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Red Bull von Nebengeräuschen unbeeindruckt

Red Bull-Renault demonstrierte mit Sebastian Vettel und Mark Webber in Valencia einmal mehr seine Überlegenheit im Qualifying. Die Schweizer Formel-1-Fraktion muss den Grand Prix von Europa ausserhalb der Top Ten in Angriff nehmen.

fest / Quelle: Si / Samstag, 25. Juni 2011 / 15:55 h

Die Hoffnung der Konkurrenz, Red Bull würde durch das an diesem Wochenende erstmals verbotene "Motor Mapping" die Vormachtstellung in den Qualifyings einbüssen, erfüllte sich nicht. Noch am Freitag wurde am Hafen von Valencia heftig darüber diskutiert, wie sehr das Verbot der veränderten Motoreinstellung zwischen Qualifying und Rennen mittels entsprechender Software-Programmierung Vettel und Webber schaden würde. Viele Experten gingen davon aus, dass die Dominanz der "Roten Bullen" bei der Ausmarchung der Startpositionen nicht zuletzt auf der Tatsache beruhte, dass das Weltmeister-Team am Samstag jeweils mit einer sehr riskanten Motoreinstellung unterwegs gewesen war.

Beide Red-Bull-Fahrer liessen sich vom Theater abseits des Circuits nicht beeindrucken. Sie schockten die konkurrierenden Lager von McLaren und Ferrari einmal mehr mit einem perfekten Qualifying. Wie vor Jahresfrist monopolisierte das österreichisch-britische Team mit Pole-Setter Vettel und Webber die erste Startreihe. "Ich war ja nie der Meinung, dass uns die Regelanpassung deutlich mehr treffen wird. Jetzt ist es schön, ganz vorne zu sein", so Vettel.

Siebenmal bereits eroberte der im Thurgau wohnhafte Deutsche den besten Startplatz in dieser Saison, einmal - in Montmeló bei Barcelona - war es Webber. Saisonübergreifend ist es für Red Bull sogar die neunte Pole-Position de suite. Diese Serie gelang zuletzt McLaren vor 13 Jahren. Bis zur Egalisierung der Allzeit-Bestmarke von 24 gewonnenen Qualifyings in Folge - aufgestellt von Williams Anfang der Neunzigerjahre - ist es aber selbst für Red Bull noch ein weiter Weg.

Mit bereits vier Zehntelsekunden Rückstand auf Vettel wurde Lewis Hamilton im McLaren vor Lokalmatador Fernando Alonso Dritter. In der dritten Startreihe nehmen Alonsos Ferrari-Teamgefährte Felipe Massa und Jenson Button, der Gewinner des spektakulären Rennens in Kanada, Aufstellung zum Grand Prix von Europa.

Enttäuschung bei Sauber

Die Schweizer Fraktion verpasste den finalen Kampf um die besten Startplätze wie zuletzt in Montreal. Saubers Kamui Kobayashi, abgesehen von der nachträglichen Disqualifikation in Australien in jedem Saisonrennen in den Punkterängen klassiert, schied zum sechsten Mal in Folge nach dem zweiten Qualifikationsteil aus und eroberte Startplatz 14. Beinahe wäre sein Arbeitstag noch früher zu Ende gewesen. Der Japaner qualifizierte sich zu Beginn als 17. um nur gerade eine Zehntelsekunde gegenüber dem Spanier Jaime Alguersuari für die nächste Runde. Direkt hinter Teamkollege Kobayashi nimmt Sergio Perez das heutige Rennen in Angriff.



Sebastian Vettel in der Pole-Position. / Foto: mspb EQ Images

Der 21-jährige Mexikaner musste mit Rang 16 vorlieb nehmen.

Beide Fahrer der Hinwiler Equipe taten sich bereits in der Vergangenheit schwer, die Reifen am C30 für eine schnelle Runde im Qualifying sofort zum Arbeiten zu bringen. Allerdings erwies sich das Sauber-Auto in den bisherigen Saisonrennen als äusserst reifenschonend, was Kobayashi und Perez oftmals einen zusätzlichen Boxenstopp ersparte. Nichtsdestotrotz machte sich bei Saubers Technikchef James Key gestern Enttäuschung breit: "Wir haben es nicht geschafft, das Optimum aus dem Auto herauszuholen. Wir sind nicht dort, wo wir sein wollen und müssen uns jetzt eine gute Rennstrategie überlegen." Der Brite führt die bislang besseren Leistungen von Sauber im Rennen auf die Art und Weise zurück, wie dort die Reifen genutzt werden.

Kritik an Buemi

Auch Sébastien Buemi kam gestern auf dem Strassenkurs von Valencia nicht auf Touren. Der 22-Jährige beendete das Qualifying unmittelbar hinter Perez als Siebzehnter und musste sich im Anschluss Kritik von Toro Rossos Chefingenieur Giorgio Ascanelli anhören lassen: "Buemi hatte am Ende des zweiten Qualifying-Durchgangs eine Runde komplett ohne in Verkehr zu geraten, und er hat nicht das Maximum daraus gemacht." Der Waadtländer tröstete sich nach dem verpatzten Arbeitstag damit, für das Rennen zumindest ein paar Sätze neuer Reifen gespart zu haben.
Resultate:
Grand Prix von Europa in Valencia (Sp). Startaufstellung: 1 Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault. 2 Mark Webber (Au), Red Bull-Renault. 3 Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes. 4 Fernando Alonso (Sp), Ferrari. 5 Felipe Massa (Br), Ferrari. 6 Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes. 7 Nico Rosberg (De), Mercedes. 8 Michael Schumacher (De), Mercedes. 9 Nick Heidfeld (De), Lotus-Renault. 10 Adrian Sutil (De), Force India-Mercedes. Ferner: 14 Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari. 16 Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari. 17 Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari.

 


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