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Zum Lachen braucht man keinen Sinn für Humor

Washington - Die Art des Humors variiert unter Menschen sehr stark. Vieles davon ist erlernt oder kulturell beeinflusst. Nun hat ein US-Forscherteam entdeckt, dass es erstaunlich wenig Differenzen darüber gibt, worüber Frauen und Männer lachen.

li / Quelle: pte / Sonntag, 25. Juli 2010 / 16:52 h

Die jüngste Studie im Wissenschaftsmagazin Journal of Pragmatics widerlegt auch die Annahme, dass Frauen mehr lachen als Männer. Einen Unterschied in der Art und Weise des Humors gibt es zwischen den Geschlechtern jedoch schon. In der Interaktion miteinander sind es schon am Schulhof die Jungen, die die Mädchen mit ihren Scherzen zum Lachen bringen.

Studienleiter Robert Provine, Professor für Psychologie an der University of Maryland hat beim Studium von Kontaktanzeigen ähnliche Verhaltensweisen festgestellt. Männer werben mit ihrem «guten Sinn für Humor» und Frauen wünschen sich einen lustigen Mann zum Partner.

Provine geht davon aus, dass dieses Verhalten durch sexuelle Selektion entstanden ist. Frauen, die vor Männern lachen, erweisen ihnen damit ihre Ehre.

Männliche Witze als Machtdemonstration

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Differenz beim Humor eher kulturell als biologisch determiniert ist. Viele Studien haben gezeigt, dass dominante Individuen - von Häuptlingen bis hin zu Wirtschaftsbossen - dazu neigen Humor zu instrumentieren.



Der feminine Humor zielt auf die Schaffung von Nähe und Vertrautheit. /

Untergebene machen das in der Regel seltener.

Damit wird das Lachen zu einer Demonstration der Macht. Exzessives weibliches Gelächter in einer gemischten Runde könnte ein Hinweis darauf sein, dass Männer immer noch mehr Macht haben als Frauen, meint der Forscher.

Michael Titze, psychologischer Psychotherapeut und Lachforscher bestätigt im Gespräch die Befunde des anerkannten Humorforschers Provine. «Im männlichen Humor drückt sich eine Einstellung zum Wettbewerb und zur Status bezogenen Selbstdarstellung aus. Das Erzählen von Witzen läuft typischer Weise auf das Ziel hinaus, sich auf Kosten anderer zu profilieren - oftmals im Konkurrenzkampf mit männlichen Mitstreitern», erklärt Titze. Der maskuline Stil ist somit auf die Anerkennung des Publikums angewiesen, um durch positive Resonanz die Bestätigung zu erhalten, dass seine Selbstdarstellung erfolgreich war.

«Der feminine Humor hingegen zielt auf die Schaffung von Nähe und Vertrautheit im sozialen Kontext ab und dient primär der Befriedigung von Gruppenbedürfnissen», so Titze. Konkurrenzdenken werde dabei eher vernachlässigt. «Von Frauen verwendete Witze beinhalten häufig selbstironische Elemente, die den eigenen Status reduzieren können, was sich sozial verbindend auswirkt.»

 

 


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