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Federer ohne Satzverlust, aber noch nicht im Halbfinal

Roger Federer ist bei den World-Tour-Finals auch nach dem zweiten Einsatz ohne Satzverlust. Erstaunlich souverän gewann der Schweizer sein zweites Gruppenspiel gegen Andy Murray (ATP 5) mit 6:4, 6:2. Die Halbfinal-Qualifikation hat er aber noch nicht auf sicher.

Julien Oberholzer, London / Quelle: Si / Mittwoch, 24. November 2010 / 00:00 h

Nach 76 Minuten war das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem Publikumsliebling Federer und dem Einheimischen Murray bereits vorbei. Die 17 500 Zuschauer in der ausverkauften Londoner Arena hatten eine einseitige Partie gesehen, was nur zum Teil an Roger Federers Auftritt lag. Mindestens gleich grossen Anteil am klaren Resultat hatte Murray, der überhaupt nicht auf Touren kam. Von Beginn weg landeten eine Vielzahl von Murrays Schlägen im Out. Der Aufschlag war genauso schwach wie das Returnspiel. Der ruhig und abgeklärt auftretende Federer liess sich nicht zweimal bitten und lenkte die Partie schnell in gewünschte Bahnen. Das Break zum 2:1 reichte zum Gewinn des ersten Satzes; bei eigenem Aufschlag musste er dem Schotten in den ersten 35 Minuten gerademal drei Punkte zugestehen.

Schlecht serviert, schlecht retourniert

Murray hatte in der Vergangenheit bei der Hälfte seiner gewonnenen Duelle gegen Federer den Startsatz verloren. Auch wegen der Fähigkeit, zurück in die Partie zu finden, besitzt er gegen den Baselbieter eine positive 8:6-Bilanz. Doch diesmal blieb die Reaktion des Briten aus. Rasch geriet er im zweiten Satz 0:4 zurück und hatte dann nochmals zwei Breakbälle gegen sich, die er aber abwehren konnte.

Dass Murray die Höchstrafe eines 0:6 verhinderte hatte, hob seine Stimmung nicht merklich. «Ich servierte schlecht, ich retournierte schlecht», erklärte der Schotte seine Niederlage lapidar und ergänzte etwas später: «Wenn man die zwei wichtigsten Dinge im Tennis nicht korrekt macht, hat man gegen einen Spieler wie Federer keine Chance.» Die Statistik untermauert Murrays Urteil. Nur 44 Prozent erste Aufschläge fanden den Weg ins Feld, bei 44 Versuchen gelangen ihm nur acht Punkte bei Aufschlag Federer.

Wie 2004 ohne Satzverlust

«Er hat nicht sehr gut gespielt, was vielleicht auch an meiner Leistung lag. Ich war solid von Anfang bis Ende», freute sich Federer, der die letzten beiden Duelle gegen Murray in den Finals der Masters-1000-Turniere von Toronto und Schanghai verloren hatte. Diesmal fand er die richtige Mischung zwischen Aggressivität und Zurückhaltung, die gegen den defensiv starken Murray so wichtig ist. Mit beeindruckender Ruhe und Souveränität marschierte er Richtung Sieg und leistete sich dabei nur zehn unerzwungene Fehler.

Momentan läuft in London alles ganz im Sinne von Federer, der sogar dazu kam, sich mit Diego Maradona, dem meistbeachteten Dauergast in der O2-Arena, zu treffen. Zum erst zweiten Mal nach 2004 überstand der Schweizer die ersten beiden Gruppenspiele ohne Satzverlust; im letzten Jahr hatte er vor dem Halbfinal dreimal über drei Sätze gehen müssen. «Zum Saisonende kann es nicht schaden, ein wenig Energie zu sparen», bemerkte der Weltranglisten-Zweite vor seinem letzten Einsatz in der Round Robin am Donnerstag gegen Robin Söderling.

Söderling setzte sich gegen David Ferrer in zwei Sätzen durch und verhinderte damit die vorzeitige Halbfinal-Qualifikation von Federer. Dieser benötigt nun am Donnerstag gegen den Schweden einen Satzgewinn, um sicher in die K.o.-Runde einzuziehen.

Resultate:
London. World Tour Finals (5,070 Mio Dollar/Halle). Vorrunde. Einzel. Gruppe B. 2. Spieltag: Roger Federer (Sz/2) s. Andy Murray (Gb/5) 6:4, 6:2. Robin Söderling (Sd/4) s. David Ferrer (Sp/8) 7:5, 7:5.



Erstaunlich leichtes Spiel für Roger Federer heute. / Foto: EQ Images

-- Rangliste: 1. Federer 2:0 Siege (4:0 Sätze). 2. Murray 1:1 (2:2). 3. Söderling 1:1 (2:2). 4. Ferrer 0:2 (0:4).

Doppel. Gruppe A. 2. Spieltag: Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski (Pol/6) s. Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1)2:6, 7:6 (7:4), 10:8. Jürgen Melzer/Philipp Petzschner (Ö/De/7) s. Lukas Dlouhy/Leander Paes (Tsch/Ind) 7:6 (11:9), 4:6, 10:8. -- Rangliste: 1. Fyrstenberg/Matkowski 2:0 (4:1). 2. Bryan/Bryan 1:1 (3:2). 3. Melzer/Petzschner 1:1 (2:3). 4. Dlouhy/Paes 0:2 (1:4). -- Fyrstenberg/Matkowski im Halbfinal.

Programm Mittwoch:
(MEZ). 13.15 Uhr: Lukasz Kubot/Oliver Marach (Pol/Ö) - Wesley Moodie/Dick Norman (SA/Be). 15.00 Uhr: Tomas Berdych (Tsch/6) - Andy Roddick (USA/8). 19.15 Uhr: Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (Ka/Ser) - Mahesh Bhupathi/Max Mirnyi (Ind/WRuss). 21.00 Uhr: Rafael Nadal (Sp/1) - Novak Djokovic (Ser/3).

 


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