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Meichtry und Lang als Trümpfe

Mit dem zweitgrössten Team in der Geschichte von Swiss Swimming beginnen morgen (Donnerstag) die Kurzbahn-EM in Szczecin (Pol). Zur 24-köpfigen Equipe gehören mit Dominik Meichtry und Flori Lang auch zwei Medaillenanwärter.

joge / Quelle: Si / Dienstag, 6. Dezember 2011 / 13:20 h

Nach dem 6. Rang an den Olympischen Spielen 2008 in Peking stand Meichtry im vergangenen Jahr in Schanghai auch an einer Langbahn-WM erstmals im Final über 200 m Crawl (7.). Dies gab dem 27-jährigen St. Galler sehr viel Schwung und das Vertrauen, dass er in dieser Disziplin zur Top Ten der Welt gehört. Die Kurzbahn-Europameisterschaften sind für ihn allerdings nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London. Deshalb hat er in den letzten paar Monaten «eigentlich immer» auf der langen Bahn trainiert. Die Titelkämpfe in Polen sind für ihn der erste Wettkampf im 25-m-Becken seit der Kurzbahn-WM im vergangenen Dezember in Dubai, wo er über 200 m Crawl Neunter wurde. «Die Kurzbahn-EM sind für mich kein grosser Höhepunkt», sagte Meichtry, der bereits am vergangenen Mittwoch von seinem Trainingsdomizil in Los Angeles in die Schweiz gereist ist. «Wir sind momentan hart am trainieren. Ich habe seit dem Sommer einen Langbahn-Wettkampf bestritten, das ist alles.» Der Trainer wolle, dass er nicht so viel reise und nun die Basis lege, um in London die Früchte der Arbeit ernten zu können. Zwar absolvierte Meichtry für Szczecin eine «kleine Vorbereitung, aber ich würde nicht sagen, dass ich auf diesen Wettkampf gut vorbereitet bin.» Auch mit dem Tapering (Reduktion des Trainingsumfangs) begann er später als sonst - zu Beginn der vergangenen Woche. Normalerweise dauert sein Tapering zwischen zwei und drei Wochen. Allerdings ist die Verkürzung für ihn auch ein Test. Es sei gut zu wissen, wie er damit zurechtkomme. Sie seien seit dem Verbot der Ganzkörperanzüge bezüglich des Taperings immer noch etwas am lernen. Was sind seine Ziele für die Kurzbahn-EM? «Ich möchte meine Zeiten, die ich vor einem Jahr an den Kurzbahn-WM geschwommen bin, verbessern. Das ist für mich das Wichtigste. Wenn es für eine Medaille reicht, ist dies ein Bonus.» Gelingt ihm dies über 200 m Crawl, ist die Chance gross, dass Meichtry zum zweiten Mal seit dem Gewinn der Silbermedaille im Jahr 2008 in Rijeka an einer Kurzbahn-EM auf dem Podest steht. Mit seiner an den Kurzbahn-WM erzielten Zeit auf dieser Strecke (1:43,29) nimmt er in der provisorischen Startliste Rang 3 ein - nur der Deutsche Paul Biedermann (1:42,19) und der Einheimische Pawel Korzeniowski (1:42,73) weisen eine bessere «Entry Time» auf. Allerdings ist Meichtry schon am Sonntagmorgen im Vorlauf gefordert, gibt es doch über 200 m Crawl keine Halbfinals - 73 Schwimmer sind in dieser Disziplin eingeschrieben. Auch über 400 m Crawl könnte es im Optimalfall zu einer Medaille reichen; in dieser Disziplin ist er die Nummer 4 der «Entry List».



Der St. Galler Dominik Meichtry setzt auf London 2012. / Foto: EQ Images

Lang: Medaille im Hinterkopf

Flori Lang nahm am Dienstag mit grossem Optimismus die Reise via Berlin nach Szczecin in Angriff. Der 28-jährige Zürcher, der im Mai sein Studium (Bachelor of Arts in Banking & Finance) abgeschlossen hat, sprach gar vom besten Flori aller Zeiten. «Ich habe mich noch nie so wohl, so fit und mit so viel Freude am Schwimmen erlebt.» Er habe einen super Sommer gehabt, sei stark und belastbar. Lang hatte Ende November an den Kurzbahn-SM in Uster mit sechs Gold- und zwei Silbermedaillen überzeugt. Über 50 m Rücken erreichte er mit 24,26 die persönlich sechstbeste Zeit im 25-m-Becken - und dies unrasiert und nicht top vorbereitet. Mitte Oktober hatte er in Stockholm auf seiner Paradestrecke erstmals im Weltcup triumphiert. «Ich bin in der komfortablen Situation, dass ich selber gespannt bin, was ich leisten kann», sagte Lang. «Das ist eine gute Voraussetzung, um schnell zu schwimmen. Ich habe keine Angst, sondern bin 'gwundrig'. Die Erwartungen sind dementsprechend höher. Eine Medaille ist ganz klar im Hinterkopf.» Sein primäres Ziel sei jedoch, sämtliche Punkte, auf die er achten müssen, zu erfüllen. Dann sei er zufrieden. Ohnehin sind über 50 m Rücken Details entscheidend. Für Lang wäre es der erste Podestplatz an Kurzbahn-EM in einer Einzeldisziplin - 2003 in Dublin gewann er mit der 4x50-m-Lagenstaffel Bronze. Bislang holte er bei den Erwachsenen «erst» auf der prestigeträchtigeren Langbahn (Silber im Jahr 2008 über 50 m Rücken) eine Medaille. Im 25-m-Becken war er 2004 und 2008 jeweils Vierter geworden, wobei er 2004 mit 24,53 lediglich um eine Hundertstelsekunde am 3. Platz vorbeischrammte.

Nur vier Nationen mit mehr Athleten

Für die übrigen 22 Schweizer Schwimmerinnen und Schwimmer geht es in Szczecin in erster Linie darum, persönliche Bestzeiten zu erzielen. Ansonsten dürfte das Überstehen der Vorläufe das höchste der Gefühle sein. So oder so ist positiv, dass erst einmal mehr Schweizer an Kurzbahn-EM teilgenommen haben, nämlich 2007 in Debrecen mit 25 Athletinnen und Athleten. Nur vier Nationen stellen eine grössere Mannschaft. Insgesamt sind 543 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 38 Nationen gemeldet.

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