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Weisse Westen für frühere UBS-Chefs

Zürich - Bei der UBS sollen die Manager und Verwaltungsräte der Ära Ospel nun auch von den Aktionären aus der Verantwortung entlassen werden. Dies beantragt die Grossbank der Generalversammlung vom 14. April.

ade / Quelle: sda / Donnerstag, 18. März 2010 / 08:09 h

Neben der Entlastung für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen die Aktionäre auch die aufgeschobenen Dechargen für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 erteilt werden, wie aus der Einladung zur GV zu entnehmen ist.
Folgen die Aktionäre diesem Antrag, wären auch die früheren Führungskräfte Marcel Ospel, Peter Kurer, Peter Wuffli und Marcel Rohner wegen ihrer Rolle bei der Beinahe-Pleite der Bank aus dem Schneider.
Ex-Management nicht einklagen
Die neue Führung der Grossbank um Konzernchef Oswald Grübel und Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger hatte bereits im Dezember angekündigt, sie werde ihr Ex-Management nicht einklagen.
Der Entscheid betrifft nicht nur den rechtlichen Schlamassel in den USA, sondern auch die minderwertigen US-Wertpapiere, welche die UBS in grossem Umfang in der Bilanz hatte. Diese Subprime-Papiere machten die Rettungsaktion der Eidgenossenschaft für die UBS nötig.
Keine Strafuntersuchungen eröffnet
Auch für die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gab es nach achtmonatiger Untersuchung keinen Verdacht auf ein strafbares Verhalten nach Schweizer Recht. Ohne neue Erkenntnisse werde keine Strafuntersuchung eröffnet. Sie wies auch zwei Strafanzeigen der Sozialdemokratischen Partei zurück, die den UBS-Managern ungetreue Geschäftsbesorgung und Gehilfenschaft zum Steuerbetrug vorwarf.
Hängig ist noch die umstrittene Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) über die Umstände der Rettung der UBS.
Wenig Änderungen
Im aktuellen Verwaltungsrat der UBS kommt es zu wenig Änderungen. Wie angekündigt soll Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber von den Aktionären in das Aufsichtsgremium gewählt werden.
Fiat-Chef Sergio Marchionne und Shell-Chef Peter Voser verzichten dagegen bekanntermassen auf eine Wiederwahl. Damit wären elf der maximal zwölf Sitze im Verwaltungsrat besetzt.

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2010 – das Jahr der Birkenpollen Die Heuschnupfen-Saison rückt näher. Vertrauen wir der Prognose der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) wird dieses Jahr für alle Birkenpollen-Allergiker unangenehm. Die Birkenpollen-Saison dauert von ca. Ende März bis Ende Mai. Doch auch alle anderen Allergiker werden vom jährlich wiederkehrenden Leiden nicht verschont. Fortsetzung

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Kolumne
Zu wichtig für Billig-Rhetorik

von Patrik Etschmayer

Ja, wir haben in diesem Winter hier alle gefroren. Und wie. In den Foren – auch in jenem von news.ch – gab es in der Folge recht heisse Köpfe. Der Klimawandel finde – dies sei nun ja wohl klar – nicht statt. Der Mensch könne das Klima nicht beeinflussen, es handle sich dabei um eine Verschwörung der Wissenschaftler, der Industrie und von weiss dem Henker wem.
Dies vor allem, nachdem beim sogenannten Climate-Gate-Skandal aus mehreren Megabyte von gestohlenen E-Mail-Daten einige Aussagen herausgepickt wurden, um die führenden im IPCC involvierten Klimaforscher zu diskreditieren. Dies gelang auch in den Augen der Öffentlichkeit, obwohl nach einer Überprüfung durch eine unabhängige Kommission festgestellt wurde, dass von den beschuldigten Forschern keine Daten verfälscht oder vorenthalten wurden.
Doch zum Teil schlampig redigierte Veröffentlichungen (z. B. Himalaya-Gletscher schmelzen bis 2035), in UNO-Berichten diskreditierten die ganze Klima-Wissenschaft und spalteten die Lager in Climate-Changers und Change-Deniers auf, wobei sich letztere gerne auch als Klima-Skeptiker bezeichnen.
Das momentan Gebotene ist ziemlich bedenklich, wobei vor allem die Climate-Gate-Sache zu tiefst verstörend ist: In privaten E-Mails unter Kollegen legt man die Worte nicht auf die Goldwaage und man geht nicht davon aus, dass diese von Kriminellen gestohlen und veröffentlicht werden (Datendiebstahl ist eine Straftat). Wer mit diesen Mails argumentiert (wie verschiedene Verleger und Journalisten), sollte also bitte auch seinen gesamten eigenen E-Mail-Verkehr öffentlich machen, oder künftig auf diese Zitate verzichten.
Bedenkt man, dass es sich womöglich um eines der wichtigsten Themen in der Geschichte der Menschheit handelt, die Sache aber auf dem Niveau einer Pausenhofkeilerei behandelt wird, könnte man Angst kriegen. Ist es überhaupt möglich, die Diskussion wieder auf ein sachliches Niveau zu bringen?
Judith Curry, die Leiterin der Georgia School of Earth and Atmospheric Sciences ist vermutlich eine gute Person, wenn es darum geht, etwas objektivierten Input zu bekommen. Weshalb? Sie ist sowohl bei denen, die den Klima-Wandel propagieren als auch bei den Skeptikern nicht sonderlich beliebt.
In einem kürzlich im amerikanischen Magazin «Discover» gegebenen Interview teilt sie denn auch entsprechend aus. Auf die Frage, ob denn die Politik der Wissenschaft im Weg steht, meinte sie sehr pointiert: «Nein. Es ist Schlamperei. Die statistischen Methoden in unserem Feld sind schlampig. Wir haben Trends, für die wir nicht einmal einen Konfidenzintervall geben können. Die IPCC folgerte, dass der grösste Teil der Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr wahrscheinlich durch den Menschen verursacht gewesen sei. Soviel ich weiss, war diese Folgerung ein Verhandlungsresultat wobei zwischen «wahrscheinlich» und «sehr wahrscheinlich» entschieden wurde. Und was bedeutet «der grösste Teil»? Von welchem Prozentsatz reden wir? Mehr als 50%?»
Doch selbst sie kommt zum Schluss, dass es eine vom Menschen gemachte Klima-Erwärmung gibt und auf die Frage, ob es die Sache wert sei, selbst gegen eine kleine Chance einer Katastrophe etwas zu unternehmen, kennt sie nur eine Antwort: «Oh, absolut!»
Die Angstmacherei eines Al Gore und die Amplifikation der Panik durch die Medien, die vor allem die Worst-Case-Szenarien ausbreiteten, hat der ganzen Debatte geschadet. Aber genauso wie das geschmolzene Grönland des Ex-Vizepräsidenten ist auch die «Klima-Lüge» eine Lüge... oder zumindest eine Version der Wahrheit, die in der Realität keine Basis findet.
Leider sieht es momentan nicht danach aus, als würde die gegenwärtig verbreitete Billig-Rhetorik schon bald mit Sachlichkeit ersetzt.
Und was den kalten Winter angeht... eine gute Freundin des Autors in Seattle meinte, dass der dortige Winter seinen Namen nicht verdient habe – was durch die Statistik auch bewiesen wird: Es war in dieser US-Westküstenstadt der achtwärmste Winter der Geschichte. Und das eine warme Woche vor dem Ende der Messperiode.
Hören Sie sich diese Kolumne auch als Audiodatei (mp3) an (gelesen vom Autor).
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