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Novak Djokovic gewinnt in WimbledonNovak Djokovic hat sein bisheriges Traumjahr gekrönt: Zwei Tage, nachdem er sich die Nummer 1 gesichert hatte, bezwang der Serbe seinen Vorgänger und Titelverteidiger Rafael Nadal im Wimbledon-Final 6:4, 6:1, 1:6, 6:3.fest / Quelle: Si / Sonntag, 3. Juli 2011 / 18:00 h
Wie immer vor wichtigen Punkten bei eigenem Aufschlag prellte Novak Djokovic den Ball extrem häufig. 21 Mal liess der Serbe den Ball auftippen, ehe er die Schlagbewegung ausführte. Es lohnte sich: Der Ball war im Feld, und wenige Sekunden später segelte ein Rückhand-Passierball Nadals ins Out, worauf Djokovic nach 148 Minuten in den verdienten Siegesjubel ausbrach. "Das ist der schönste Tag meines Lebens, der speziellste. Wimbledon war immer mein Traum, und jetzt ist er wahr geworden. Ich glaube, ich träume immer noch", fasste der Serbe seine Emotionen dann in Worte.
Die Basis zum Erfolg hatte Djokovic in den ersten beiden Durchgängen gelegt. Nachdem er seinem Traum mit dem einzigen Servicedurchbruch des Startsatzes im zehnten Game schon einen Drittel näher gerückt war, spielte er Nadal im zweiten Durchgang in einer Form an die Wand, wie man dies in einem Final noch ganz selten gesehen hatte. Djokovic mass jeden Zentimeter des Platzes perfekt aus und beging praktisch keine Fehler. Nach zwei Sätzen stand er mit vier "unforced errors" zu Buche. Nadal: "Ich war mental schwächer" Neben dieser Phase der totalen Dominanz half ihm aber auch Nadal in einigen Situationen. Der Spanier war nicht ganz so souverän wie normal und beging zu viele Fehler, speziell in den wichtigen Situationen. Im ersten Satz liess er bei eigenem Service bei 4:5, 30:0 nach, im vierten Durchgang kassierte er das Break zum 3:5, welches ebenfalls nicht zwingend war. Er war anschliessend bei der Entscheidungsfindung ehrlich: "Ich habe in den wichtigen Momenten nicht optimal gespielt und war da mental schwächer als er. Die vier Niederlagen gegen ihn haben sicher etwas ausgemacht." Nadal, der im 13.Major-Final erst die dritte Niederlage kassierte und erstmals in diesem Stadium gegen einen anderen Spieler als Roger Federer verlor, beendete nach seiner ersten Niederlage in Wimbledon nach 20 Siegen auch allfällige Spekulationen, ob Djokovic die verdiente Nummer 1 ist: "Ich habe ein super Jahr und bin enorm zufrieden. Aber es gibt keinen Zweifel, dass es Novak im Moment hundertprozentig verdient, ganz oben zu stehen." Eine Million Leute in Belgrad Nach dem Sieg des Serben tanzte sein grosser Anhang - inklusive der Eltern, seiner Brüder, der Freundin und Trainer Marian Vajda - auf der Tribüne den schon bekannten Siegestanz, und draussen auf der Anlage starteten einige serbische Anhänger eine kleine Polonaise. Heute, bei der Ankunft in Belgrad, dürfte diese dann deutlich grösser werden. Der Vater rechnet mit "einer Million Menschen,die Novak gratulieren werden". Zu feiern haben die heissblütigen Serben einiges: Djokovic schaffte innert zwei Tagen die "doppelte Premiere" Weltnummer 1 und erster Wimbledon-Titel und beendete nicht nur die siebeneinhalbjährige Hegemonie von Federer (285 Wochen) und Nadal (102 Wochen) an der Weltranglistenspitze, sondern auch das achtjährige Siegesmonopol von Federer (6 Titel) und Nadal (2) in Wimbledon. "Das waren wahrlich keine schlechten Tage im Büro", schmunzelte Djokovic. Für Djokovic war es der dritte ganz grosse Titel, nach dem Australian Open 2008 und 2011. In diesem Jahr wird er immer unheimlicher, seine Bilanz von 48:1 spricht Bände. Es brauchte schon einen Roger Federer in absoluter Glanzform im Pariser Halbfinal, um ihm wenigestens eine Niederlage beizubringen. Ansonsten hat er nun schon acht Turniersiege auf dem Konto (Melbourne, Dubai, Indian Wells, Key Biscayne, Belgrad, Madrid, Rom, Wimbledon) und die drei grössten Rivalen zehnmal bezwungen (fünfmal Nadal, dreimal Federer, zweimal Murray). Gute mittelfristige Aussichten Damit hat sich das Szenario von Ende Januar 2004 wiederholt. Geschafft: Novak Djokovic gewinnt das Endspiel gegen Rafael Nadal 6:4, 6:1, 1:6, 6:3. / Foto: EQ Images
Roger Federer hatte damals durch den Sieg gegen Juan Carlos Ferrero die Nummer 1 übernommen und sich zwei Tage später gegen Marat Safin den Finalsieg gesichert. Es ist jedoch kaum zu erwarten, dass Djokovic nun wie der Baselbieter die Weltrangliste während 237 Wochen anführen wird. Durch den Finalsieg hat er sich aber ein Polster geschaffen, dass ihm mittelfristig gute Chancen gibt. Sein Vorsprung auf Nadal beträgt nun 2015 Punkte; in der zweiten Jahreshälfte haben beide fast gleich viele Punkte zu ersetzen. Resultate: Wimbledon. All England Championships (16,7 Mio Euro/Rasen). Männer. Final: Novak Djokovic (Ser/2) s. Rafael Nadal (Sp/1) 6:4, 6:1, 1:6, 6:3. Frauen. Final: Petra Kvitova (Tsch/8) s. Maria Scharapowa (Russ/5) 6:3, 6:4. Männer-Doppel, Final: Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1) s. Robert Lindstedt/Horia Tecau (Sd/Rum/8) 6:3, 6:4,7:6 (7:2). Frauen-Doppel, zweiter Halbfinal: Sabine Lisicki/Samantha Stosur (De/Au) s.Marina Erakovic/Tamarine Tanasugarn (Neus/Thai) 6:3, 4:6, 8:6. - Final: Kveta Peschke/Katarina Srebotnik (Tsch/Sln/2) s. Lisicki/Stosur 6:3, 6:1. Junioren-Einzel. Final:Luke Saville (Au/16) s. Liam Broady (Gb/15) 2:6, 6:4, 6:2. Juniorinnen-Einzel: Ashleigh Barty (Au/12) s. Irina Chromatschewa (Russ/3) 7:5, 7:6 (7:3). Juniorinnen-Doppel. Final: Eugenie Bouchard/Grace Min (Ka/USA/2) s. Demi Schuurs/Hao Chen Tang (Ho/China) 5:7, 6:2, 7:5. Frauen. Legenden-Turnier. Final: Lindsay Davenport/Martina Hingis (USA/Sz) s. Martina Navratilova/Jana Novotna (USA/Tsch) 6:4, 6:4.
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