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Nadal: «Jedes Spiel gegen Federer ist speziell»

Am Australian Open in Melbourne sind die Favoriten in den Halbfinals unter sich. Auch in den letzten Viertelfinals setzten sich die «Grossen» mühelos durch.

joge / Quelle: Si / Mittwoch, 25. Januar 2012 / 13:20 h

Den Reigen der Schlagerspiele eröffnen morgen Donnerstag (ab 9.30 Uhr Schweizer Zeit) Roger Federer und Rafael Nadal. Dieser erste Halbfinal der Männer stellt für beide Protagonisten eine Chance dar. Federer trifft für einmal in einem Halbfinal nicht auf Novak Djokovic, sondern auf den Spieler, der auf Hartplatz von seinen grossen drei Rivalen (Djokovic, Nadal, Murray) am einfachsten zu schlagen scheint. Im November am Masters in London gewann Federer in den Gruppenspielen gegen Nadal auf einer vergleichbaren Unterlage 6:3, 6:0. Auch bei den Buchmachern ist Nadal hinter Djokovic, Federer und Murray nur die Nummer 4. Nadal seinerseits bekommt gegen den Gegner, gegen den er an Grand-Slam-Turnieren sieben von neun Spiele gewonnen hat, die Chance zu beweisen, dass er wieder der Alte ist. Denn Nadal, obwohl erst 25-jährig, stürzte letzte Saison schon zum zweiten Mal in seiner Karriere (nach einer Knieverletzung 2009) vom Sockel. Vor einem Jahr griff Nadal in Melbourne nach dem «Rafa-Slam», nach dem Scheitern im Viertelfinal gegen David Ferrer triumphierte er aber nur noch in Roland Garros und verlor sechs Finals gegen Novak Djokovic.

«Federer ist Favorit»

Auf jeden Fall wird Federer gegen Nadal ein spezielles Spiel. Nadal: «Da spielt es überhaupt keine Rolle, dass im Moment keiner von uns die Nummer 1 ist. Wenn ein Spieler mit 16 Grand-Slam-Titeln auf einen mit 10 Grand-Slam-Titeln trifft, ist das schon sehr speziell. Und selbst wenn wir nur noch die Nummern 20 und 25 wären, für uns beide wird dieses Duell immer etwas Besonderes bleiben.» Und wer startet in der Favoritenrolle? Nadal: «Natürlich Federer! Auf schnellen Belägen ist Roger gegen mich immer Favorit. Er spielte gegen Del Potro, einen der besten Spieler der Welt, fantastisches Tennis. Schon Ende letzter Saison war er nicht zu schlagen. Aber wenn ich so gut spiele wie gegen Berdych in den Sätzen 3 und 4 (6:7, 7:6, 6:4, 6:2), dann werde ich zu Chancen kommen.» Und was spricht für Nadal? Die Fitness vielleicht? Nadal: «Wenn die Partie so verläuft wie das Duell am Masters in London, dann spielt die Fitness keine Rolle.



Roger Federer und Rafael Nadal. / Foto: EQ Images

Aber ich hoffe und gehe davon aus, dass sich so etwas nie mehr wiederholen wird. Wenn die Partie kräfteraubend und über viele Sätze verläuft, könnte das für mich ein kleiner Vorteil sein, aber wirklich nur ein ganz kleiner. Denn Federer hatte noch nie physische Probleme.»

Djokovic angeschlagen

Ein anderer Favorit scheint sich indessen gesundheitlich nicht topfit zu fühlen. Novak Djokovic hinterliess zum zweiten Mal hintereinander nach dem Sieg in vier Sätzen über Lleyton Hewitt nicht mehr den unbezwingbaren Eindruck der ersten Turnierwoche. Der Weltranglistenerste griff sich gegen David Ferrer (Sp/ATP 5) ab dem zweiten Satz immer wieder an den linken Oberschenkel und bewegte sich auch nicht mehr so gut, wie er das normalerweise auf Tennisplätzen macht. Dennoch reichte es Djokovic gegen Ferrer mit 6:4, 7:6 (7:4), 6:1 zu einem Sieg in drei Sätzen. Djokovic: «Aber es fühlte sich bestimmt nicht wie ein Drei-Satz-Spiel an. Nach einer halben Stunde stand es 2:2. Und im zweiten Satz behielt ich mit Glück die Oberhand. Nach dem zweiten Satz glaubte Ferrer wohl nicht mehr an seine Chance.» Der Spanier vergab seine Möglichkeiten im zweiten Satz, in dem er zweimal einen Breakrückstand aufholte und im Tiebreak mit 4:3 bei eigenem Aufschlag führte. In dieser Phase wirkte Ferrer fitter, eine Überraschung schien möglich. «Ich war mit der Gefahr bewusst», erklärte Djokovic später, «die Bedeutung des Tiebreaks war enorm.» Djokovic muss sich steigern, wenn er seinen Titel in Melbourne erfolgreich verteidigen will. Sein Halbfinalgegner, der Schotte Andy Murray, spielt in Melbourne seit zwei Jahren mit Ausnahme der beiden verlorenen Finals gegen Roger Federer (2010) und Novak Djokovic (2011) in absoluter Topform. Murray besiegte im Viertelfinal Kei Nishikori mit 6:3, 6:3, 6:1 und kaufte dem Japaner eigentlich schon im zweiten Game den Schnitt ab. Im wohl längsten Ballwechsel des gesamten Turniers drückte Murray derart aufs Tempo, dass Nishikori schliesslich schon nach zehn Spielminuten am Ende seiner Kräfte anlangte und im Ballwechsel unvermittelt stehen blieb. Daraus resultierte Murrays erstes Break, in der Folge gab der Schotte das Heft nicht mehr aus der Hand.

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