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Schweizer Velo-Infrastruktur: Zwischen punktuellen Erfolgen und systemischen MängelnWährend einzelne Städte wie Burgdorf und Winterthur als Vorreiter glänzen, offenbart der Prix Velo 2026 ein tiefgreifendes Problem: Die Sicherheit auf Schweizer Strassen stagniert auf ungenügendem Niveau, was die nationale Mobilitätswende vor erhebliche Hürden stellt.fest / Quelle: fahrrad.ch / Freitag, 15. Mai 2026 / 22:15 h
Die wichtigsten Erkenntnisse
Die Ergebnisse der jüngsten Erhebung von Pro Velo Schweiz zeichnen ein widersprüchliches Bild der hiesigen Mobilitätslandschaft. Fast 38'000 Personen haben zwischen September und November 2025 ihre Einschätzungen abgegeben. Der Prix-Velo ist eine Bestandsaufnahme, die zeigt, dass die Schweizer Velo-Infrastruktur trotz gesetzlicher Vorgaben mit Altlasten und struktureller Trägheit kämpft. Während die politische Rhetorik oft von einer grünen Zukunft spricht, bleibt die Realität auf dem Asphalt für viele Velofahrende eine tägliche Herausforderung.
Beständigkeit an der Spitze: Das Phänomen BurgdorfEs ist kein Zufall, dass Burgdorf erneut die Rangliste anführt. Die Emmentaler Stadt beweist seit zwei Jahrzehnten, dass eine kohärente Planung und der politische Wille zu langfristigen Investitionen Früchte tragen. In der Kategorie der Städte unter 30'000 Bewohner:innen setzt Burgdorf Massstäbe, die selbst von weit grösseren Metropolen kaum erreicht werden. Hier zeigt sich, dass eine kleinteilige, aber konsequente Trennung der Verkehrsströme sowie eine lückenlose Signalisation den entscheidenden Unterschied machen. Ähnlich stabil präsentiert sich Winterthur bei den Grossstädten. Die Stadt hat frühzeitig auf ein Netz aus Veloschnellrouten gesetzt - also breite, vortrittsberechtigte Wege, die ein zügiges Vorankommen ohne ständige Stopps ermöglichen. Dennoch bleibt die Frage offen, warum dieses Erfolgsmodell nicht flächendeckend Schule macht. Oft scheitern ambitionierte Projekte in anderen Gemeinden an lokalen Widerständen gegen den Abbau von Parkplätzen oder an der Komplexität innerstädtischer Knotenausbauten.Die Aufholjagd der LimmatstadtBesondere Aufmerksamkeit verdient die Entwicklung in Zürich. Vor wenigen Jahren noch als Schlusslicht der grossen Zentren geschmäht, konnte die Stadt signifikante Fortschritte erzielen. Gemeinsam mit Thalwil wurde Zürich für die grösste positive Veränderung seit 2022 ausgezeichnet. Dies deutet darauf hin, dass gezielte Interventionen - etwa die Einführung von Velovorzugshäusern oder die Umgestaltung ganzer Quartiersstrassen - Wirkung zeigen. Doch auch hier bleibt das Niveau fragil; die Transformation einer historisch auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichteten Stadt benötigt Zeit und vor allem Platz, der in urbanen Zentren ein rares Gut ist.
