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Setzt Basel seinen Siegeszug fort?

Die Grasshoppers und die Young Boys streben im Direktduell im Letzigrund den ersten Sieg in der laufenden ASL-Saison an. Nach drei Runden haben beide Teams erst zwei Punkte auf dem Konto.

ht / Quelle: Si / Samstag, 7. August 2010 / 00:16 h

In der Meisterschaft lief bislang noch nicht viel zusammen. Nun hoffen die Young Boys, dass der sensationelle Erfolg bei Fenerbahce die Saison richtig lancieren wird. Der FC Basel hat in den ersten drei Runden als einziges ASL-Team noch keinen Punkt abgegeben. Ausser dem verletzten Marco Streller stehen Trainer Thorsten Fink sämtliche Akteure zur Verfügung, sodass der Deutsche nach dem erfolgreichen Auftritt gegen Debrecen (3:1) in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation guten Gewissens rotieren kann. Gegen Bellinzona verlor der Double-Gewinner in der Meisterschaft letztmals im März 1992. Seit dem Aufstieg der Tessiner erreichte Basel in Bellinzona drei Siege und ein Remis. Letzte Saison konnte der FC Zürich gegen Xamax in vier Partien nur einen Punkt ergattern. In dieser Spielzeit haben die Neuenburger, die schon zweimal einen 2:0-Vorsprung preisgaben, ihren bisher einzigen Punkt gegen den anderen Zürcher Verein, die Grasshoppers, geholt. Der letzte Vollerfolg des Tabellenletzten datiert vom 6. Mai (4:1 gegen Sion). Zürich ist auswärts seit vier Partien ohne Sieg, seit dem 14. April und dem 4:1 in Bellinzona.

Young Boys unter Zugzwang

Im Zugzwang stehen die Young Boys. Der Rückstand der Berner auf den FC Basel beträgt bereits sieben Zähler, höchste Zeit, dass die Berner auch in der Axpo Super League zum Siegen finden. Trainer Vladimir Petkovic hat deshalb den Exploit von Istanbul schnell abgehakt und seinen Fokus auf die Grasshoppers und den Gang in den Letzigrund gerichtet. «Uns muss die Umstellung von Europacup auf Meisterschaft besser gelingen als letztes Wochenende», fordert der Kroate. Letzte Woche hatten die Berner gegen Fenerbahce überzeugt und waren dann am Wochenende gegen Bellinzona überaus enttäuschend aufgetreten. YB muss lernen, mit den englischen Wochen zurechtzukommen. Denn selbst wenn der letztjährige Zweite an der Hürde Tottenham scheitern sollte, stehen bis zur Winterpause weitere sechs Europacup-Partien im Programm. Insgesamt muss die Truppe von Petkovic in diesem Jahr noch 26 Matches bestreiten, wenn man ein mögliches vorzeitiges Out im Schweizer Cup ausschliesst. Insbesondere die Abwehr scheint für diese Anzahl an Prüfungen eher dünn besetzt. Am Sonntag fallen mit dem gesperrten Dudar und dem noch längere Zeit verletzten Hassan Lingani zwei Verteidiger aus.

Zwei Mannschaften im Aufbau

Bei den Grasshoppers hat sich Daniel Pavlovic in dieser Woche an den Adduktoren verletzt, dafür kehrt Ricardo Cabanas in die Mannschaft zurück. Ob der Routinier, der mit der U21 bereits ein ganzes Spiel bestritten hat, zu seinem ersten Saisoneinsatz mit dem Fanionteam kommt, wollte Ciriaco Sforza nicht sagen. Der Trainer äusserte sich aber zum Straftraining, das er seinen Spielern nach dem Auftritt in Thun vom Sonntag auferlegt hatte: «Mir war wichtig, dass die Mannschaft begreift, dass sie immer vollen Einsatz zeigen und auch dann noch druckvoll spielen muss, wenn sie in Führung liegt.» Die Nachricht ist offenbar gut angekommen. Zumindest zeigte sich Sforza mit den Trainingsleistungen sehr zufrieden. Obwohl GC die gleiche magere Punktausbeute hat wie YB, lastet der Druck auf den ambitionierteren und finanziell stärkeren Gästen. Parallelen zwischen den beiden Teams sieht Sforza dennoch. «Auch die Young Boys müssen eine neue Mannschaft aufbauen. Ich bin davon überzeugt, dass sie sich von Spiel zu Spiel steigern werden.» Das man auch mit einem Steigerungslauf in der Meisterschaft weit kommen kann, bewiesen die Grasshoppers letzte Saison.

