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Kolumne


Die Erklärung - für alles

Patrik Etschmayer / Freitag, 13. Januar 2012

Wer sich in den letzten Wochen... nein, machen Sie daraus Monate, oder besser noch Jahre. OK. Nochmals. Also: Wer sich in den letzten Jahren nicht gefragt hat, ob die Welt langsam aber sicher den Verstand verliert, in einem Gestrüpp von ideologischer Irrationalität und wirtschaftlichem Fieberwahn, liegt vermutlich in einem Koma. Für alle anderen ein Hinweis: In solchen Situationen ist in der Regel eine Religion nicht weit weg. Doch lassen sich als Grund-Ursachen diesmal weder die bewährten Massenmörder unter dem Kreuz oder dem Halbmond finden. Stattdessen hat sich eine neue Religion heraus gebildet. Ich beschrieb schon vor Langer Zeit in einer Kolumne, dass heutzutage das Wort «Markt» wir früher das Wort Gott verwendet wird.

Wenn der Markt immer recht hat und automatisch allen Wohlstand bringe, wie es gerne von Neo-Liberalen Hohepriestern verkündet wird, dann hätte das Amerika des späten 19. Jahrhunderts ja ein Paradies sein müssen. War es aber nicht. Stattdessen bildete sich damals eine Feudalklasse heraus, die noch heute an der Ostküste den Geldadel stellt und auf der anderen Seite verreckten Arme Leute auf der Strasse. Die Feuerwehr löschte nur die Häuser jener, die ein Abo bei ihr hatte und wer im Winter auf der Strasse verhungerte, verhungerte eben. Ebenso gab es bereits damals Rezession und Börsenkollapse.

Doch solche historischen Hässlichkeiten werden gerne ausgeblendet, wenn dem «befreiten Markt» das Wort gesprochen wird. Dass seit drei Jahren Neo-Liberale non-stop daran sind, die momentane Krise als Folge einer Über-Regulation zu bezeichnen, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass hier Pseudo-Religiöse Tendenzen am Werk sind: Eine solche Behauptung nach der längsten Phase globaler De-Regulation zu äussern, ist geradezu absurd - absurd in einer Weise, wie man sie ansonsten bei Evolutionsdebatten mit Kreationisten erleben kann.

Dazu passen denn auch die unablässig wiederholten Behauptungen, dass es allen besser gehe, wenn die Reichen noch reicher würden und die reflexhaften Reaktionen auf «Ungeheuerlichkeiten» wie der Erbschaftssteuer auf grosse Vermögen (eine gute Antwort auf die Frage, wie viel mal denn dieses Geld versteuert werden solle, wäre: wenigstens ein mal).

Wenn jemand zu behaupten wagt, dass Gewinnmaximierung nicht unbedingt das beste für eine Firma sein muss, wird diese Person im besten Fall verlacht, im schlimmsten Falle (wenn die Position, in der sie sich befindet genug einflussreich ist) nieder gemacht und öffentlich zerstört.

Statt Tieropfer zu machen, ist es heutzutage scheinbar opportun, Menschen auf dem Altar der Gewinnmaximierung ausbluten zu lassen. Dabei bleibt für immer mehr immer weniger übrig und es ist offenbar auch in Ordnung, mit Grundnahrungsmitteln so zu spekulieren, dass zwar die Produzenten weniger verdienen und die Konsumenten mehr zahlen müssen (oder eben Hungern), aber dafür die Terminhändler in der Mitte mehr verdienen.

Gerechtfertigt wird dies mit dem neuen Gott, dem Markt, dessen Volumina (nimmt man Währungs-, Derivaten und andere spekulative Märkte zusammen), die globale Real-Wirtschaftsleistung um das Hundertfache und mehr überschreiten.

Dass sich - man sehe nur die von vielen Banken mit gepushter Verschuldung zahlreicher Staaten an - an diesem Irrsinn auch die Politik beteiligen würden, war dabei sonnenklar. Und genau wie religiöse Würdenträger und Laienprediger nicht müde werden, gequirlten Quatsch, der längst als falsch bekannt ist, zu verzapfen, oder den Missbrauch von Kindern zu verniedlichen, so verteidigen auch die Vertreter des neoliberalen Pseudogottes diesen durch Stein und Bein, auch wenn schon allen die Trümmer der letzten Explosionen noch um die Ohren fliegen.

Rationales Denken scheint einfach zu mühsam (oder nicht lukrativ genug) zu sein. Der Ersatz einer ständigen, anstrengenden Analyse dessen, was sich ereignet und ein mühsamer Abgleich der Wahrnehmung mit den Fakten durch dümmliche Glaubenssätze funktioniert nicht: Weder bei Weltfragen noch in der Ökonomie. Doch er erklärt so einiges... mithin alles, was in die Hose geht.




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