Das Sicherheitsdefizit: Eine Note unter dem DurchschnittTrotz der Erfolgsmeldungen aus einzelnen Kommunen bleibt das nationale Gesamturteil ernüchternd. Die Note für die Sicherheit der Schweizer Velo-Infrastruktur liegt im Durchschnitt bei 3,6. In einem Schulnotensystem entspricht dies einer ungenügenden Leistung. Besonders kritisiert werden:
Fahrradfahren in Winterthur, Gewinnerstadt mit über 100'000 Einwohner. / Foto: prixvelo.ch
Wo der Raum knapp ist, nehmen die Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden zu. Hier stösst die Schweizer Velo-Infrastruktur an ihre physikalischen und planerischen Grenzen. Regionale Disparitäten und das Tessiner DebütErstmals wurde das Tessin detailliert in die Untersuchung einbezogen, was ein Schlaglicht auf die dortigen Herausforderungen wirft. Während Bellinzona und Locarno mit einer Bewertung von 3,9 das Mittelfeld erreichen, bildet Lugano mit 3,1 Punkten das Schlusslicht der gesamten Rangliste. Die topografischen Bedingungen im Südkanton sind anspruchsvoll, doch die Bewertung zeigt, dass es primär an der baulichen Umsetzung mangelt. In der Westschweiz hingegen behaupten sich Gemeinden wie Meyrin und Vernier sowie die Stadt Freiburg mit überdurchschnittlich guten Resultaten, was auf eine engagiertere kantonale Velopolitik hindeutet.Der rechtliche Rahmen als geduldiger WegweiserSeit Anfang 2023 ist das Bundesgesetz über Velowege in Kraft. Es verpflichtet die Kantone, bis 2042 ein lückenloses Netz zu erstellen. Doch die Erhebung von Pro Velo verdeutlicht, dass der gesetzliche Auftrag allein nicht ausreicht. Vizepräsident Hasan Candan mahnt ein deutlich höheres Tempo an. Die Verzögerungen bei der Umsetzung der Schweizer Velo-Infrastruktur werden oft mit langwierigen Einspracheverfahren und komplexen Zuständigkeiten zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden begründet. Kritiker:innen geben jedoch zu bedenken, dass die notwendigen Ressourcen oft nicht dort ankommen, wo sie die grösste Wirkung erzielen würden. Es fehlt teilweise an der Fachkompetenz in kleineren Gemeinden, um moderne Standards der Infrastrukturplanung - etwa die Berücksichtigung von Lastenvelos oder die steigende Geschwindigkeit durch die Elektrifizierung - adäquat umzusetzen. Die Forderungskataloge der Verbände sind lang, lassen sich jedoch auf wesentliche Kernpunkte reduzieren, um die Attraktivität des Velos als Alltagsverkehrsmittel zu steigern:
Mut zur Lücke reicht nicht mehr ausDie Ergebnisse des Prix Velo 2026 zeigen deutlich: Die Schweiz verfügt über das Wissen und die Vorbilder, um eine erstklassige Schweizer Velo-Infrastruktur zu schaffen. Burgdorf und Winterthur sind keine utopischen Inseln, sondern das Resultat jahrzehntelanger Prioritätensetzung. Dass der nationale Durchschnitt dennoch bei einer ungenügenden Note verharrt, ist ein Warnsignal. Sicherheit darf kein Privileg einzelner Modellstädte sein. Wenn die Schweiz ihre Klimaziele im Verkehrssektor erreichen will, muss das Veloweggesetz von einer Absichtserklärung zu einer baulichen Realität werden - und das schneller, als es das aktuelle Ausbautempo vermuten lässt.Häufig gestellte Fragen (FAQ)Welche Städte haben beim Prix Velo 2026 am besten abgeschnitten?Winterthur siegte bei den Grossstädten, Köniz bei den mittelgrossen Städten und Burgdorf bei den kleineren Städten. Burgdorf erzielte dabei die höchste Gesamtpunktzahl über alle Kategorien hinweg. Warum wird die Schweizer Velo-Infrastruktur oft kritisiert?Die Hauptkritikpunkte betreffen die mangelnde Sicherheit und den ungenügenden Fahrkomfort. Mit einer Durchschnittsnote von 3,6 bleibt die Verkehrssicherheit das schwächste Glied in der nationalen Bewertung, da viele Netze Lücken aufweisen. Was besagt das Bundesgesetz über Velowege?Das seit 2023 geltende Veloweggesetz verpflichtet Kantone und Gemeinden, bis spätestens 2042 ein sicheres und zusammenhängendes Velowegnetz zu planen und zu realisieren. Es ist die gesetzliche Basis für den Ausbau der Schweizer Velo-Infrastruktur. Links zum Artikel: ![]() UV-Beständigkeit: Ein Schlüssel für langlebige Outdoor-Werbemittel In der dynamischen Welt der Aussenwerbung spielt die Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Eine der grössten Herausforderungen ist die UV-Strahlung, die Materialien im Freien stark beansprucht. Der Fokus liegt darauf, wie UV-Beständigkeit im Jahr 2026 die Langlebigkeit von Outdoor-Werbemitteln beeinflusst und welche strategischen Ansätze dabei eine Rolle spielen. Fortsetzung
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Radiolino - Grosses Radio für kleine Ohren Radiolino ist das erste deutschsprachige Web-Radio der Schweiz für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren. Das Programm richtet sich aber auch an Eltern, Grosseltern, Onkeln und Tanten, sprich an die ganze Familie.
Fortsetzung
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