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Studie sieht gutes Potenzial von SBB-Werk BellinzonaBellinzona - Eine Studie der Tessiner Fachhochschule SUPSI attestiert dem SBB-Industriewerk Bellinzona (IWB) gute Perspektiven. Hart ins Gericht gehen die Experten mit der SBB-Spitze, die das Werk redimensionieren wollte.fest / Quelle: sda / Dienstag, 24. August 2010 / 17:57 h
Gegen den geplanten Stellenabbau hatten die 400 Angestellten des IWB ab dem 7. März 2008 33 Tage lang gestreikt. Es war das erste Mal seit über hundert Jahren, dass SBB-Angestellte ihre Arbeit niederlegten. Das SBB-Management zog die Massnahmen schliesslich zurück.
Abbaupläne nicht gerechtfertigt
Die Pläne der SBB-Spitze seien weder aus betriebswirtschaftlicher noch aus strategischer Sicht gerechtfertigt gewesen, lautet das Fazit der Studie, die die Tessiner Regierung in Auftrag gegeben hat. Das IWB weise zwar einige Schwachpunkte auf.
Das SBB-Industriewerk Bellinzona weise zwar einige Schwachpunkte auf, gleichzeitig verfüge es aber über ein beträchtliches Wachstumspotenzial. / Foto: Markus Forte ex-press.ch
Gleichzeitig verfüge es aber über ein beträchtliches Wachstumspotenzial. Dieses könnte am besten ausgeschöpft werden, wenn die SBB dem IWB mehr Entscheidungsspielraum und Unabhängigkeit gewähren würde. Bestimmte Bereiche wie beispielsweise das Vorratsmanagement könnten damit effizienter geleitet werden. Die Autoren der Studie unter der Koordination von Roman Rudel plädieren dafür, dass das IWB von einem «Befehlausführungszentrum» in eine «Strategic Business Unit» umgewandelt wird. Dadurch würden sich für das Industriewerk interessante Marktmöglichkeiten ergeben. Kanton wünscht sich Machbarkeitsstudie Ein Festhalten am Status quo komme nicht infrage, sagte der Tessiner Umweltdirektor Marco Borradori (Lega) am Dienstag in Bellinzona vor den Medien. Er begrüsst stattdessen die Idee eines Kompetenzzentrums rund um das IWB. Bei Gesprächen mit SBB-Chef Andreas Meyer habe er vor einigen Tagen den Eindruck erhalten, dass auch die SBB an einer entsprechenden Machbarkeitsstudie interessiert wäre, sagte Borradori. Immer viel Geld ins Werk gesteckt SBB-Sprecher Alessandro Malfanti teilt diese Einschätzung. Die Schaffung eines Kompetenzzentrums könne interessant sein. Man müsse aber schauen, dass die zukünftigen Szenarien finanziell tragbar seien und zur Unterhaltsstrategie der SBB passen würden. Den Vorwurf, dass dem IWB mit dem Status quo ein Niedergang drohe, wies Malfanti auf Anfrage zurück. Die SBB habe stets viel Geld in die Modernisierung des IWB gesteckt und werde dies - sofern notwendig - auch in Zukunft tun.
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