Die umstrittenen Stalin-Plakate dürften wie geplant in der russischen Hauptstadt aufgehängt werden, sagte der 73-Jährige nach Angaben der Agentur Interfax. Zuvor hatte Parlamentspräsident Boris Gryslow den Bürgermeister zur Rücknahme der Erlaubnis aufgefordert.
Luschkow begründete die Genehmigung für den Tag des Sieges am 9. Mai damit, dass Stalin als Oberbefehlshaber der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg den Sieg gegen Hitler errungen habe.
«Plakat-Krieg» angekündigt
Menschenrechtler und Historiker hatten einen «Plakat-Krieg» für den Fall eines «neuen Stalin-Kults» angekündigt. Sie wollen den Initiator den blutigen Terrors in der Sowjetunion als «Massenmörder» darstellen, der den Tod von Millionen Menschen verschuldet hat.
Juri Luschkow will Stalin als Stalin als Oberbefehlshaber der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg ehren. /


Sie betonten, dass nicht Stalin, sondern die Bevölkerung Hitler besiegt habe.
Zuletzt bezeichneten auch Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin Stalin (1879-1953) als «Verbrecher». Der Umgang mit Stalin spaltet bis heute die russische Gesellschaft.
Absagen befürchtet
Westliche Diplomaten befürchten, dass internationale Staatsgäste ihre Teilnahme an den Moskauer Siegesfeiern absagen könnten, wenn die Behörden die Stalin-Plakate nicht verbieten. Eingeladen ist unter anderem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Luschkow betonte dagegen, dass kein Gericht Stalin verurteilt habe.
Traditionell tragen zwar einzelne Veteranen zu den Maifeiern Stalin-Bilder in der Hand. Allerdings sollen nun auf Wunsch von Veteranenverbänden erstmals grossflächige Bildnisse mit offizieller Erlaubnis aufgehängt werden.