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Miki Ando zum zweiten Mal Weltmeisterin

Die Japanerin Miki Ando hat in Moskau zum zweiten Mal nach 2007 WM-Gold gewonnen. Silber und Bronze holten die südkoreanische Olympiasiegerin Kim Yu-Na und die Italienerin Carolina Kostner.

fest / Quelle: Si / Samstag, 30. April 2011 / 16:18 h

Ich möchte besonders für Japan mein Bestes geben«, hatte Ando vor den Titelkämpfen in Anspielung auf das Erdbeben und die Folgen in ihrer Heimat gesagt. Dies gelang der 23-Jährigen ausgezeichnet, denn nach einem nahezu perfekten Kurzprogramm präsentierte sie sich auch in der Kür sehr stabil. Der einzige Fehler unterlief ihr bei der geplanten Kombination Doppel-Axel/Dreifach-Toeloop, bei welcher der zweite Sprung nur doppelt war. Zudem erhielt sie für die Ausführung Minuspunkte. Insgesamt stand sie fünf Dreifache. Dank der besten Kür fing Ando die nach dem Kurzprogramm führende Kim Yu-Na noch knapp ab - ihr Vorsprung betrug 1,29 Punkte. Damit krönte sie eine hervorragende Saison: Im Februar hatte sie bereits bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften triumphiert und davor die Grands Prix in Peking und Moskau sowie die nationalen Titelkämpfe für sich entschieden.

Einzige Läuferin mit Vierfach-Sprung

Ando hatte im vergangenen August ihre Trainingsbasis von Hackensack, New Jersey (USA) nach Osteuropa verlegt. Weil die Weltmeisterschaften ursprünglich im März in Tokio hätten stattfinden sollen, befand sie sich zum Zeitpunkt des Erdbebens jedoch bereits in Japan - allerdings spürte sie nichts davon. In ihrer Heimat blieb sie auch, als ihr russischer Trainer Nikolaj Morosow wegen der Nuklearkatastrophe zu seiner Tochter nach New Jersey zurückkehrte. Ando ist bislang die einzige Läuferin, die in einem Wettkampf einen Vierfach-Sprung (Salchow) gezeigt hat.

Kim musste sich wie bereits 2010 mit WM-Silber begnügen. Der 20-jährigen Südkoreanerin wurde der Flip zum Verhängnis: Weil sie diesen nach nur einer Umdrehung öffnete, bekam sie für diesen Sprung bloss 0,5 Punkte. Weiter missriet ihr die zweite Kombination, die nur Dreifach-Einfach war. Kim bestritt in Moskau ihren einzigen Wettkampf in dieser Saison. Im August 2010 hatte sie sich von Trainer Brian Orser getrennt - es war eine Trennung mit einigen Nebengeräuschen. Neu wird sie von Peter Oppegard betreut und übt sie in Los Angeles in der Trainingshalle der fünffachen Weltmeisterin Michelle Kwan. Nach der Absage der WM in Tokio drehte sie einige Werbefilme; sie ist in ihrer Heimat ein Star und verdient Millionen.

Kostner auf Rang 3

Carolina Kostner, an der EM in Bern von der zurückgetretenen Bülacherin Sarah Meier bezwungen, verbesserte sich dank der drittbesten Kür um drei Plätze auf Rang 3 - 0,76 Punkte vor der Russin Alena Leonowa.



Miki Ando zeigte die beste Kür. / Foto: EQ Images

Die früher mit Stéphane Lambiel liierte Italienerin setzte damit ihren »Dreijahres-Rhythmus« fort, denn sie stand zum dritten Mal nach 2005 (3.) und 2008 (2.) auf dem WM-Podest.

Weniger gut lief es der nach dem Kurzprogramm im 3. Zwischenrang liegenden Einheimischen Xenia Makarowa, die auf Platz 7 zurückfiel. Die 18-Jährige stürzte beim nicht genügend gedrehten zweiten Dreifach-Rittberger und zeigte ein ungültiges Sprungelement, was einen Nuller zur Folge hatte. Die japanische Vorjahressiegerin Mao Asada vermochte auch in der Kür ihr Potenzial nicht auszuschöpfen - unter anderem wurde der dreifache Axel erneut abgewertet - und beendete die WM als Sechste. Damit ging für sie eine insgesamt unbefriedigende Saison mit einer weiteren Enttäuschung zu Ende.

Premiere im Eistanz

Im Eistanz errangen die amerikanischen Olympia-Zweiten Meryl Davis/Charlie White ihren ersten Weltmeistertitel. Dieser Sieg war insofern logisch, als sie in dieser Saison schon zuvor das Mass aller Ding gewesen waren - unter anderem hatten sie am GP-Final und an den Vier-Kontinente-Meisterschaften triumphiert. Dennoch mussten sie in Moskau hart kämpfen, hatten sie doch nach dem Kurztanz noch hinter den kanadischen Olympiasiegern und letztjährigen Weltmeistern Tessa Virtue/Scott Moir gelegen. Am Ende verwiesen sie ihre Trainingskameraden um 3,48 Punkte auf Rang 2.

Virtue/Moir waren erst im Februar bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften in die Saison gestartet, weil sich Virtue an beiden Schienbeinen hatte operieren lassen müssen. Dort belegten sie nach dem ersten Wettkampfteil ebenfalls Rang 1, ehe sie aufgaben. Bronze holten die aus einer musikalischen Familie stammenden Amerikaner Maia Shibutani/Alex Shibutani, die erstmals an Weltmeisterschaften teilnahmen. Die französischen Europameister Nathalie Pechalat/Fabian Bourzat, Dritte nach dem Kurztanz, wurden in der Kür lediglich Sechste und verloren eine Position.

Resultate:
(USA) 185,27 Pkt.; 2. Tessa Virtue/Scott Moir (Kanada) 181,79; 3. Maia Shibutani/Alex Shibutani (USA) 163,79; 4. Nathalie Pechalat/Fabian Bourzat (Frankreich) 163,54; 5. Kaitlyn Weaver/Andrew Poje (Kanada) 160,32; 6. Jekaterina Bobrowa/Dmitri Solowjew (Russland) 160,23;

 

 

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