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EM in Madrid als Sprungbrett für LondonDie Schweizer Springreiter sind an den Europameisterschaften von Mittwoch bis Sonntag in Madrid Titelverteidiger im Team-Bewerb. Die Equipe von Urs Grünig strebt wieder Edelmetall an, Priorität hat aber die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London.joge / Quelle: Si / Dienstag, 13. September 2011 / 11:05 h
Drei Tickets stehen für europäische Mannschaften noch bereit. Weltmeister Deutschland, Frankreich und Belgien haben ihre Startberechtigung mit ihren Medaillengewinnen an der WM in Lexington (USA) erlangt, Grossbritannien ist als Gastgeber gesetzt. Um die verbleibenden drei Teamplätze buhlen Holland, Irland, Schweden, Spanien, Italien und die Schweiz.
Die Schweiz mit drei Team-Europameistern Pius Schwizer mit Carlina, Steve Guerdat mit Jalisca Solier, Clarissa Crotta mit Westside und Beat Mändli mit Louis bilden die Schweizer Springreiter-Equipe. Schwizer verfügt mit Carlina über das klar beste Pferd und ist auch für eine Einzelmedaille ein aussichtsreicher Kandidat. Guerdat ist reiterlich unbestritten, hat die 14-jährige Franzosen-Stute Jalisca Solier gezielt für die EM vorbereitet und deren Einsätze dosiert. Der Jurassier überzeugte auch mit einem Doppel-Nuller im Nationenpreis am CSIO St. Gallen. Die Tessinerin Clarissa Crotta knüpfte nach einem verpatzten letzten Jahr mit Verletzungen von Pferd und Reiterin an ihre erstklassigen Ergebnisse von 2009 an. Sie war in der Global Champions Tour eine «Nuller-Maschine». Und Beat Mändli hat sich mit Louis nach monatelanger Pause und einer Durststrecke mit Spitzenresultaten (2. GP-Rang in San Patrignano (It), SM-2. und Cupsieger) zurückgemeldet. «Wenn alle unsere Paare ihre Top-Leistung abrufen können, ist die Olympia-Qualifikation für London und eventuell auch eine EM-Medaille möglich», gibt sich Equipenchef Urs Grünig optimistisch. Dem pflichten auch die Reiter bei. Steve Guerdat: «Primär wollen wir uns für Olympia qualifizieren. Doch wir reisen nach Madrid, um eine Medaille zu gewinnen. Und warum nicht Gold?» Der Jurassier war wie Teamleader Schwizer und die Tessinerin Clarissa Crotta schon vor zwei Jahren in Windsor (Gb) dabei, als das Team unerwartet Europameister wurde.Equipenchef Urs Grünig gibt sich optimistisch. / Foto: EQ Images
Beat Mändli reitet erstmals seit der WM 2006 wieder an einem Championat und hat den EM-Sechsten Daniel Etter ersetzt, dem nach dem Verlust von Peu à Peu ein Spitzenpferd fehlt. Ersatzreiter ist der Seuzacher Werner Muff mit Kiamon. Die Schweizer EM-Starter verzichteten auf die beschwerlichen Reisen zu den Spitzenturnieren in Rio de Janeiro und Calgary (Ka) und sammelten Kräfte für das gemeinsame Ziel. Mändlis Louis war häufig im Gelände, Schwizers Carlina drehte vier ruhige Runden vor zwei Wochen über 140 cm in Verbier, und Guerdat schonte Jalisca Solier so weit wie möglich. Eine halbes Dutzend Favoriten Neben der Schweiz, die den Wiederaufstieg in die Top League erreicht hat, gehören im Feld der 16 Mannschaften Deutschland, Frankreich, Holland, Grossbritannien und Irland zu den Favoriten. Zu beachten werden aber auch die WM-Dritten aus Belgien mit Weltmeister Philippe Le Jeune und Gastgeber Spanien sein. Deutschland muss zwar auf Weltcupsieger Christian Ahlmann und Team-Weltmeister Marcus Ehning verzichten. Deren Top-Pferde, Taloubet und Plot Blue sind verletzt. Aber mit Anne-Friederike Meyer, der GP-Siegerin von Aachen, Carsten-Otto Nagel, Ludger Beerbaum und Marco Kutscher stellt Deutschland das «Team à battre». Auch Grossbritannien musste Wechsel vornehmen und Michael Whitaker/Amai sowie Robert Smith/Talan (GP Sieger in Ascona) ersetzen.Erinnerungen an Gijon Zum zweiten Mal nach 1993 werden die Europameisterschaften in Spanien durchgeführt. An Gijon vor 18 Jahren haben die Schweizer beste Erinnerungen. Das Team mit Willi Melliger, Stefan Lauber, Lesley McNaught und Thomas Fuchs wurde Europameister, Melliger auf Quinta zudem als bislang einziger Schweizer Einzel-Europameister. An den seit 1957 ausgetragenen EM ist die Schweiz nach Deutschland mit vier Gold-, fünf Silber- und vier Bronzemedaillen die zweiterfolgreichste Nation. Nebst Melligers Gold resultierten acht weiter Einzelmedaillen (dreimal Silber, fünfmal Bronze). Letztmals stand Christina Liebherr 2005 in San Patrignano als Einzelreiterin auf dem EM-Treppchen. Im Campo Villa in Madrid gehen 81 Reiter aus 21 Ländern in drei Teilprüfungen an den Start. Wie üblich bildet das Zeitspringen den Auftakt. Der Nationenpreis, die Mannschafts-Entscheidung, wird gestaffelt am Donnerstag und Freitag ausgetragen. Im Einzel-Final am Sonntag kämpfen noch 25 Reiter um die Medaillen.
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