
|

|
Schweden gewinnt den Eurovision Song Contest in Baku

Baku - Schweden hat zum fünften Mal den Eurovision Song Contest gewonnen. Mit ihrem mystischen Popsong «Euphoria» landete die Sängerin Loreen im Finale in Baku deutlich vor der Konkurrenz. Am Ende hatte sie 372 Punkte und damit 113 mehr als die russische Oma-Gruppe Buranowskije Babuschki auf Platz zwei.

ps / Quelle: sda / Sonntag, 27. Mai 2012 / 02:02 h

Überraschend kam der Sieg in der Nacht zum Sonntag keinesfalls. Loreen war zuvor als Topfavoritin aller 42 Teilnehmer gehandelt worden, ebenso wie die russischen Babuschki. Der dritte Platz für den serbischen Grand-Prix-Veteranen Zeljko Joksimovic war jedoch unerwartet.
Und Aserbaidschan wird so langsam zu einer festen Grösse in der Grand-Prix-Gemeinde: Diesmal landete Sabina Babajewa auf Platz vier - nach Platz eins, fünf, drei und acht in den Vorjahren. Also fünf Top-Ten-Platzierungen bei fünf Teilnahmen.
Überraschend schlecht schnitten die irischen Zwillinge Jedward auf Platz 19 ab - nach Rang acht im Vorjahr; und der 76-jährige britische Sänger Engelbert kam sogar nur auf den 25. und vorletzten Platz. Dabei hatte seine Ballade «Love Will Set You Free» Experten wie Fans überzeugt. Den letzten Platz im Final belegte der Norweger Tooji.
Die Vertreter der Schweiz, das Tessiner Brüderduo Sinplus, waren mit ihrem Rocksong «Unbreakable» bereits im Halbfinal gescheitert und hatten es nicht in den Final geschafft.
Politische Proteste
Um den Musikwettbewerb in der früheren Sowjetrepublik im Südkaukasus hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben. Die Regierung des Landes unter Präsident Ilcham Alijew steht wegen ihres Umgangs mit Oppositionellen und wegen Verstössen gegen die Rede- und Pressefreiheit in der Kritik.
Bis zum Tag des Finales kam es immer wieder zu Protesten, die die Führung mit Polizeigewalt unterband. Dutzende Regierungsgegner wurden allein in der letzten Grand-Prix-Woche verprügelt und festgenommen.
Während der Finalshow gab es keine politischen Aktionen oder Äusserungen der Künstler - dies verbieten die Regeln der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den Wettbewerb veranstaltet.
Charmant verpackte Kritik
Allerdings glänzte die deutsche Jury-Chefin Anke Engelke bei ihrem Kurzauftritt zur Punktevergabe mit deutlichen, aber charmant verpackten Worten an die Adresse der autoritären Führung Aserbaidschans.
«Heute Nacht konnte ja niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abzustimmen, und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf eurer Reise, Aserbaidschan. Europa schaut auf euch», sagte Engelke in der Live-Schalte nach Baku, bevor sie die deutsche Punktwertung verkündete.

|
In Verbindung stehende Artikel
|


|
|
|



Mit Publinews im Dialog mit Ihrem Kunden St. Gallen - Erfolgversprechende Marketinginformation im redaktionellen Stil und Umfeld. Nutzen Sie die Möglichkeit, auf news.ch und anderen Nachrichtenportalen, Ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und gleichzeitig potentielle Kunden - durch eingefügte externe Links - auf Ihre Angebote zu ziehen. Fortsetzung




|


Erstickt, vergiftet und unfruchtbar: Der Segen des Freihandels Rapex, das europäische Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte, hat in diesen Tagen seinen Jahresbericht publiziert. Einmal mehr wurde klar, dass die Hälfte der gesundheitsschädigenden Produkte die gegen europäischen Normen für Verbraucherschutz und Sicherheit verstossen, aus China stammen.
Fortsetzung


Liberté, Égalité, Normalité Es gibt zwei Meta-Lesarten für das Resultat der Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Viele rechte Kommentatoren behaupten, es sei eine Wahl gegen Sarkozy gewesen, während die Linken von einem Votum für Hollande und eine andere Politik sprechen. Vielleicht ist es nicht ganz so simpel. Fortsetzung




Endlich: SMS versenden mit Outlook 2007/2010 St. Gallen - Das mühsame Getippe ist vorbei. Als erster Schweizer Anbieter stellt ASPSMS.COM eine Anbindung an den Mobile Service von Microsofts Outlook 2007/2010 zur Verfügung. Ohne zusätzliche Software können SMS bequem via Outlook 2007/2010 versendet werden – und das auch noch günstiger als mit dem Handy. Fortsetzung





