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Neue Regel nach dem «Fall Semenya»

Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) führt am 1. Mai eine neue Regel für Athletinnen mit Hormon-Überproduktion ein. Er reagiert damit auf den «Fall Semenya» bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin.

bg / Quelle: Si / Dienstag, 12. April 2011 / 14:36 h

Die neue Regel für den sogenannten Hyperandrogenismus wird ab 1. Mai für alle internationalen Wettkämpfe gültig sein. Danach dürfen Athletinnen mit männlicher Hormon-Überproduktion in Frauen-Wettbewerben starten, wenn das Androgen-Level unter dem eines Mannes liegt. Sollte das Androgen-Niveau dem eines Mannes entsprechen, kann eine Athletin nur noch dann bei den Frauen starten, wenn sie dadurch nachweisbar keinen Vorteil hat. Die IAAF folgt damit dem Internationalen Olympischen Komitee. Das IOC hatte vor einer Woche angekündigt, dass an den Olympischen Spielen 2012 in London neue Bestimmungen für Starterinnen mit einer männlichen Hormon-Überproduktion in Kraft treten. Im Jahr 2000 hatte das IOC den medizinisch nicht mehr haltbaren Geschlechtstest abgeschafft.

Strikte Vertraulichkeit garantiert

Ein Kreis von internationalen Medizin-Experten, der von der IAAF benannt worden ist, wird im Einzelfall über eine Startberechtigung von Frauen mit Hyperandrogenismus entscheiden.



Caster Semenya. / Foto: EQ Images

Strikte Vertraulichkeit soll bei der medizinischen Untersuchung garantiert sein. Eine Athletin, die eine solche Untersuchung versäumt oder verweigert, ist nicht für Frauen-Wettkämpfe startberechtigt, hiess es in der IAAF-Mitteilung. Die IAAF war durch das Verhalten in der Affäre um 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya stark in die Kritik geraten. Unmittelbar vor der Weltmeisterschaft in Berlin wurde am 19. August 2009 bekannt, dass der Weltverband einen Geschlechtstest für die Südafrikanerin angeordnet hatte. Wegen ihrer männlichen Erscheinung waren Zweifel an ihrem Geschlecht aufgetreten. Die damals 18-Jährige gewannt den WM-Titel in 1:55,45 Minuten, durfte danach aber bis Juli 2010 nicht mehr starten, weil ihr Geschlecht nicht eindeutig bestimmt war. Seither kann sie - nach einer medizinischen Behandlung - wieder als Frau antreten. Bei ihr gab es offenbar sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale.

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