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Schlägt der weisse Blitz auf der Pontaise ein?Das 100-m-Duell zwischen dem Ex-Weltrekordhalter Asafa Powell und dem Europameister Christophe Lemaitre steht im Mittelpunkt der 36. Athletissima vom Donnerstagabend in Lausanne. Besteht der Franzose den Test gegen Jamaikas Sprintarmada?joge / Quelle: Si / Dienstag, 28. Juni 2011 / 10:23 h
Der dreifache Europameister Lemaitre senkte in der laufenden Saison seine persönliche Bestzeit auf 9,95 Sekunden. Selbst eine weitere Steigerung dürfte ihm kaum den ersten Sieg bei einem Diamond-League-Lauf eintragen. Die Sprinter aus Übersee befinden sich wenige Tage nach ihren nationalen Ausscheidungen um die WM-Tickets in Hochform und sind im Kampf um die 10'000 Dollar Preisgeld zu favorisieren. Allen voran Powell, der sich am Wochenende in Kingston durchsetzte.
Der 28-Jährige behält Lausanne seit 2008 in bester Erinnerung. Vor drei Jahren gelang ihm mit 9,72 Sekunden (RW 0,2 m/s) ein Befreiungsschlag, nachdem er zuerst durch den Verlust des Weltrekordes und anschliessend durch sein Olympia-Debakel in den Schatten von Landsmann Usain Bolt gedrängt worden war. Powell tritt auf der Pontaise in Begleitung seiner Landsmänner und Trainingspartner Nesta Carter (Saisonbestzeit 9,92) und Michael Frater (9,94) an.
Test gegen die Uhr Für den Höhepunkt des Abends kommt auch 800-m-Weltrekordhalter David Rudisha in Frage. Der Kenianer strebt nach einer kurzen Verletzungspause - sein linker Fuss bereitete ihm beim Tragen der Rennschuhe Probleme - kein taktisches Rennen, sondern einen Lauf gegen die Zeit an. Dieses Vorhaben setzte er bereits ein erstes Mal am Freitagabend in Nancy erfolgreich um, als er in 1:43,46 Jahres-Weltbestzeit lief. Hervorragend in Szene setzt sich jeweils Hochspringerin Blanka Vlasic. Sofern den Statistikern kein Fehler unterlaufen ist und die Kroatin im Wettkampf ihre Leistung abruft, wird sie auf der Pontaise ihren 100. Sprung über die Zwei-Meter-Marke realisieren. Insgesamt gehen in den 18 Disziplinen 13 Weltmeister, 11 Europameister und 5 Olympiasieger an den Start. Als zweiter aktueller Weltrekordler neben Rudisha tritt in Lausanne Hürdensprinter Dayron Robles auf. Der Kubaner nimmt hinter David Oliver (USA/12,94) und Liu Xiang (China/13,00) Position 3 in der Saisonbestenliste ein. Weltmeister Ryan Brathwaite (Bar) oder der britische Europameister Andrew Turner fordern Robles, der in Lausanne den Hattrick anstrebt, heraus. Der Kubaner will die Siegerzeit auf der Pontaise zum zweiten Mal unter 13 Sekunden drücken. 2006 lief Liu in 12,88 Weltrekord. Asafa Powell und Europameister Christophe Lemaitre stehen im Mittelpunkt der 36. Athletissima. / Foto: EQ Images
Pusterla fehlt Verärgert reagieren die Athletissima-Verantwortlichen auf die Absage von Weitspringerin Irene Pusterla, die am Donnerstagabend ihren Schweizer Rekord auf 6,81 m steigerte. Meeting-Direktor Jacky Delapierre legt für die Verpflichtung des Feldes im Jahr rund 80'000 Flugkilometer zurück, die Athletin vor der eigenen Haustüre hingegen erteilt ihm einen Korb. Als offizielle Begründung geben die Psychologie-Studentin Pusterla und ihr Trainer Andrea Salvade eine Prüfung an der Uni Lausanne an, die am Montag nach der Athletissima ansteht. Allerdings wohnt Psychologie-Studentin Pusterla in Lausanne und könnte einen Diamond-League-Einsatz mit vergleichsweise geringem Aufwand bestreiten. Aber Trainer Salvade, der Lausanne wie auch die WM in Daegu (SKor) aus langfristigen Überlegungen nie in der Planung 2011 aufführte, sprach sich klar gegen einen Start an der Athletissima aus. Für eine Sportart, die auch in der Schweiz gegen das sinkende Ansehen in der Öffentlichkeit kämpft, ist das Fehlen von Pusterla Gift. Die Tessinerin ist neben Röthlin und Urech die dritte Schweizer Kraft, die sich in der erweiteren Weltspitze zu behaupten mag. Positive Schlagzeilen hingegen kann Lisa Urech generieren. Die Hürdensprinterin aus dem Emmental blieb in dieser Saison schon drei Mal unter 13 Sekunden. Ihre Saisonbestzeit liegt bei 12,84. Dieser Wert reichte vor einem Monat in Rom zu Rang 4. Eine solche Platzierung liegt im Weltklassefeld vom Donnerstag kaum in Reichweite. Die US-Trials-Siegerin Kellie Wells senkte am Sonntag in Eugene den Saisonbestwert auf 12,50 Sekunden und führt die Setzliste an. Die weiteren Schweizer Auftritte im Hauptprogramm betreffen Hochspringerin Beatrice Lundmark und 100-m-Sprinter Pascal Mancini. Will die Tessinerin an den WM in Daegu dabei sein, muss sie diesen Sommer 1,92 m springen. Diese Höhe entspricht ihrer persönlichen Bestleistung aus dem letzten Jahr. Der Bestwert des Freiburgers Mancini liegt bei 10,41 Sekunden. In den Rennen im Vorprogramm stehen mehr als 20 weitere Schweizer Athletinnen und Athleten im Einsatz. Das Augenmerk gilt der Sprintstaffel der Frauen. Mujinga Kambundji, Jaqueline Gasser, Clélia Reuse und Lea Sprunger greifen den Schweizer Rekord aus dem Jahr 1979 an. An den Team-EM in Izmir hatten sie diesen Wert von 44,31 Sekunden um lediglich 19 Hundertstel verpasst.
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