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«Neonazi-Opfer» der Justiz-Irreführung schuldig gesprochenZürich - Die Brasilianerin, die im Februar 2009 in Zürich einen Neonazi-Überfall vogetäuscht hatte, ist wegen Irreführung der Rechtspflege schuldig gesprochen worden. Die Frau habe gewusst, dass ihr Verhalten strafbar sei, sagte die Einzelrichterin am Zürcher Bezirksgericht.smw / Quelle: sda / Mittwoch, 16. Dezember 2009 / 17:21 h
Das Gericht verurteilte die 27-Jährige zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 120 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Das Urteil liegt unter dem Antrag der Anklage. Diese hatte eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Fr. beantragt.
Der Verteidiger hatte für einen Freispruch plädiert - zumindest nach dem Prinzip «Im Zweifel für den Angeklagten». Seine Mandantin könne zeitweise Realität und Irrealität nicht voneinander unterscheiden, sagte er.
Die Angeklagte habe etwas angezeigt, von dem sie wusste, dass es nicht geschehen war, sagte die Einzelrichterin. Sie habe wider besseres Wissen gehandelt, der Tatbestand der Irreführung sei somit erfüllt. Als Juristin habe die Frau zudem wissen müssen, dass ihr Verhalten strafbar ist.
Die Verhandlung über das vorgetäuschte Neonazi-Verbrechen an Paula O. findet am Bezirksgericht in Zürich statt. / Foto: bezirksgericht.zh.ch
Ein psychiatrisches Gutachten hatte der Brasilianerin eine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit mittleren Grades bescheinigt. Diese Verminderung der Schuldfähigkeit hat dann auch die leichte Strafmilderung bewirkt. Die Richterin beurteilte das Verschulden der Frau als «eher klein». Therapie und Medikamente Seit dem Vorfall macht die Verurteilte eine intensive Therapie und nimmt Medikamente. Das Geständnis, alles erfunden zu haben, habe sie nur abgelegt, weil man ihr gesagt habe, dass die Sache dann schnell vorbei sei. Später hat sie das Geständnis wieder zurückgezogen. Der Staatsanwalt sagte, die Brasilianerin habe die ganze Sache nur inszeniert, um aus einem Lügengebilde rauszukommen. Sie habe dem Freund nämlich vorgemacht, dass sie schwanger mit Zwillingen sei. Vor Gericht bestätigte sie, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht schwanger war. Anfang Februar 2009 hatte sich die Brasilianerin beim Bahnhof Zürich-Stettbach mit einem Messer zahlreiche Schnittwunden am ganzen Körper zugefügt. Der Polizei erzählte sie, drei Neonazis hätte sie überfallen und misshandelt, worauf sie ihre ungeborenen Zwillinge verloren habe.
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