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Im Kreis der weltbesten Rundfahrer etabliert

Am Samstag in den Dolomiten hatte Vincenzo Nibali mit dem zweiten Etappensieg nochmals seine Stärke demonstriert. Tags darauf nach Brescia kostete der 28-jährige Italiener den zweiten grossen Rundfahrten-Triumph nach demjenigen in der Vuelta 2010 verdientermassen aus.

fest / Quelle: Si / Sonntag, 26. Mai 2013 / 17:35 h

Nibali fuhr in der 21. und letzten Etappe über 199 km nach Brescia, die vom Briten Mark Cavendish im Sprint gewonnen wurde, zeitgleich mit seinen Konkurrenten im Gesamtklassement über die Ziellinie. Der Radprofi des kasachischen Astana-Teams triumphierte letztlich in der Overall-Wertung mit 4:43 Minuten Vorsprung vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran. Dritter wurde der Australier Cadel Evans (5:52 zurück), der Tour-de-France-Sieger von 2011.

Zum Abschluss in Brescia zeigte sich sogar die Sonne, so, als ob sich diese mit den 168 verbliebenen Fahrern versöhnen wollte. Zuvor war das Wetter und seine Kapriolen das beherrschende Thema des 96. Giro d'Italia gewesen. Höchst selten schien die Sonne während den letzten drei Wochen in Italien. Davon unbeeindruckt - und völlig resistent gegen Kälte, Schnee und Regen - zeigte sich Vincenzo Nibali, der nach zwei Podestplätzen in den Jahren 2011 (Zweiter) und 2010 (Dritter) den ersten Triumph (und den 68. eines Italieners) in seiner Heim-Rundfahrt bewerkstelligen konnte. «Ich bin sehr, sehr zufrieden. Dieser Giro-Sieg bedeutet die Erfüllung eines Lebenstraums von mir. Zu hören, wie die vielen Fans an der Strecke mich unterstützten, kam einem wirklich einmaligen Gefühl gleich. Es war ein wunderschöner Tag zum Abschluss. Nicht zuletzt danke ich auch meinen Teamkollegen», so Nibali.

Zwei Wochen in Rosa

In der ersten Giro-Woche war Nibali zweimal gestürzt, doch ansonsten hatte er während der ganzen Rundfahrt keinerlei Schwäche verraten und seine Konkurrenten nach Belieben im Griff. Der Astana-Radprofi konnte zudem sowohl im Flachen, aber gerade auch in den Bergen auf die Unterstützung seiner starken Teamkollegen zählen. Der Sizilianer hatte vor mehr als zwei Wochen, nach der 8. Etappe und dem Einzelzeitfahren über fast 55 km von Gabbice Mare nach Saltara, die Maglia rosa übernommen und diese seither auf höchst souveräne Art und Weise verteidigt.

Seine zwei Meisterstücke hatte sich Nibali bis fast zuletzt aufgespart. Am letzten Donnerstag dominierte er das Bergzeitfahren über 20,6 km mit fast einer Minute Vorsprung auf den Etappenzweiten. Am Samstag schliesslich triumphierte er in der letzten Bergetappe über 210 km zu den Drei Zinnen von Lavaredo solo. Der Sizilianer hatte sich im letzten Abschnitt mit bis zu 18 Steigungsprozenten unwiderstehlich von seinen am Limit fahrenden Konkurrenten abgesetzt.

Nibali, der heuer schon die Trentino-Rundfahrt und den Tirreno-Adriatico gewann, hat sich nach Platz drei bei der Tour de France 2012 und dem Vuelta-Sieg vor drei Jahren definitiv im Kreis der stärksten Rundfahrer der Welt etabliert. Allerdings wird es ein Kräftemessen mit Alberto Contador, Christopher Froome und Bradley Wiggins bei der 100. Tour, die am 29. Juni auf Korsika beginnt, nicht geben. Der Italiener bevorzugt die Vuelta als Vorbereitung auf die Heim-WM in Florenz im September.

5 Etappensiege für Cavendish

Im Kampf um den zweiten Gesamtrang behielt Rigoberto Uran das bessere Ende für sich. Der 26-jährige Kolumbianer hatte vor dem Teilstück am Samstag in den Dolomiten noch zehn Sekunden hinter Cadel Evans zurückgelegen war. Doch in der wegen des schlechten Wetters abgeschwächten 20. Etappe nahm Uran dem zehn Jahre älteren Australier mehr als eine Minute ab. Evans - am Ende seiner Kräfte - vermochte sich aber immerhin gegenüber dem Italiener Michele Scarponi auf dem Giro-Podest zu halten.

Abgesehen von Nibali war Mark Cavendish mit fünf Etappensiegen der erfolgreichste Fahrer des diesjährigen Giro. Der Sprintsieg in Brescia war für ihn bereits der insgesamt 15. Tagessieg in der Italien-Rundfahrt. Der 28-jährige Brite durfte dabei gleich doppelt jubeln, sicherte er sich doch auch den Sieg im Kampf um das Rote Trikot des Punktbesten.

Mit Evans' Helfer Steve Morabito, der den 34.



Astana-Fahrer Vincenzo Nibali feiert seinen Gesamtsieg. / Foto: EQ Images



Schlechtes Wetter machte die Tour zur Tortur. Bild: Gesamtsieger Nibali. / Foto: EQ Images

Gesamtrang belegte, sowie Danilo Wyss (84.) nahmen auch zwei Schweizer am zweitwichtigsten Etappenrennen nach der Tour de France teil.

Resultate:


96. Giro d'Italia. 21. Etappe, Riese Pio X - Brescia (199 km): 1. Mark Cavendish (Gb) 5:30:09. 2. Sacha Modolo (It). 3. Elia Viviani (It), beide gleiche Zeit.
Schlussklassement: 1. Nibali 84:53:28. 2. Uran 4:43. 3. Evans 5:52. 4. Scarponi 6:48. 5. Betancur 7:28. 6. Przemyslaw Niemiec (Pol) 7:43. 7. Majka 8:09. 8. Benat Intxausti (Sp) 10:26. 9. Mauro Santambrogio (It) 10:32. 10. Pozzovivo 10:59. Ferner die Schweizer: 34. Steve Morabito 1:09:32. 85. Danilo Wyss 2:32:56.

 


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