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Michelangelo malte Pornographie!?Facebook verbietet das Cover des Buches «Psalm 1 - Die Wege Gottes und der Menschen» auf dem Michelangelos «Gottvater erschuf den Menschen» zu sehen ist.li / Quelle: ots / Montag, 5. Januar 2015 / 18:14 h
«Deine Werbeanzeige wurde abgelehnt, weil das Bild nicht unseren Werberichtlinien entspricht. Werbeanzeigen dürfen keine übermässig sexualisierten Bilder einsetzen, den Eindruck von Nacktheit erwecken, viel Haut bzw. Dekolleté zeigen oder sich unnötigerweise auf bestimmte Körperteile konzentrieren. Dies gilt auch für die Bilder auf deinen Seiten.»
So antwortete Facebook auf die Frage, warum denn ein Klassiker der Renaissance als Pornografie zu werten sei.
Eckehard Bamberger, Religionsphilosoph, mit seinem Buch. / Foto: OLONA
Der Hintergrund: das Bild «Gottvater erschuf den Menschen» von Michelangelo ziert das Cover des im Olona Edition-Verlags erschienenen Werkes «Psalm 1 - Die Wege Gottes und der Menschen» - wenn auch mit kleinen Änderungen. So wurde das Antlitz Adams verändert - er dreht sich hier von Gott weg. «Mit Pornografie hat das aber auch nichts zu tun», meint Eckehard Bamberger, Religionsphilosoph und Verfasser des Werkes, «ich wollte damit die Abkehr des Menschen von Gott symbolisieren.» Facebook «Michelle» hat zensuriert Verfasserin der Facebook-Antwort jedenfalls ist eine gewisse «Michelle». Der Verdacht drängt sich allerdings auf, dass hier ein Computerprogramm nur «vermenschlicht» wird. Dies wäre immerhin eine Erklärung für die absurde Zensur, wenn auch eine sehr besorgniserregende. Fazit: Einmal mehr begibt sich damit Facebook ins Kreuzfeuer der Kritik. Wie weit darf Zensur gehen? Wie mächtig und manipulativ ist Facebook wirklich? Wer entscheidet über Fragen der Ethik und Ästhetik? Findet vor dem Verbot eine echte Evaluierung statt oder entscheidet ein Computerprogramm über Gut und Böse? Nur einige von vielen Fragen, die sich nun wieder aus gegebenem Anlass stellen.
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