|

|
|
Kolumne
Euro-Vision

Patrik Etschmayer

Die schadenfreudigen Kommentare in den Foren über den scheinbar anstehenden Niedergang der EU blenden aus, was dieses «gescheiterte Projekt» tatsächlich gebracht hat und wie es gewandelt und gerettet werden könnte.
Wer etwas hat, schätzt es nur selten. Vor allem wenn man es von Geburt an geniesst. Nehmen wir nur solche «Banalitäten» wie fliessendes Wasser oder Strom. Wir haben es, wir nutzen es, wir geniessen es. Wir merken erst, wenn es mal weg ist, was wir davon haben.
Ein Stromausfall lähmt nicht nur Industrie und Gewerbe, auch das Privatleben kommt zum erliegen. Kochen? Fehlanzeige. Nahrung Konservieren? Hoffentlich kommt der Strom wieder, bevor alles im Tiefkühler aufgetaut ist. Heizung? Steht still. Doch solange er da ist, der Strom, bemerken wir ihn nicht einmal wirklich, was er alles macht.
Doch nicht nur an solche Petitessen (obwohl: Wärme, Licht, Nahrung und Hygiene sind effektiv verdammt wichtig) gewöhnen wir uns unglaublich schnell, sondern auch an fundamentale Bestandteile unseres Lebens wie die Meinungsfreiheit oder Frieden.
Europa geniesst, ohne es richtig zu bemerken, seit Jahrzehnten Frieden und die Schweiz gehört mit zu den Profiteuren dieser Abwesenheit von Krieg, Mord und Totschlag. In der Schweiz wird zudem noch vielfach vergessen - oder eher verdrängt - dass die Verschonung durch den Zweiten Weltkrieg und der damit einher gehende Wohlstandsbonus, vor allem auf eine glückliche Topographie zurück zu führen ist.
Dass die damals neutralen Länder Holland und Belgien von den Deutschen überrannt und okkupiert wurden, liegt nicht daran, dass die Deutschen eine solche Angst vor den tapferen Eidgenossen gehabt hätten, sondern an der für eine Panzerarmee wesentlich günstigeren Topographie jener Länder. Doch zurück zum Frieden.
Die EU, welche aus Montan Union und EWG entstand, war ein Friedensprojekt, das heisst, kein Projekt, dass aus dem Frieden entstanden wäre sondern ein Projekt mit dem der Friede gesichert werden sollte - und wurde. Die Idee dahinter ist simpel: Moderne Kriege sind meistens Kriege um Ressourcen und Marktmacht. Sicher, Ideologien, Religionen, Rassismus und solche Dinge werden gerne vorgeschoben. Am Schluss geht es (wie ja der damalige Drang der Deutschen nach «Lebensraum» im Osten demonstriert), um mehr Ressourcen für die Nation, das Volk.
Indem der Handel freier gemacht wurde, sollten diese Bedürfnisse erfüllt werden, ohne dass dazu noch jemand Waffen in die Hand nehmen sollte. Und das verblüffende: Es klappte. Und wie viele Male, wenn etwas klappt, wurde befunden, dass mehr vom Selben denn auch noch besser wäre.
Doch was dabei vergessen wurde war es, nicht nur die Wirtschaft und Politik zu vereinigen, sondern auch effektiv die Völker. Denn wie man es dreht und wendet: Es sind immer noch die Deutschen, die Franzosen... die Griechen! Und man sieht sich immer noch als Konkurrenz in Lagern mit unterschiedlichen, in sich homogenen, nach aussen unvereinbaren kulturellen Identitäten.
Dabei ist die «Nationale Identität» genau so künstlich wie die «europäische Idee». Ein Bayer und ein Salzburger haben garantiert mehr gemeinsam als der Bayer und der Nordfriese. Vorarlberger und St. Galler verständigen sich problemloser als Kärntner und Vorarlberger. Solche Beispiele gibt es in ganz Europa und sie sind bei weitem nicht nur in der Sprache sondern ebenso sehr im historischen Hintergrund begründet.
Die stark auf Nationalinteressen ausgerichtete EU ist eine Fehlkonstruktion - aber vermutlich die logische Folge einer Serie von Entwicklungen und Grundvoraussetzungen. Aber es ist immerhin eine Fehlkonstruktion, die bisher die Selbstverständlichkeit Frieden in Europa gesichert hat.
Wenn sie trotz all der gegenwärtigen Probleme die momentane Krise übersteht, muss aber ein Neuanfang ins Auge gefasst werden - die Dekonstruktion der Nationen zugunsten eines Europas der Regionen. Dies tönt zugegebenermassen verrückt. Doch wem Frieden lieb ist, sollte bedenken, dass die Nationen, an die wir uns dermassen gewöhnt haben, vor allem für einen Zweck existieren: Zuerst (in der Feudalzeit) um die Mächtigen reicher zu machen, und danach, um besser Krieg führen zu können. Ob diese Konstrukte für die heutigen Aufgaben noch tauglich sind, darf ernsthaft hinterfragt werden.
Bleibt die Frage, ob ein Europa, zusammengesetzt aus 50 oder gar 100 Regionen, sich noch regieren, es noch handeln könnte. Doch seien wir realistisch: Es braucht eine neue, eine echte Euro-Vision, denn die Nationalidee hat irgendwie abgewirtschaftet.
|

|
Kommentare
|
 Ihre Meinung interessiert uns. Machen Sie mit und diskutieren Sie aktiv mit anderen nachrichten.ch Lesern. » Ihr Kommentar
|

|
|
|