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Irak - Nach der Parlamentswahl droht dem Irak ein monatelanges Machtvakuum: Gleich drei starke Lager streben in die Regierung. Das offizielle Ergebnis wird allerdings nach der überraschend hohen Wahlbeteiligung von 62,4 Prozent erst am Donnerstag erwartet.
fest / Quelle: sda / Montag, 8. März 2010 / 08:34 h
Während erste Gruppen zumindest Teilerfolge für sich beanspruchten, bereiteten sich diverse Fraktionen hinter den Kulissen bereits auf den anstehenden Poker um Ämter und Zuständigkeiten vor.
Experten befürchten, dass es Wochen, wenn nicht Monate dauern wird, bis eine neue Regierung steht - angesichts der nach wie vor labilen Sicherheitslage in dem erdölreichen Golfstaat eine denkbar ungünstige Ausgangslage.
Dennoch sah US-Präsident Barack Obama im Ablauf der Wahl, bei der 38 Menschen durch Anschläge sunnitischer Aufständischer ums Leben kamen, eine Bestätigung für seinen Zeitplan zum Abzug der amerikanischen Truppen.
Obama: «Meilenstein»
Ungeachtet einiger Zwischenfälle hätten die irakischen Sicherheitskräfte schwere Anschläge am Wahltag verhindert, sagte Obama. Die Wahl sei «in jeder Hinsicht ein Meilenstein» für das Land.
Es wurde nicht erwartet, dass eine Partei die Wahl für sich entscheiden kann. Damit könnten sich die Verhandlungen über eine Regierungsbildung länger hinziehen als nach der Abstimmung 2005.
US-Präsident Barack Obama: «Irak hat sehr schwierige Tage zu bewältigen.» /
Damals hatte die junge Demokratie fünf Monate gebraucht, um eine Koalition zu bilden.
Maliki und INA gleich auf
Zu den Favoriten der Wahl zählte das Parteienbündnis Rechtsstaat von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Dessen Sprecher sagte, das Bündnis führe in Bagdad und den schiitisch geprägten Provinzen im Süden und liege damit zumindest dort auf Kurs.
Maliki steht in scharfer Konkurrenz zu seinen ehemaligen schiitischen Verbündeten der Irakischen Nationalallianz (INA), der der mächtige Oberste Islamisch-Irakische Rat angehört (ISCI). Aus diesem Lager verlautete, Maliki und die INA lägen bislang gleichauf.
Reformorientiertes Bündnis auf Platz 3
An dritter Stelle liegt demnach das reformorientierte Bündnis Al-Irakija um den früheren schiitischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi. Zu diesem Lager gehören auch bekannte Sunniten wie Vizepräsident Tarek al-Haschemi.
19,8 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, aus mehr als 6000 Kandidaten die 325 Abgeordneten zu wählen.
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