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Ötzi: So ein Mann war er wirklich

Genau 20 Jahre nach dem spektakulären Fund lüftet der Nebi im Interview mit dem leitenden Professor der Ötzi-Untersuchung das letzte Geheimnis des Gletschermanns.

Quelle: Nebelspalter / Dienstag, 20. September 2011 / 16:13 h

Nebi: Herr Professor, Sie haben nun 20 Jahre lang Millionen von Forschungsgeldern ausgegeben und Tausende von Arbeitsstunden investiert, um der Ötztaler-Mumie auf den Grund zu kommen. Was haben Sie denn nun herausgefunden?

 

Professor: Der Ötzi ist 5300 Jahre alt. Das ist beachtlich. Wer so alt wird, musste damals länger arbeiten, um in den Genuss der Rente zu kommen. Unbestritten ist auch, er stammt vom Hauslabjoch; das heisst, er trug das Joch des Ehemanns. Konserviert wurde die Mumie durch natürliche Gefriertrocknung, was die Produktion von Fischstäbchen vorwegnahm. Für unsere Präsentation haben wir eine Kühltechnik entwickelt, welche die Gefriertrocknung optimal erhält. Ötzi verliert damit sein Lächeln nie. Die Technik wurde übrigens seither erfolgreich auch auf Sven Epiney angewendet.

  

Soweit also die bekannten Fakten. Ötzi war Jäger und Sammler. Was hat er denn gejagt?

Was jeder Ehemann jagte: Anerkennung im Beruf, ein, zwei Statussymbole, ein bisschen Luxus vielleicht und fünf Wochen bezahlte Ferien. Ötzi musste genügend Schinken auftreiben, um Ende Monat die Rechnungen zahlen zu können.

 

Und was hat er gesammelt?

Wir fanden Spuren von Panini-Bildli. Bekanntlich braucht jeder Mann ein Hobby. Auch Ötzi hat versucht, sich als Sammler von seiner gescheiterten Ehe abzulenken.

 

Er ist nur 1,58 gross.

Ich muss der These meiner Kollegen widersprechen, Menschen seien in jener Zeit nicht grösser gewachsen. Tatsächlich war Ötzi als Junggeselle 1,85 gross. Dann wurde er von seiner Frau zusammengestutzt.

 

Er hatte ja Zunder dabei, wie ein prähistorisches Feuerzeug.

Zweifellos um heimlich eine zu rauchen. Seine Frau wollte, dass er aufhört.

 

Ist er nun Österreicher oder Italiener?

Weder noch, oder besser noch: beides. Ötzi ist Grenzgänger.



Ötzi sammelte Panini-Bilder. /

Er war ein Pendler auf seinem langen Arbeitsweg, was man seiner gekrümmten Haltung, den O-Beinen durch das viele Stehen und den zurückgebildeten Ohren, die sich zu viele Pendler-Geschichten anhören mussten, unschwer ablesen kann.

 

War Ötzi ein Euro-Bürger?

Er hatte kein Geld bei sich. Was bedeuten könnte, dass er ursprünglich aus Griechenland einwanderte. Oder, dass er seiner Alten bereits das Haushaltsgeld abgeben musste.

 

Warum sind die Zähne so stark abgenutzt?

Meine Kollegen versuchten vergeblich nachzuweisen, dass dies vom Verzehr von Getreide und die darin enthaltenen Mahlsteinpartikel stamme. Meine revolutionäre Theorie fusst darauf, dass Ötzi im Schlaf mit den Zähnen mahlte. Weil er schlecht von seiner Gemahlin träumte.

 

Die Genom-Untersuchung hat erbracht, er besass braune Augen.

Das stimmt. Die Augäpfel waren stark aus den Höhlen getreten, weil er oft Stielaugen machte, wenn eine schönere Frau vorbeiging. Das beweist die flache Stelle auf seinem Hinterkopf, wo ihn sein Eheweib daraufhin jeweils schlug.

 

Ötzi trug eine Jacke aus Schaffell ...

... die davor seine Angetraute getragen hatte. Sie überliess ihm die Schafsjacke, nachdem er ihr endlich einen Mammut-Mantel kaufen konnte. Wozu er seinen Chef um einen Vorschuss bitten musste.

 

Auf dem Kopf trug er eine Bärenfell-Mütze, da ist man sich ja einig.

Jawohl, und wenn der Ötzi damit statt im Tirol im Bündnerland gewandert wäre, dann hätten wir wohl nicht nur Pfeileinschüsse gefunden.

 

Man hat ja auch die Essensreste im Darmtrakt analysiert und Steinbock-Fleisch gefunden.

Konkreter: seine Frau hat ihm ein Steinbock-Sandwich als Lunchpaket mitgegeben. Das Fleisch war aber schon abgelaufen und ist heute so ungeniessbar wie damals. Der Ötzi hat das Sandwich seiner Frau heruntergewürgt, weil er nichts besseres kannte.

 

Und woher rührt der Bandscheibenverschleiss der Lendenwirbelsäule?

Wir nehmen an, er konnte nie «Nein» sagen, wenn ein Kollege um Hilfe nachfragte, seine Höhle zu zügeln. Schon, weil Ötzi damit einen Tag der Fuchtel seiner Frau entkommen konnte.

 

Woher stammt denn nun der Pfeilschuss in die linke Schulter?

Frühere Zivilisationen hatten nur rudimentäre Kenntnisse der Anatomie. Sein Gegner vermutete in der linken Schulter ein lebenswichtiges Organ. Zweifelsfrei ein Attentat eines Nebenbuhlers, der damit seinen Anspruch auf Ötzis Frau geltend machte.

 

Man hat als Todesursache jedoch ein Schädeltrauma nachgewiesen .

Das ist korrekt, Ötzi war durch seine gescheiterte Ehe schwer traumatisiert. Er muss sogar mehrmals mit brummendem Schädel die Eheberatungsstelle aufgesucht haben.

 

Man hat mehrere Tätowierungen feststellen können, nicht wahr?

Aber ebenso viele hat er sich wieder weglasern lassen. Besonders jene mit dem Vornamen seiner Frau.

 

Sie kennen den Ötzi ja mittlerweile fast so gut wie sich selbst, Herr Professor!

Ich mache nun mal gerne abends im Museum viele lange Überstunden beim Gletschermann. Aber sagen Sie das bitte nicht meiner Alten!

 

Roland Schäfli


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