Umstellungen bei Basel und Luzern

Der Fehlstart seiner beiden stärksten Konkurrenten der letzten Saison kommt dem FC Basel zupass. Der Double-Sieger hat bereits sieben Zähler Vorsprung, und Trainer Thorsten Fink kann guten Gewissens rotieren, den einen oder anderen Spieler schonen. Ausser dem verletzten Marco Streller stehen dem Deutschen am Samstag in Bellinzona alle Akteure zur Verfügung. In der letzten Saison gewann der FCB alle vier Partien gegen die Tessiner. Als einziger Schweizer Europacup-Teilnehmer musste der FC Luzern nach dem 1:3 gegen den holländischen Vertreter Utrecht Mitte Woche die Segel streichen. Coach Rolf Fringer nimmt den Rückschlag relativ gelassen hin: «Das hat uns gezeigt, dass wir keine grosse Mannschaft sind. Aber auf der zweiten Halbzeit lässt sich aufbauen.» Umstellungen gegenüber dem Auftritt vom Donnerstag auf dem Letzigrund dürfte der ehemalige Nationalcoach in der Innenverteidigung vornehmen. Alain Wiss wird seinen Platz gegen den FC Sion wohl räumen müssen. Das Schlusslicht Neuchâtel Xamax, das in dieser Saison bereits zweimal einen 2:0-Vorsprung verspielte, empfängt am Samstag den FC Zürich, während St. Gallen beim überraschend gut gestarteten Aufsteiger Thun antreten muss.

Die Partien:

Samstag, 17.45 Uhr: Bellinzona - Basel (Resultate der letzten Saison: 0:4, 0:2, 2:3, 2:3). -- Absenzen: Gaspar, Rivera (beide verletzt), Matila (ohne Spielberechtigung); Streller (verletzt). -- Statistik: Der FC Basel ist mit drei Siegen und einem Torverhältnis von 8:3 in die Saison gestartet. Gegen Bellinzona verlor der Double-Gewinner in der Meisterschaft letztmals im März 1992. Seit dem Aufstieg der Tessiner erreichte Basel in Bellinzona drei Siege und ein Remis. Neuchâtel Xamax - Zürich (3:3, 0:0, 2:1, 3:0). -- Absenzen: Besle (gesperrt), Gelabert (verletzt), Facchinetti (rekonvaleszent), Fatadi (Bati-Einsatz mit Bahrain); Barmettler (rekonvaleszent). -- Statistik: Letzte Saison konnte der FC Zürich gegen Xamax in vier Spielen nur einen Punkt ergattern.



YB-Coach Vladimir Petkovic benötigt Erfolge auch in der Meisterschaft. /

In dieser Spielzeit haben die Neuenburger ihren bisher einzigen Punkt gegen den anderen Zürcher Verein, die Grasshoppers, geholt. Der letzte Vollerfolg datiert vom 6. Mai (4:1 gegen Sion). Zürich ist auswärts seit vier Partien ohne Sieg, seit dem 14. April und dem 4:1 in Bellinzona. Sonntag, 13.45 Uhr: Luzern - Sion (1:1, 2:5, 1:2, 1:3). -- Absenzen: Kibebe, Büchli, Lambert, Sorgic (alle verletzt); Serey Die, Dominguez (beide gesperrt), Vanins (gesperrt). -- Fraglich: Kukeli, Yakin, Ferreira; keiner. -- Statistik: Der FC Luzern ist in der laufenden Meisterschaft wie Thun und Basel noch ungeschlagen. Gegen den FC Sion setzte es in der letzten Saison drei Niederlagen ab. Die Walliser waren auch die letzte Gästemannschaft, die im Gersag einen Punkt erobern konnte. Seither feierte der FCL saisonübergreifend fünf Heimsiege in Folge und erzielte dabei 21 Treffer. Sonntag, 16.00 Uhr: Thun - St. Gallen (-). -- Absenzen: Bättig (gesperrt), Schindelholz (verletzt); Knöpfel, Pa Modou (beide verletzt). -- Statistik: Der FC Thun ist zwar hervorragend in die Meisterschaft gestartet, wartet aber vor dem dritten Heimspiel seit dem Wiederaufstieg noch auf den ersten Sieg im Lachen-Stadion. Die St. Galler sind derweil auswärts noch punkt- und torlos (0:7 Tore). Den letzten Punktzuwachs auf fremden Terrain verzeichneten die Ostschweizer Anfang April oder vor sieben Partien. Grasshoppers - Young Boys (2:1, 0:4, 2:1, 0:2). -- Absenzen: Callà, D'Angelo, Benito, Pavlovic (alle verletzt); Lingani (verletzt), Dudar (gesperrt). -- Statistik: Beide Mannschaften stehen bereits unter Zugzwang. Zwei Unentschieden ist die magere Ausbeute der in der letzten Saison beiden ersten Verfolger des FC Basel. Seit 1960 standen sich GC und YB in der höchsten Liga 128 Mal gegenüber, die Bilanz ist mit 51:48 Siegen für die Zürcher nahezu ausgeglichen.

Rangliste:


(je 3 Spiele): 1. Basel 9. 2. Luzern 7. 3. Thun 5. 4. Zürich 4 (5:4). 5. Sion 4 (4:3). 6. Bellinzona 3 (4:6). 7. St. Gallen 3 (3:9). 8. Young Boys 2 (3:4). 9. Grasshoppers 2 (3:5). 10. Neuchâtel Xamax 1.

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