mingtsedungDi, 31.01.2012 20:42
· AngriffochgottMo, 16.01.2012 12:25
· Ach Gottchenzombie1969Mo, 16.01.2012 08:50
· Meine Güte!?!Auslandschwe...Do, 12.01.2012 14:58
· Lügen und WahrheitJasonBondDo, 12.01.2012 11:40
· Und...Midas?JasonBondDo, 12.01.2012 10:46
· Und...JB?MidasMi, 11.01.2012 23:25
» 7 weitere Beiträge
» Mitreden


nachrichten.ch 1

«Ausländer-Kredit» für Investitionen in der Heimat? Immer öfter - gerade auch vor den Ferien - wird das Beratungsteam von kredit.ch angefragt, ob auch in der Schweiz lebende Ausländer die Möglichkeit haben, einen günstigen, fairen Kredit zu erhalten. Fortsetzung




Archiv

Peter Achten / Peking
«Die 4 Umfassenden»


Regula Stämpfli
TTIP: Das Ermächtigungsgesetz Europas


Patrik Etschmayer
Das Winter-Kicker-Kalkül


Peter Achten / Peking
«Das Leben respektieren»


Regula Stämpfli
Die Relevanz der Ombudsstelle


Patrik Etschmayer
Fertig mit dem Lavieren


Peter Achten / Peking
Die Holz-Ziege


Regula Stämpfli
Politik geht durch den Magen


Patrik Etschmayer
Das Diktatoren-Problem


Peter Achten / Peking
Wie rot ist China?


Regula Stämpfli
Du Pornopuppe, ich Imam


Peter Achten
China-Rösti


Regula Stämpfli
Algorithmen verhaften! Now!


Patrik Etschmayer
Gesundheit!


Peter Achten / Peking
«Prinzipienlose Satire - Nein»


Regula Stämpfli
Tells globales Luxusprodukt: Schweizer Franken


Patrik Etschmayer
Der Teer ist schnell aufgewärmt...


Peter Achten/Peking
Kalender-Geschichten


Regula Stämpfli
Das Bild ist nicht unschuldig


Patrik Etschmayer
Charlie, Lassana und ein Trostpreis (der nicht kommen dürfte)


Peter Achten / Yangon
Politischer Kampf auf dem Teak-Parkett


Regula Stämpfli
Gelebter Koran? Nur in Europa und Israel!


Patrik Etschmayer
Leben in der Economy-Class


Peter Achten / Peking
Das «Gelbe Buch der Weltwirtschaft»


Regula Stämpfli
Hollywood und Folter


Patrik Etschmayer
Nicht KI sollte uns fürchten machen, sondern KB


Peter Achten / Peking
Pekinger Metro: Schön und etwas teurer


Regula Stämpfli
2014: Aussitzen ersetzt Verantwortung


Patrik Etschmayer
Annus horribilis - und wie


Peter Achten/ Peking
In Vino Veritas


Regula Stämpfli
Der Börsencrash und seine Folgen in Europa


Patrik Etschmayer
Frohes Explodieren



Träume und Albträume


Regula Stämpfli
Der neoliberale Mopedfahrer


Patrik Etschmayer
Der rutschige Hang


Peter Achten / Peking
Das Buch der Bücher aus China


Regula Stämpfli
Von Plankton, Diven und politischer Macht


Patrik Etschmayer
Zeit für eine Abwechslung


Peter Achten / Peking
7 Prozent plusminus


Regula Stämpfli
Vampirismus im Europäischen Parlament


Patrik Etschmayer
Die verdammte Moral


Peter Achten/ Mandalay
Realpolitik in Myanmar


Regula Stämpfli
Gewalt und Geist


Patrik Etschmayer
Die verdammten Fakten


Peter Achten
Whatsapp Müller - Blüemlisalp Widmer


Regula Stämpfli
Rumänin pfui, Luxemburg hui


Patrik Etschmayer
Die erste Geige im Steuerfluchtkonzert


Peter Achten
«Arbeitet, arbeitet, arbeitet!»


Regula Stämpfli
Wissenschaft? Lobbyismus!


Patrik Etschmayer
Nachhaltigkeitshelfer im Shopping-Center


Peter Achten
Dicke Luft in Peking: Durchatmen!


Regula Stämpfli
Die Stadt Bern und das Blut der Demonstranten


Patrik Etschmayer
Das Kalifat des Kapitals


Peter Achten
Der lange Weg zur «Herrschaft des Rechts»


Regula Stämpfli
Die Kritik der zynischen Kafferahmdeckeli


Patrik Etschmayer
Wettbewerbs-bevorteilender Selbstmord


Peter Achten
«Rechtsstaatlichkeit ist ein Muss»


Regula Stämpfli
Vom Apple zum Ei


Patrik Etschmayer
Erdogan und die Brandstifter


Peter Achten
Ascot in China?


Regula Stämpfli
Schawinquisition light


Patrik Etschmayer
Marode Fassade eines verfallenden Hauses


Peter Achten
Ordnung, Chaos, Liebe und Frieden


Regula Stämpfli
Demokratie geschüttelt, nicht gerührt


Patrik Etschmayer
iToast als Hoffnungsspender


Peter Achten
Zwerg mit Ausstrahlung


Regula Stämpfli
Freihandel mit Folterwerkzeugen


Patrik Etschmayer
Der Niedergang der Pfuftaler Tageszeitung


Peter Achten
Xi und Franz: Optimismus Urbi et Orbi


Regula Stämpfli
Wenn die Ukraine in «Afrika» läge...


Patrik Etschmayer
Die irre Mörderbande und ihr Publikum


Peter Achten
Pilcher politisch


Regula Stämpfli
Was Isis und Schwyz gemeinsam haben


Patrik Etschmayer
Die Megadürre und der Hedgefonds


Peter Achten
Demokratie mit chinesischen Besonderheiten


Regula Stämpfli
Wann beginnt das Barbarentum?


Patrik Etschmayer
Das alternative Wissen der JSVP


Peter Achten
Gaotie - Träumende Ingenieure


Regula Stämpfli
Voltaire gegen Die Früchte des Zorns


Patrik Etschmayer
Distanzieren, was das Zeug hält


Peter Achten
English First - wirklich?


Regula Stämpfli
Wenn Penisse sprechen, verstummt die Demokratie


Patrik Etschmayer
Lockere Hosenladen und digitale Inkompetenz


Peter Achten
Der letzte Sargnagel?


Regula Stämpfli
Landesrecht vor Freihandel



Gesunde Distanz


Peter Achten
Meister Kang im freien Fall


Regula Stämpfli
Globales Vorbild: Argentinische Mütter und Grossmütter


Patrik Etschmayer
Der Tod des Sommerlochs


Peter Achten
«Nationale Schande»


Regula Stämpfli
Wie dem Land die Kuhschweizer ausgehen


Peter Achten
Marxist, Muslim, Hindu: Asiatische Experimente


Reta Caspar
Caritas-Legende


Regula Stämpfli
Einige Tote sind gleicher als andere ...


Peter Achten
Marxismus hin, Marxismus her


Regula Stämpfli
Die EU-Kommission des Schreckens


Patrik Etschmayer
Von der Kindersarg-Lobby


Peter Achten
Ohne Guanxi: Banca Rotta


Regula Stämpfli
Fussballtaugliches Jodeln


Peter Achten
«Jokowi» und der General